Bargeld ist seit dem Corona-Ausbruch nicht mehr im Trend. 
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Bargeld ist seit dem Corona-Ausbruch nicht mehr im Trend. 

Auswirkungen der Corona-Krise 

Bargeldloses Zahlen erlebt einen Boom

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Bargeld- und Kotaktloseszahlen sowie Online-Banking erlebt seit Ausbruch der Corona-Krise im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen einen regelrechten Boom. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Corona-Krise betrifft im Landkreis nahezu jeden Lebensbereich. Auch die Banken haben in vielerlei Hinsicht eine Veränderung am Kunden-Verhalten feststellen können. Die Deutschen hängen hartnäckig an ihrem Bargeld. Was langwierige Überzeugungsarbeit der Banken nicht schaffte, erledigte Covid-19 ganz nebenbei. Das hygienisch unbedenkliche bargeldlose Zahlen und das Online-Banking erleben seit der Ausbreitung der Pandemie einen Boom.

Auch wenn es laut Willi Streicher, Sprecher der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, schon vor der Pandemie einen Anstieg von Anträgen für Online- und Telefon-Banking gegeben habe, verstärkte sich dieser Trend in den vergangenen Wochen enorm. „Wir haben das Kunden-Servicecenter personell aufgestockt“, sagt er.

Was langwierige Überzeugungsarbeit der Banken nicht schaffte, erledigte Covid-19 ganz nebenbei

Auch bargeldloses Zahlen erfreut sich seit Ende März immer größerer Beliebtheit. „Kontaktlos bezahlen war plötzlich der Renner, nicht zuletzt durch die Hygienevorschriften“, erklärt Streicher. Bei vielen Händlern habe es einen regelrechten Durchbruch des bargeld- und kontaktlosen Bezahlens gegeben. „Deshalb stieg auch die Nachfrage von Händlern nach Zahlungsterminals“, berichtet der Sprecher. Dass Sparkassenkunden mit ihren EC-Karten und Smartphone-Anwendungen vorbereitet waren, „erleichterte die Umstellung“, sagt Streicher. Das Ein- und Auszahlen von Bargeld am Schalter und Automaten ist bei den Kreis-Sparkassen etwa im April um fast 40 Prozent zurückgegangen.

Von ähnlichen Erfahrungen berichtet Andreas Gams, Bereichsleiter Marketing der Raiffeisenbank im Oberland. „Wir haben sehr viele Anträge für Online- und Telefonbanking erhalten.“ Zu Beginn der Krise sei die Nutzung der Geldautomaten wesentlich höher als normal gewesen. Das lasse sich darauf zurückführen, dass viele Kunden mehr Geld als sonst abgehoben haben, um seltener eine Filiale aufsuchen zu müssen. Mittlerweile sei diesbezüglich laut Gams wieder Normalität eingekehrt.

Beratung in Filialen nach wie vor noch gefragt 

Die Beratung vor Ort, sei auch während des Shut-Downs vielen Kunden wichtig gewesen, berichtet Gams. „Wir hatten spezielle Corona-Sprechzeiten.“ Aufgefallen sei, dass sich die Beratungsgründe geändert haben. „Die Themen Geldanlage und Geldsparen sind hochaktuell geworden“, bemerkt Gams.

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Bärbel Kellnberger, Filialdirektorin der Münchner Bank in Bad Tölz, hat nur zeitweise eine Veränderung im Kundenaufkommen bemerkt: „In der Zeit der Ausgangsbeschränkungen haben weniger Kunden unsere Filiale besucht und uns stattdessen telefonisch oder per Videochat kontaktiert.“ Dann seien die Kunden nach und nach wieder wie früher gekommen.

Der Trend wird wohl anhalten 

Anfang März abrupter Anstieg an Bargeldabhebungen habe nach etwa einer Woche nachgelassen. Auch die Münchner Bank verzeichnete einen Boom beim kontaktlosen Zahlen. Nicht zuletzt durch die Empfehlungen der Politik und der Virologen habe der bargeldlose Zahlungsverkehr sowohl bei Verbrauchern als auch bei Händlern an Akzeptanz gewonnen. Dieser Trend, so Kellnberger werde wohl anhalten.

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Eine „dreifache Steigerung der Online-Banking Registrierungen“ hat schließlich die HypoVereinsbank Bad Tölz beobachtet. „Für die Mobile-Banking-App gab es im März und April über 135 000 Downloads“, teilte die Bank auf Anfrage mit. Zudem würden laut Angaben des Geldinstituts über 90 Prozent aller Transaktionen papierlos oder digital beauftragt werden. In puncto Bezahlung spiegelt auch die Tölzer Commerzbank den neuen Trend: „Allein im ersten Quartal 2020 stieg der Anteil der berührungslosen Bezahlvorgänge unserer Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent.“

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