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Ein Unbekannter gab sich als Mitarbeiter der Soko Höfen aus und versuchte, eine Rentnerin übers Ohr zu hauen.

Im Zusammenhang mit Königsdorfer Bluttat

Widerlich: Trickbetrüger will Doppelmord ausnutzen

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Dreister geht es kaum: Ein Trickbetrüger hat im Zusammenhang mit den Königsdorfer Doppelmorden versucht, eine Rentnerin über den Tisch zu ziehen.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Nach dem Doppelmord in Königsdorf steht eine Gemeinde unter Schock. Die Soko Höfen arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des Gewaltverbrechens, am Mittwochabend wird der Fall bei „Aktenzeichen XY“ aufgegriffen. Und gleichzeitig versuchen skrupellose Betrüger, die Situation für sich auszunutzen.

„Im konkreten Fall hatte sich der Täter am Montagabend bei einem Anruf unter Vorspiegelung einer falschen Rufnummer als Mitglied der Sonderkommission ausgegeben“, berichtet Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Offensichtlich wollte er so eine Rentnerin aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen um ihr Erspartes erleichtern. „Der Mann versuchte, mit falschen Details aus den Ermittlungen, die jeglicher Grundlage entbehren, einen Bezug zur Frau herzustellen, um dadurch an ihre Kontodaten zu gelangen.“ Allerdings war die Rentnerin glücklicherweise nicht so leichtgläubig. Sie reagierte genau richtig und verständigte die Polizei.

Es ist nicht das erste Mal, dass Betrüger mit dieser beziehungsweise einer ähnlichen Masche versuchen, an Geld zu kommen. Erst Mitte Februar erbeuteten Unbekannte so 200 Euro von einem Lenggrieser Rentner. Der 78-Jährige erhielt  einen Anruf von einem angeblichen Beamten der Polizeiinspektion Bad Tölz. Dieser bat ihn um Mithilfe, um eine Betrugsbande zu fassen. Da bei der Tölzer Polizei tatsächlich ein Beamter mit diesem Namen geführt wird und dieser dem Lenggrieser bekannt ist, wurde der Rentner nicht misstrauisch. In dem Gespräch wurde der Senior angewiesen, zuerst einen weiteren Kollegen anzurufen und dann nochmals einen anderen Kollegen. Letzterer forderte ihn auf, Überweisungen über die Western Union Bank vorzunehmen, was der Lenggrieser jedoch ablehnte. Daraufhin bat ihn der angebliche Polizist darum, zwei Paysafe-Cards im Wert von je 100 Euro zu kaufen. Das tat der Mann und übermittelte dem Trickbetrüger die Pin-Codes. 

Noch perfider die Masche, mit der es Unbekannte im Januar bei Seniorinnen in Tölz und Lenggries versuchten: Auch hier gaben sich die Anrufer als Polizisten aus, im Telefondisplay wurde hier zudem die eigentliche Notrufnummer 08041/110 angezeigt. Die 76-jährige Lenggrieserin und die 81-jährige Tölzerin reagierten aber besonnen. Weder tätigten sie die geforderte Überweisung, noch gaben sie Bankdaten preis.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang:

„Vorsicht! Fallen Sie nicht auf diese Machenschaften herein. Es ist nicht üblich, dass die Polizei im Allgemeinen und eine Sonderkommission der Kriminalpolizei im Besonderen derartige Anrufe tätigen. Niemals werden Polizeibeamte am Telefon Ihre Bankdaten abfragen. Melden Sie sich bei derartigen Anrufen sofort bei der richtigen Polizei und benutzen Sie dabei ruhig den Notruf 110.

Bilder: Zwei Tote nach Gewaltverbrechen in Königsdorf

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