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Noch laufen die Kanalarbeiten in der Bairawieser Straße. 2020 soll sie dann neu gestaltet werden.

Varianten im Stadtentwicklungsausschuss

Ideen für die Bairawieser Straße: Diesen Ausbau plant die Stadt Bad Tölz

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Nach dem Abschluss der Kanalarbeiten in der Bairawieser Straße wird diese im kommenden Jahr neu gestaltet. Zwei Varianten lagen dem Tölzer Bauausschuss am Donnerstag vor.

Bad Tölz – Der über 80 Jahre alte Kanal in der Bairawieser Straße wird seit Juli saniert. „Es ist noch nicht ganz geschafft“, sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger in der Sitzung des Bauausschusses. Im kommenden Jahr aber werden die Arbeiten abgeschlossen, dann geht es um die Frage, wie die Straße künftig gestaltet werden soll. Viele nutzen die Verbindung als Abkürzung von der Jahnstraße zur Nockhergasse und Isarbrücke. Das lässt sich auch durch Zahlen belegen. Durchschnittlich fahren jeden Tag 1800 Autos stadteinwärts, aber nur 350 stadtauswärts.

So kam die Idee auf, die Bairawieser Straße künftig zu einer (unechten) Einbahnstraße zu machen. Das hätte den charmanten Vorteil, dass Platz für Radlstreifen auf jeder Seite wäre. Stadtauswärts wäre dieser durchgängig befahrbar, in die Gegenrichtung würden die rund 35 Stellplätze den Streifen immer wieder unterbrechen. Mit dem Auto könnte man von der Nockhergasse kommend nur noch bis kurz vor die Engstelle fahren. Innerhalb der Einbahnstraße darf allerdings in beide Richtungen gefahren werden. Mit Ausbaukosten von rund 1,2 Millionen Euro rechnet die Stadt bei dieser Variante.

Einbahnstraßen-Regelung hätte viele Nachteile

Fürstberger zeigte bereits einige Nachteile dieser Lösung auf. Die Regelung habe zur Folge, „dass Leute Umwege fahren müssen“. Radlstreifen würden zudem gerne mal einfach zugeparkt. Und vielleicht brauche man diese Schutzstreifen auch gar nicht, „weil die Verkehrsbelastung nicht so extrem ist, dass die Radler im Verkehrsfluss nicht mitfahren können“, so Fürstberger.

Tatsächlich tendiert er in Richtung zweistreifigem Ausbau. Wie bei der anderen Variante wird die Zufahrtssituation von der Jahnstraße her so verändert, dass all zu schwungvolles Einfahren nicht mehr möglich ist. Um weiteres Tempo herauszunehmen, werden 30 Parkplätze wechselseitig entlang der Straße angeordnet. Außerdem wird der Abschnitt in die schon in den Nebenstraßen geltende Tempo-30-Zone miteinbezogen. Der Gehweg auf der Ostseite – auch den gibt es in der anderen Variante – wird durch einen möglichst breiten Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt. „Da könnten wir bienenfreundliche Blühstreifen machen“, so Fürstberger. Um das Queren der Straße – gerade für Schüler – zu erleichtern – sollen auf Höhe von Scharnhorststraße und Berufsschule Engstellen entstehen.

Stadträte sind besorgt, dass es zu wenig Parkplätze gibt

Camilla Plöckl (SPD) haderte damit, dass es bei dieser Variante keinen Radlstreifen gibt. „Ist der Gehweg nicht breit genug, um daraus einen Rad- und Fußweg zu machen?“, fragte sie. „Dafür bräuchten wir 2,50 Meter – die haben wir nicht durchgehend“, sagte Fürstberger.

Ulrike Bomhard (FWG) wollte alles, nur keine Einbahnstraße. „Damit erhöhen wir das Verkehrsaufkommen auf der Jahnstraße nur noch mehr.“ Sorge bereitete ihr allerdings – genauso wie Peter von der Wippel (FWG) –, dass in der zweistreifigen Variante nur 30 Parkplätze entstehen. „Dort ist ständig alles zugeparkt – und es wird immer noch mehr.“ Man habe sich hier durchaus Gedanken gemacht, antwortete Fürstberger. So sei es beispielsweise möglich, im Bereich des Bairawieser Platzes (nahe dem Lokal „Mocca“) weitere Stellplätze anzulegen.

Varianten gehen jetzt in eine Anliegerversammlung

Bomhard bat zudem darum zu prüfen, ob man die Engstellen, an denen Fußgänger die Fahrbahn queren sollen, optisch von der Straße abheben könnte. Das sei schwierig, sagte Fürstberger. Letztlich könne man rote Farbe aufspritzen – „das muss man aber relativ oft erneuern“. Franz Mayer (Grüne) fand die Idee trotzdem gut. „Das tut nicht weh und behindert keinen.“

Michael Lindmair (FWG) fand vor allem die Tempo-30-Regelung wichtig für die Sicherheit der Radler, haderte aber mit den wechselseitig eingeplanten Parkplätzen. „Das macht es für Radler kompliziert“, sagte er.

Insgesamt sprach sich der Ausschuss aber einstimmig für die zweistreifige Variante aus (geschätzte Kosten; 1,1 Millionen Euro). Mit dieser Empfehlung geht die Stadt jetzt in eine Anliegerversammlung, in der aber beide Varianten zur Diskussion gestellt werden.

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