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Ungewöhnlicher Ort : Inmitten von haufenweise Müll hat ein Blässhuhn am Tölzer Stausee sein Nest gebaut und zieht seine Jungen groß.

Ungewöhnlicher Nistplatz

Im Müll entsteht neues Leben

Da fehlen einem wirklich die Worte: Was da alles durch die Isar am Isarstausee-Kraftwerk in Bad Tölz angespült wird. Neben vielen Plastikflaschen, Holzschrott und Bällen hat sich hier auch ein Blässhuhn mit seinen Küken niedergelassen.

Bad Tölz – Da fehlem einem wirklich die Worte: Was da alles durch die Isar am Isarstausee-Kraftwerk in Bad Tölz angespült wird. Neben vielen Plastikflaschen, Holzschrott und Bällen hat sich hier auch ein Blässhuhn mit seinen Küken niedergelassen.

Dass es sein Nest am Stausee baut, sei für diese Art von Wasservogel nicht besonders ungewöhnlich, sagt der Kreisgruppenvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), Walter Wintersberger. „Ins Wasser ragende Stöcke und von Büschen hängende Äste am Gewässerrand stellen den typischen Lebensraum der Vögel dar.“ Außerdem sei diese Art am Isarstausee weit verbreitet. Dass sich der Wasservogel sein Nest aber auf Müll baut, hört er selbst zum ersten Mal. Das Tier identifiziere den Müll wohl gar nicht als Müll, sondern lediglich als relativ feste Unterlage im Wasserbereich, so seine Vermutung. „Der Müll muss jedoch schon ein paar Tage dort gelegen haben. So ein Nest entsteht schließlich nicht innerhalb von einem Tag“, sagt Wintersberger.

Bis die Küken vollständig geschlüpft sind, warten die Stadtwerke noch mit der Beseitigung des Mülls. Das kann vielleicht schneller gehen, als man denkt: „Blässhühner sind Nestflüchter. Sie gehen sofort aufs Wasser und picken selbstständig. Das Nest sollte dann keine große Rolle mehr spielen“, so Wintersberger. Angst, dass die Jungen Müll verschlucken, habe er nicht, vielmehr bereiten ihm Plastikverpackungen und Netze Sorgen: „Die Tiere könnten sich mit ihren Füßen in Schnüren oder beispielsweise Zitronennetzen verheddern.“

Um die Lage am Stausee besser einschätzen zu können, will sich Walter Wintersberger selbst ein Bild vor Ort machen.

Maximilian Thoma

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