Abiturfeier des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in Corona-Zeiten: Jeder Absolvent durfte zur Feier in der Turnhalle zwei Angehörige mitbringen. In Dreier-Gruppen saß man mit ausreichendem Abstand und mit Masken.
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Abiturfeier des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in Corona-Zeiten: Jeder Absolvent durfte zur Feier in der Turnhalle zwei Angehörige mitbringen. In Dreier-Gruppen saß man mit ausreichendem Abstand und mit Masken.

In der Turnhalle

„Ihr habt es grandios gemacht“: Abiturfeier am Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
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Es war wesentlich anders als in den vergangenen Jahren, aber immerhin: Die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in Bad Tölz konnten bei einer Feier in der Turnhalle gewürdigt werden.

Bad Tölz - Mit dem Song „Time of your life“ von Green Day eröffnete die Schulband „Gabs On Fire“ die Feier und sorgte auch im weiteren Verlauf des Nachmittags für beste Stimmung mit passender Musik. Hinter den Absolventen, sagte Oberstufenkoordinatorin Stefanie Regus in ihrer Begrüßungsrede, lägen zwei turbulente Jahre. Und auch „dem einen oder anderen Elternteil wird es so vorgekommen sein, dass er 2021 erneut Abitur gemacht hat“. Regus zollte den jungen Erwachsenen großen Respekt: „Ihr seid alle gewachsen in dieser Zeit und habt viel gelernt.“

Von 111 Schülern haben 108 bestanden, listete Direktor Alexander Göbel auf. Der Gesamtschnitt 2,27 sei sogar um vier Hundertstel besser als 2020. 31 Schüler haben eine Eins vor dem Komma, 15 Absolventen erzielten die Note 1,5 oder besser, und zwei Abiturienten die Traumnote von 1,0. (Anmerkung der Redaktion: Aus Datenschutzgründen nennt die Schule keine Namen zur Veröffentlichung.) Kernpunkt in Göbels Rede war das Märchen über einen armen Bauer, der ein besonderes Pferd besitzt. Die Geschichte trug daoistische Züge, es ging um Glück oder Unglück – je nachdem, aus welcher Perspektive man die Dinge betrachtet. Der Schulleiter wünschte den Absolventen, sie mögen immer auf die richtige innere Stimme hören – wobei richtig eben auch eine Frage der Perspektive sei.

Erinnerungen an erste Chorklasse-Konzerte

Zuvor hatten ein kurzer Film der Fünftklässler sowie Erinnerungen von Clara Farias Rocha und Theresa Huß an die erste Zeit der Chorklasse für Erheiterung, aber auch für Wehmut gesorgt. Magnus Singer bedankte sich im Namen der Abiturienten bei „allen, die uns helfend zur Seite standen“.

Was die Schüler in den vergangenen zwei Jahren alles erlebt und vor allem durchgemacht hatten, davon war in den verschiedenen Reden immer wieder zu hören. Für das System Schule, das an Regeln und Pläne gewöhnt sei, habe es in der Corona-Zeit nichts davon gegeben, stattdessen sei von allen große Flexibilität gefordert gewesen, sagte Landrat Josef Niedermaier. „Ihr hattet es nicht leicht. Aber ihr habt es grandios gemacht“, sagte Niedermaier. Auch künftig müsse man damit leben, mit schnellen Veränderungen umzugehen. Den Schülern riet er: „Nimmt dieses Kribbeln, nimmt dieses Bauchgefühl mit.“

Nachdenkliche Worte des Elternbeirats-Vorsitzenden

Nachdenklich waren die Worte von Elternbeirat Stefan Riedl. Es sei ihm sehr schwer gefallen, für diesen besonderen Jahrgang treffende Worte zu finden, gestand Riedl. In seiner Rede, sehr persönlich vorgetragen, gab es auch Kritik zu hören. In einer Umfrage hätten 90 Prozent der Schüler gesagt, dass die Qualität des Online-Unterrichts stark vom Lehrer abhänge. „Manchen Lehrern ist es sehr gut gelungen, die Schüler durch diese Krise zu führen.“ Kurzen Zwischenapplaus gab es, als Riedl sagte, er wolle jetzt keine Einschätzung zur Krisenbewältigung durch das Kultusministerium geben. Das Abitur 2021 habe heuer „etwas Schweres“, und es „fühlt sich so nachgeschmissen an“. Dann wandte er sich an die Absolventen: „Aber ihr habt gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen. Ihr kennt den Wert von Gemeinschaft, denn ihr habt das Fehlen von Gemeinschaft kennengelernt. Kein hat unter schwereren Bedingungen Abitur gemacht als ihr“ – danach gab es großen Applaus.

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