Hier soll das Hotel „Wackersberger Höhe“ entstehen: Investor und Betreiber Johannes Tien (mit erhobener Hand) erklärte den Interessierten sein Projekt.
+
Hier soll das Hotel „Wackersberger Höhe“ entstehen: Investor und Betreiber Johannes Tien (mit erhobener Hand) erklärte den Interessierten sein Projekt.

Großes Interesse an Informations-Veranstaltung

Hotelprojekt Wackersberger Höhe: Investor stellt sich kritischen Fragen

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
    schließen

Mit Fragen bombardiert wurde jetzt Johannes Tien, als er auf seinem Grundstück an der Wackersberger Höhe die Pläne für sein umstrittenes Hotelprojekt vorstellte.

Bad Tölz/Wackersberg – Das Interesse am Hotelprojekt auf der Wackersberger Höhe ist groß. Dies zeigte sich am Sonntag, als Johannes Tien Besuchergruppen über das Grundstück führte und von 10 bis 17 Uhr mit Fragen bombardiert wurde. „Ich habe mir den Mund fusselig geredet, aber es war toll“, resümierte der Investor und Betreiber. „Die Leute sind dem Projekt sehr offen gegenübergestanden“

Wie berichtet will Tien auf der Wackersberger Höhe ein 100-Betten-Hotel im Vier-Sterne-Segment errichten. Das Gebäude wird auf dem gut 8000 Quadratmeter großen Grundstück in Holzständerbauweise errichtet und hat laut Planung eine Größe von 56 mal 12 Metern.

Ehemaliger Grünen-Stadtrat ist einer der härtesten Fragesteller

Gerade zum Schluss der Führung habe es viele kritische Fragen gegeben, sagte Tien. So räumte er mit dem Gerücht auf, das Gebäude werde so groß, dass es vom Kalvarienberg aus zu sehen sei. Tatsächlich werde das Hotel nur halb so hoch wie die benachbarten Bäume. Viele Fragen habe es auch zu den Chalets gegeben, die rund um das Hauptgebäude entstehen sollen. Laut Bebauungsplan dürfe er auf dem Grundstück acht solche Hütten mit je rund 40 Quadratmetern errichten. Tien will sich aber erst mal auf zwei oder drei Chalets beschränken. „Da geht’s nicht in erster Linie um Beherbergung“, erläutert Tien. „Ich stelle mir die Chalets eher als Räume für Meditation oder Schulungen vor.“

Einer der härtesten Fragesteller am Sonntag war Franz Mettal. Der ehemalige Grünen-Stadtrat und Forstgutachter merkte an, der Bebauungsplan sehe vor, dass das Gebäude 30 Meter vom benachbarten Waldstück entfernt ist. Tatsächlich betrage der Abstand aber nur 20 Meter. Das sei zu wenig. „Nach meiner Interpretation sind die 30 Meter Abstand nur eine Empfehlung“, entgegnete Tien. Mettal fürchtet zudem, dass das Projekt ähnlich ende wie der „Strasserhof“. Tien wollte hier ebenfalls ein Hotel errichten, verwarf diesen Plan aber. „Was ist, wenn Sie in zehn Jahren sagen: Mich interessiert das Hotel nicht mehr und meine Kinder auch nicht?“, fragte Mettal.

Johannes Tien: „Bin entschlossen, das Projekt durchzuziehen“

Beim „Strasserhof“ sei es besser gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen, anstatt sich etwas aufzubürden, was man nicht 20, 30 oder 40 Jahre fortführen könne, so Tien. Beim Grundstück auf der Wackersberger Höhe habe die Stadt ein Rückkaufsrecht, wenn das Projekt nicht zustande komme. Doch mit diesem Gedanken wolle er sich überhaupt nicht beschäftigen. „Wenn ich in ein Spiel gehe und Angst habe, dass ich verliere, kann ich gleich den Löffel abgeben.“ Im Stadtrat sei die Entscheidung mit 17:7 Stimmen eindeutig ausgefallen: „Ich wüsste nicht, warum die Stadträte jetzt noch mal ihre Meinung ändern sollten.“ Er sei entschlossen, das Projekt durchzuziehen.

Er selbst investiere eine Summe im zweistelligen Millionenbereich. Der Businessplan sei nicht nur auf 5, 10 oder 20 Jahre ausgelegt, sondern längerfristig. Insgesamt würden beim Betrieb 40 Angestellte mithelfen, „und da werden viele Fachleute dabei sein“. Laufe alles nach Plan, solle das Hotel 2022 den Betrieb aufnehmen.

Läuft alles nach Plan, öffnet das Hotel Bergeblick 2022

Ein weiterer Zuhörer erkundigte sich nach dem Konzept des Hotels. Er wende sich unter anderem an geschäftliche Gäste, so Tien: Ihm schwebe ein „gemütliches Hotel ohne goldene Wasserhähne“ vor: „Jubel, Trubel, Heiterkeit und Firmenfeiern passen nicht her.“ Er könne sich eine Zusammenarbeit mit Firmen wie Sitec, BMW oder Infineon vorstellen: „Die könnten sagen: Wir schicken jede Woche zehn Leute her, die dann zum Beispiel Kräuterwanderungen machen oder auf den Golfplatz gehen. In den Chalets oder an einem Teich können sie brainstormen. Und dann werden sie mit einem Shuttleservice zu einem Restaurant gefahren.“

Zu den Gästen bei der Führung gehörte auch Michael Lindmair. Der Zweite Bürgermeister fand es interessant, dass die Hotel-Fläche abgemäht wurde: „Da konnte man gut sehen, wo das Hotel hinkommt.“ Es sei normal, dass bei einem neuen Projekt nicht nur Begeisterung herrsche. Er selbst freue sich jedoch darauf. „Begeisterte Investoren und Betreiber sind in der Branche selten. Es wird Zeit, dass wir in Tölz mal ein Hotelprojekt erfolgreich abschließen.“

Auch interessant

Kommentare