Im Waldkindergarten Bad Tölz-Wackersberg ist genug Platz um Abstand zueinander zu halten. 
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Im Waldkindergarten Bad Tölz-Wackersberg ist genug Platz um Abstand zueinander zu halten. 

Corona-Lockerungen 

Die Rückkehr der Zwergerl

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Seit 25. Mai füllen sich die Kindergärten im Landkreis wieder. Zu den seit Beginn der Coronakrise zugelassenen „Notbetreuungskindern“ haben sich nun Vorschulkinder samt Geschwister und Kinder mit Förderbedarf gesellt. Pädagoginnen berichten vom neuen Alltag bei der Betreuung der Kleinsten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – So wie in allen Einrichtungen herrschte auch im evangelischen Kindergarten Arche Noah in Bad Tölz seit Mitte März ungewohnte Stille. Zumindest was das Lachen und Spielen vieler Kinder betrifft, die wegen der Pandemie zu Hause bleiben mussten.

Die Arche Noah hatte zwar eine Notbetreuung, doch davon machten pro Tag nur ein bis zwei Kinder Gebrauch. „Mittlerweile haben wir acht bis zwölf Kinder pro Gruppe“, erklärt Leiterin Maria Girmann. Die Eltern seien genügsam und verständnisvoll. „Es gibt immer noch einige, die aus Angst ihre Kinder daheim lassen“, sagt die Pädagogin. Die meisten Regeln seien „gut umsetzbar“. Die Gruppen bleiben geschlossen, sprich innerhalb des Hauses haben die Kinder keinen Kontakt zu den anderen Gruppen. Beim Essen wird auf mehr Abstand geachtet, und freilich werden regelmäßig Hände gewaschen. „Das haben wir aber schon lange vor Corona den Kindern beigebracht“, sagt Girmann. Auf Unverständnis stößt bei ihr, dass Waldkindergärten wieder in Vollbesetzung öffnen dürfen, dies gelte jedoch nicht für die Waldgruppe der Arche Noah. „Die Kinder haben sowieso keinen Kontakt zu den anderen Gruppen, die im Haus sind“, erklärt sie.

Eltern genügsam und verständnisvoll 

Sie sieht aber auch Vorteile: „Wir können nunmehr darauf bestehen, dass Kinder mit Krankheitssymptomen zu Hause bleiben.“ Ein weiterer Pluspunkt sei, dass vor der Pandemie die Gruppen mit bis zu 28 Kindern besetzt gewesen sind. „Das war einfach zu viel“, sagt Girmann.

Der Waldkindergarten Bad Tölz-Wackersberg hingegen darf seit vergangenem Montag regulär mit vollen Gruppen öffnen. „Wir haben durchschnittlich 15 bis 17 Kinder in der Gruppe. Früher waren es 21“, erklärt die Teamleiterin Stefanie Knott. Zuvor waren in der Notbetreuung nur zwischen zwei und acht Kinder pro Tag da. Zu den anderen Kindern haben die Betreuerinnen per Online-Morgenkreis den Kontakt aufrechterhalten. „Das war wirklich gut, alle Kinder haben nach wie vor Vertrauen zu uns“, sagt sie. Mittlerweile sei auch der Alltag zurückgekehrt: „Wir haben hier draußen immer viel Platz gehabt, daher ist es für uns weniger problematisch Abstand zu halten“, sagt Kott.

Während Shut-Down Kontakt  per Online-Morgenkreis 

Im Tölzer Maria-Montessori- Kindergarten sind momentan 45 von 117 Kindern zurück. Geschäftsführerin Annette Weber sagt: „Die Stimmung ist gut, man merkt, dass die Kinder froh sind, dass es wieder weitergeht.“ Trotzdem musste sie vor allem bei Kindern mit Förderbedarf einen Rückschritt verzeichnen. „Wir müssen bei manchen Kindern wieder von vorne beginnen, beispielsweise bei der Sprachförderung.“ Auch Hygienemaßnahmen mit Handdesinfektionsmitteln hätten bereits Probleme beschert. „Einige haben allergisch darauf reagiert. Bei selbst mitgebrachten Mitteln müssen wir überprüfen, ob diese zulässig sind“, erklärt sie. Andere Hygienemaßnahmen haben sie bereits spielerisch in den Alltag integriert. „Die Kinder singen während des Händewaschens ein langes Lied. In den Gängen gehen sie mit ausgestreckten Armen, dabei darf kein Kind das andere berühren. Das macht vielen Spaß, sie spielen Flieger“, sagt die Geschäftsführerin.

Hygienemaßnahmen spielerisch in Alltag integriert 

Auch in der katholischen Kindertagesstätte St. Kilian in Bad Heilbrunn ist die Stimmung gut. „Alle freuen sich, dass sie wieder kommen dürfen“, berichtet die Leiterin Dietlind von Plettenberg. „Wir kommen mit den Vorschriften gut zurecht.“, sagt sie. Anfangs sei es für die Kinder eine Umgewöhnung gewesen, dass ihre Eltern sie vor der Tür abgeben und dort abholen. „Das war die ersten Tage komisch, aber alle haben sich daran gewöhnt.“ Auch im Garten dürfen maximal drei von fünf Gruppen gleichzeitig spielen. „Wir gehen trotzdem viel raus, oft sind wir spazieren“, sagt die Kindergartenleiterin.

Alle Räume mussten umgebaut werden 

Martina Schmid, Leiterin des Greilinger Kindergartens mit der Kindertagesstätte Zauberapfel stand vor einer großen Herausforderung: „Wir haben normal ein offenes Konzept. Also keine festen Gruppen, sondern Funktionsräume“, erklärt sie. Das bedeutet, dass alle Kinder sich frei in allen Räumen aufhalten können. Dies habe das Team nun umbauen müssen, um die Kinder vorschriftsgemäß in festen Gruppen betreuen zu können. „Wir haben drei Tage alles umgebaut“, erklärt sie. Der Aufwand habe sich gelohnt. Seit Montag laufe alles „erstaunlich entspannt“. Selbst die anfängliche Skepsis, dass Kinder in der Eingewöhnungsphase Probleme haben könnten, bewahrheitete sich nicht. „Alle sind gut drauf und freuen sich, dass sie wieder kommen dürfen “, stellt Martina Schmid erleichtert fest.

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