Der Lenggrieser Nikolaus
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Der Lenggrieser Nikolaus wird heuer nur acht Kinder besuchen, viel weniger als sonst.

Dienste werden angeboten, aber in abgespeckter Form

Wegen Corona: Der Nikolaus wartet heuer hinterm Gartenzaun

In wenigen Tagen ist Nikolaus – doch auch hier läuft heuer vieles anders und ungewohnt ab. Wer Nikolausdienste anbietet, verzeichnet in diesem Jahr weniger Anfragen und wird den Besuch nur unter besonderen Bedingungen absolvieren.

Bad Tölz/Kochel am See/Lenggries – „Trotz erschwerter Bedingungen führen wir auch in diesem Jahr die beliebten Nikolausdienste durch“, sagt Katharina Gabriel, die stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union (JU) Kochel. Schon im Oktober seien die ersten Anfragen eingegangen, dabei hatte man da noch gar keine Werbung dafür gemacht. „Trotzdem sind es heuer insgesamt weniger Besucher“, sagt Gabriel. Heuer werde einiges anders sein. „Direkten Kontakt werden wir vermeiden.“ In Kochel denkt man derzeit auch über Alternativen nach. „Wir überlegen, einen Spaziergang anzubieten. Der Nikolaus geht dabei durchs Dorf und schaut durchs Fenster rein.“

Tölzer Nikolaus und Krampus besuchen heuer nur Bekannte und Freunde

Nepomuk und Leander Poschenrieder, die vor allem in Tölz ihren Dienst als Nikolaus und Krampus anbieten, besuchen heuer nur Freunde und Bekannte, und auch das nur mit Abstand. „Nikolaus ist ein Familientag, da kommen ja oft viele Menschen zusammen“, sagt Nepomuk Poschenrieder. Ihnen sei bewusst, dass private Feiern ein besonders großes Risiko bergen, die Infektionszahlen in die Höhe zu treiben. „Wir wollen mit unseren Besuchen nicht dazu verleiten, ein unnötiges Risiko einzugehen“, sagt Leander Poschenrieder. Insgesamt, sagen die Poschenrieders, habe man heuer merklich weniger Anfragen bekommen. Sieben Familien haben sie den Zuschlag gegeben, anderen wurde abgesagt. Die Besuche werden heuer im Freien stattfinden. Masken kommen für sie aber nicht in Frage. „Wir stellen uns lieber hinter den Gartenzaun und vereinbaren mit den Eltern, dass sie die Geschenke übergeben“, sagt Nepomuk Poschenrieder. Für die Eltern sei das kein Problem. „Die ziehen alle gut mit, wenn es um Auflagen und Beschränkungen geht“, sagt Leander Poschenrieder.

Der Lenggrieser Nikolaus setzt auf Abstand und frische Luft

Auch für den Lenggrieser Nikolaus Klaus Wiedemann, geht durch eine Maske der Draht zu den Kindern verloren. „Ich werde nur ohne Maske auftreten“, sagt Wiedemann. „Mit Abstand und an der frischen Luft versteht sich.“ Probleme sehe er dabei nicht. Wiedemann verzeichnet heuer weniger Buchungen als sonst. „Aktuell habe ich acht Besuche geplant.“

Kann der Nikolaus auch digital auftreten? Für die JU Kochel kommt so ein Besuch, etwa über die Videoplattform „Zoom“, nicht in Frage. Anders sieht das für die Geschwister Poschenrieder aus. „Wir haben schon mal eine Familie über ,Zoom‘ besucht“, sagt Leander Poschenrieder. „Ausgeschlossen ist das für uns deshalb nicht.“ Schließlich sei das Wichtigste, den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Weitere Infos:

Wer Kontakt mit dem Kochler Nikolaus aufnehmen möchte, kann das unter Telefon 0 88 57/6 98 77 20 oder 01 60/90 20 93 03. Die Nikoläuse in Tölz und Lenggries nehmen keine weiteren Aufträge an. ana

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