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Im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben schon viele Wahlberechtige Briefwahl beantragt

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Von: Elena Royer

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Lieber zum Briefkasten als zur Urne will heuer offenbar eine Mehrheit der Wähler.
Lieber zum Briefkasten als zur Urne will heuer offenbar eine Mehrheit der Wähler. © dpa

Bei der Bundestagswahl am Sonntag wird ein Rekordanteil an Briefwählern erwartet. Das zeichnet sich auch in den Kommunen im Landkreis ab.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In vielen Kommunen im Landkreis haben schon über die Hälfte der Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen angefordert. „Von 2600 Wahlberechtigten haben bisher 1328 die Briefwahl beantragt, und es ist kein Ende in Sicht“, sagt Christine Wiedemann vom Bürgeramt der Gemeinde Wackersberg. Neben Corona kann sie sich noch weitere Gründe vorstellen.

Bürger schätzen die Ruhe zuhause

„Die Leute schätzen die Ruhe zuhause. Viele wissen vielleicht noch nicht, was sie wählen sollen, und können sich daheim in Ruhe entscheiden.“ Zudem, so mutmaßt sie, wollen sich wohl viele den Sonntag freihalten. Die Bearbeitung der Briefwahlanträge ist aktuell Wiedemanns Hauptbeschäftigung. „Einige Bürger kommen persönlich vorbei, um die Unterlagen abzuholen. Aber bei den postalischen Anträgen schauen wir, dass wir sie immer am selben Tag noch rausschicken.“

In Bad Tölz wurde die Anzahl der Briefwahllokale von drei auf acht erhöht, wie Wahlleiter Wolfgang Steger erklärt. „Wir haben zudem zwei Kolleginnen abgestellt, die sich ausschließlich um die Bearbeitung der Briefwahl kümmern.“ Von den insgesamt 13 345 Wahlberechtigten sind laut Steger bis jetzt 5944 Briefwahlanträge eingegangen. „Das sind 44,5 Prozent aller Wahlberechtigten.“ 2017 waren es von 13 275 Wahlberechtigten am Ende 3972, die per Brief wählten. Laut Steger wollen viele dem Andrang am Wahltag aus dem Weg gehen, um eine Ansteckung mit Corona zu vermeiden. Aber auch andere Gründe würden eine Rolle spielen. „Zudem ist es durch unser Online-Angebot mittlerweile auch sehr einfach, Briefwahl zu beantragen, ohne im Rathaus vorzusprechen.“

Corona habe Trend zur Briefwahl beschleunigt

Auch in Reichersbeuern bilden die Briefwähler schon mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten. „Von 4100 Wahlberechtigten haben wir mittlerweile 2200 Briefwahlanträge erhalten“, gibt Bürgermeister Ernst Dieckmann Auskunft. „Zu dieser Zeit hatten wir in der Vergangenheit noch nie eine so hohe Zahl.“ Dass der Trend zur Briefwahl geht, das sei laut Dieckmann schon vor der Pandemie erkennbar gewesen. „Corona hat das nur beschleunigt.“

In Königsdorf ist die Briefwahlbeteiligung eigentlich immer recht hoch, sagt Christine Jakobi, die Wahlleiterin der Gemeinde. „Zusätzlich merkt man, dass die Leute nicht gerne ins Wahllokal gehen. Die meisten nennen Corona als Grund.“ Wählten in Königsdorf bei der vergangenen Bundestagswahl noch 978 von 2389 Wahlberechtigten per Brief, sind es heuer mit bislang 1324 Briefwahlanträgen von 2400 Wahlberechtigten mehr.

„Leute sind bequemer geworden“

„So viele Briefwähler wie heuer hatten wir noch nie“, sagt auch Markus Pleyer vom Bürgerbüro der Gemeinde Bad Heilbrunn. Dort haben bislang 1495 von 2961 Wahlberechtigten die Briefwahl beantragt. „Ich glaube, das liegt nicht nur an Corona“, so Pleyer. „Viele Leute sind auch bequemer geworden und wollen in Ruhe wählen.“

In Geretsried werden heuer 17 316 Wahlberechtigte zur Urne gebeten. „Bislang sind 7489 Briefwahlanträge bei uns eingegangen“, sagt Thomas Loibl, Sprecher der Stadt. „2017 hatten wir 4891 tatsächliche Briefwähler. Wir verzeichnen bei dieser Wahl also eine deutliche Steigerung.“

Zurzeit bearbeitet eine bestimmte Anzahl an Schaltern im Einwohnermeldeamt Geretsried nur Briefwahlanträge. Außerdem wurde für den Wahltag ein zusätzliches Briefwahllokal eingerichtet.

In Wolfratshausen haben ebenfalls schon über die Hälfte der wahlberechtigten Einwohner die Briefwahlunterlagen angefordert. Nach Auskunft des stellvertretenden Wahlleiters Michael Nussbaumer waren es bis Dienstag 7292 Anträge bei 13 383 Wahlberechtigten. 2017 gaben knapp 5000 Wolfratshauser ihre Stimme per Briefwahl ab.

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