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„Irgendwann muss man loslassen“: Georg Eberl (81) vor seinem Lebenswerk. Klinik und Vitalresort wurden jetzt an seinen Sohn Thomas übergeben. Es soll investiert und angebaut werden. D as Haus hat dann 80 Betten. 

Hotel wird erweitert 

Eberl übernimmt Eberl

Das Hotel Eberl gilt als einer der Vorzeigebetriebe, wenn es in Tölz um Gesundheitstourismus geht. Nach langem Hin und Her ist die Zukunft des Hauses gesichert. Georg Eberls Sohn Thomas kehrt zurück und steigt zum Jahreswechsel mit seiner Frau ein. Das Hotel soll erweitert werden.

Bad Tölz – Um zu verdeutlichen, wie Hotelbetriebe gut funktionieren, verweist der Seniorchef Georg Eberl auf den Nachbarn Österreich. Auf den Hotelprospekten seien immer ganze Familiengenerationen bis zum kleinsten Enkelkind abgelichtet. „Hand in Hand muss das gehen.“ Und so soll es nun auch mit dem „Vitalresort und der Privatklinik Eberl“ sein, wie der frühere Eishockeynationalspieler im Gespräch erläutert. Nach vielen familieninternen Diskussionen, steige nun doch Sohn Thomas (39) mit seiner Frau Bettina in die Geschäftsführung des 1984 eröffneten Hotels ein.

Hintergrund: Thomas Eberl hatte bereits einige Jahre in dem Betrieb gearbeitet. 2015 sah er keine Zukunft mehr in Tölz und orientierte sich beruflich neu. Zuletzt war er Geschäftsführer der Helios-Klinik München Perlach und seit September Geschäftsführer der Amperkliniken Dachau und Indersdorf. Beim Gespräch mit dem Vater war der künftige Hotelchef nicht anwesend, sondern weilte in Berlin. Thomas Eberl hat das Hotelfach von der Pike auf gelernt und ist studierter Gesundheitsökonom. Nicht uninteressant: Er ist im Gegensatz zu seinem Vater, dem langjährigen SPD-Stadtrat, bei der CSU. Seine Frau Bettina ist promovierte Fachärztin für Psychosomatik. Beide werden nach Tölz ziehen und den Fulltime-Job als Hotelschefs übernehmen. Thomas Eberls Schwester Jeanette Wustmann wird als gelernte Physiotherapeutin die Therapie-Abteilung führen.

Die Frage, ob sich er und seine Frau Ingrid nun ganz zurückziehen, beantwortet Georg Eberl mit „Ja. Der Besitz ist übergeben. Irgendwann muss man loslassen.“ Er sei 81 Jahre alt und habe gesundheitlich in den vergangenen Jahren gewaltig zu kämpfen gehabt. Er wolle mit seiner Frau noch „ein bisserl fortfahren“ und die Welt sehen.

Mit dem Wiedereinstieg des Sohnes sind auch die Zeiten eines eingekauften Managements vorbei, mit dem sich Georg Eberl nie hat anfreunden können. „Top für Großbetrieb, aber nichts für uns.“ Auch der Einstieg eines örtlichen Bauträgers, der den Hotelbestand an den Bau von Wohnungen knüpfen wollte, ist nun passé.

Etwa zwei Drittel des rund 8000 Quadratmeter großen Areals gehören zum 31-Zimmer-Hotel und Resort entlang der Buchener Straße. Auf dem heutigen Parkplatz soll ein neuer moderner Trakt mit rund 15 Freienwohnungen entstehen. Insgesamt, so berichtet Senior Georg Eberl, werde der Betrieb dann 80 Betten haben. Die Baupläne lägen bereits genehmigt vor. „Das ist Sache meines Sohnes“, antwortet Eberl auf die Frage, wann es mit dem Bauen losgeht. Die Stadt, die dringend Hotelbetten benötigt, hat sich diese touristische Nutzung zehn Jahre notariell sichern lassen.

Im Gegenzug wurde den Eberls ein Wohnbaurecht auf dem letzten, noch unbebauten Grundstücksdrittel hinter dem Haus zugesichert. Die sogenannten Liegewiesen hin zur Tannenbergstraße gehören nach wie vor den Eberls senior und dienen zunächst dazu, die Investitionen im vorderen Teil gegenüber den Banken abzusichern. So war das Wohnbaurecht auch im Tölzer Bauausschuss begründet worden. Es sei auch eine Art „Alterversicherung“, sagt Georg Eberl, versichert aber: „Wir bauen da jetzt aber keine Wohnungen. Unser Kerngeschäft ist die Gesundheit, nicht der Wohnungsbau.“

Christoph Schnitzer

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