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Beim Galaabend wurde zahlreichen Blutspendern aus dem Landkreis gratuliert. Die anwesenden Geehrten stellten sich unter anderem mit Felix Brunner (im Rollstuhl) und Gela Allmann (2. v. re.) zum Erinnerungsfoto.

Bayerisches Rotes Kreuz

Im Kampf gegen Gleichgültigkeit: Regelmäßige Blutspender bei Galaabend geehrt

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Sie haben besonders häufig Blut gespendet. Deshalb wurden 291 Menschen aus Oberbayern nun bei einem Galaabend geehrt. Darunter auch zahlreiche Bewohner des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat in der Germeringer Stadthalle 291 Menschen aus Oberbayern geehrt, die besonders häufig Blut gespendet haben. Ebenfalls vor Ort war Felix Brunner. 800 Blutkonserven, also 400 Liter Blut, benötigte der 28-Jährige nach einem Unfall, der ihn vor neun Jahren an den Rollstuhl fesselte. „Eine unglaubliche Menge, aber ohne die hätte ich nicht überlebt,“ sagte der Allgäuer. Er hat daraus den Schluss gezogen, andere zu motivieren und zu erklären, wie wichtig es ist, Blut zu spenden. 

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlichte Patric Nohe, Sprecher des BRK-Blutspendedienstes, anhand weniger Zahlen. 2000 Blutkonserven würden jeden Tag benötigt. Gelagert werden können sie höchstens 42 Tage. Rund 1100 stationäre und etwa 4500 mobile Stellen in Bayern dienen als Anlaufstation. Zwölf Prozent derer, die eine Blutspende benötigen, sind Unfallopfer. Weit mehr sind durch Krankheiten davon betroffen. 

Das Potenzial an Blutspendern in Bayern wäre eigentlich hoch. Rund 9,2 Millionen Menschen sind zwischen 18 und 72 Jahre alt und dürften spenden. Die Zahl der tatsächlichen Blutspender liegt jedoch nur bei knapp 300 000, erklärte BRK-Vertreter Georg Götz. Dabei sei die Spendenbereitschaft in den städtischen Bereichen deutlich geringer als auf dem Land. „Umso wichtiger ist Ihr Beitrag“, bedankte sich Götz bei den in der Stadthalle versammelten Spendern: „Sie sind Helfer im Stillen, weil Sie nicht wissen, wem Sie Leben retten.“ 

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Etwa 38 100 Blutspenden hat das BRK in Oberbayern 2018 verzeichnet. Der weibliche und männliche Anteil ist dabei fast identisch. Gela Allmann, Model und Bergsportlerin aus Indersdorf, hat wie Felix Brunner davon profitiert. Bei einem Fotoshooting in Island hatte sie den Halt verloren und war einen 800 Meter langen Hang hinab gestürzt. „Ich war mir sicher, sterben zu müssen“, sagte Allmann. Eiserner Wille sowie die Familie hätten ihr geholfen. „Und die Blutspenden.“ Das Motto „Schenke Leben, spende Blut“ empfinde sie als sehr zutreffend. 

Moderator Michael Sporer („Blickpunkt Sport“) führte zum sechsten Mal durch den Dankesabend. Auch er betonte die Wichtigkeit der Aufgabe: „Wir kämpfen für eine gute Sache und gegen Gleichgültigkeit.“ Die oberbayerischen Blutspender seien ein gutes Vorbild

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Die Geehrten aus dem Landkreis

Nikolaus Schöfmann (Geretsried, 175 Spenden), Anton Pfaller (Lenggries, 150), Johann Eberl (Bad Tölz, 125), Dr. Maria Volpert (Bad Tölz, 100), Lorenz Huppenberger (Königsdorf, 100), Claus Schaffer (Geretsried, 100), Rosemarie Hartmann (Geretsried, 100), Wolfgang Haase (Geretsried, 100), Günter Neumann (Geretsried, 100), Andreas Gerg (Greiling, 75), Rudolf Mühlhans (Benediktbeuern, 75), Roland Schmöller (Bad Heilbrunn, 75), Maik Ralf Rehse (Bad Heilbrunn, 75), Irmgard Öttl (Lenggries, 75), Thomas Fuchs (Bad Tölz, 75), Hubert März (Dietramszell, 75), Jakob Kühnl (Egling, 75), Anna Ursula Gollbeck (Münsing, 75), Heinrich Grau (Geretsried, 75), Hubert Schwaiger (Kochel am See, 75). 

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