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Hotelprojekt Bichler Hof: Mit Unterstützung der Tölzer Grünen wurde ein Bürgerbegehren gegen das geplante Vorhaben gestartet. 

Drei Räte warnen vor dem Bürgerbegehren Bichler Hof

„Hotel wäre ein Glücksfall für Tölz“

Drei Stadträte aus der Tölzer SPD, FWG und CSU haben gegen das Bürgerbegehren Bichler Hof Front bezogen. Das Bürgerbegehren wird von den Grünen gestützt.   

Bad Tölz– Vor einer Woche haben Tölzer Bürger mit Unterstützung der Grünen ein Bürgerbegehren gestartet. Ziel ist, dass die von der Stadt genehmigte Querfinanzierung des Hotelbaus durch Wohnungsbau in dieser Form nicht zustande kommt. DieOrganisatoren fordern stattdessen, dass ein Drittel der insgesamt für die Wohnbebauung vorgesehenen Flächen an die Stadt verkauft wird, damit die Kommune dort bezahlbaren Wohnraum errichten kann.

Nun melden sich drei Stadträte zu Wort, die zusammen mit Franz Mayer (Grüne) in der Arbeitsgruppe saßen, die im Frühjahr 2016 die ZoBoN-Satzung erarbeitet hat. Auf ihrer Grundlage darf die Stadt künftig bei Neuausweisung von Baugrund ein Drittel der Flächen günstig erwerben. Es sei denn, sie verzichtet aus städtebaulichen Erwägungen darauf. Genau das sei im Fall Bichler Hof so, schreibt Jürgen Renner (SPD) auch namens seiner Kollegen Michael Lindmair (FWG) und Ludwig Janker (CSU). Falls das Bürgerbegehren Erfolg habe, „würde es das Ende des ganzen Projekts bedeuten. Es würden weder ein Hotel noch eine Entspannung auf dem Häusermarkt kommen“, warnt Renner.

Der SPD-Stadtrat begründet in der schriftlichen Stellungnahme ausführlich die Haltung der drei ZoBoN-Mitglieder. „Das Hotelprojekt wäre ein Glücksfall für Tölz.“ Mit der Familie Hörmann würde „ein ortsansässiges Familienunternehmen“ nicht nur in ein Hotel – mit Chalets, Reitstall und Sauna – investieren, „sondern es auch betreiben“. Tölz werde durch hochwertige Hotelbetten an einem attraktiven Ort nicht nur touristisch profitieren. „Es bedeutet auch lokale Arbeitsplätze.“ Als Mehrwert für Hotel, Tölzer und Ausflügler erkennt Renner auch das vorgesehene Restaurant, „das keineswegs zwingend den Gewinn des Betreibers erhöht“.

Die beabsichtigte Querfinanzierung durch 22 Doppelhaushälften sei vertraglich so gestaltet, dass die Erlöse von zwei Dritteln der Fläche ins Hotelprojekt fließen müssen. Renner ist überzeugt, dass „diese Erlöse kaum zur Finanzierung des gesamten Projektes reichen und auch aus den Erlösen des restlichen Grundstücks Unternehmenskapital werden wird“. Das werde dazu beitragen, das unternehmerische Risiko zu senken, „das bei Hotelprojekten ja nie gleich Null ist, auch wenn Know-how und Fleiß vorhanden sind“.

Auch ein Argument für Renner: Die 22 Doppelhaushälften unterhalb des Bichler Hofs würden einheitlich gestaltet und optisch am wenigsten ins Landschaftsbild eingreifen. Er gehe davon aus, dass selbst wenn die Häuser zum Marktpreis verkauft werden, sie vorrangig Einheimischen angeboten werden.

In seiner Stellungnahme greift Renner namens seiner Kollegen Lindmair und Janker die Grünen und vor allem Franz Mayer an. Mayer habe mitgestimmt, als Anfang 2016 die ZoBoN mit der nun strittigen Ausnahmeklausel verabschiedet worden sei. Erst als das – Ende 2015 bekannt gewordene – Hotelprojekt Bichler Hof im Juni 2017 vom Stadtrat als städtebaulich förderungswürdig erkannt wurde, hätten sich die Grünen distanziert.

Alle Abstimmungen, so betont Renner in seinem Schreiben, seien aber „demokratische Entscheidungen gewesen, die weder gegen die Gesetze noch die guten Sitten verstoßen haben“. Und er fordert, dass „jeder Demokrat diese Faktenlage anerkennen sollte“. Franz Mayer-Schwendner bemühe sich stattdessen, das Projekt Bichler Hof und die von ihm mit ausgearbeitete ZoBoN-Rahmenrichtlinie immer wieder zur Diskussion zu stellen. Neuester Vorstoß sei das Bürgerbegehren.

Damit, so Renners Fazit, werde das Hotelprojekt Bichler Hof gefährdet, „das der Stadt und dem Tourismusstandort in seiner geplanten Form sehr gut tun würde“.

Christoph Schnitzer

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