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Die Stadt träumt davon, die Franzmühle als Zentrum für Jugendförderung und Vereine zu  nutzen.

Immobilien in Bad Tölz

Kloster an Diözese, Madlschule an Pfarrei, Franzmühle an Stadt

Bad Tölz – Gedankenspiele über eine große Immobilien-Rochade: Das Rathaus wartet auf ein Gutachten für die Bewertung der drei Immobilien.

Gemunkelt wurde darüber schon länger. Am Dientstag wurde nun am Rande der Sitzung des Finanzausschusses öffentlich, dass an den Gerüchten etwas dran ist. Zwischen Stadt Bad Tölz, Erzdiözese München-Freising und Pfarrei Maria Himmelfahrt könnte es zu einer großen Immobilien-Rochade kommen. Das Ergebnis: Die Stadt würde die Franzmühle bekommen, die Diözese das ehemalige Franziskanerkloster und die Pfarrei die Madlschule als Pfarrheim.

In der  Sitzung des Finanzausschusses gab Bürgermeister Josef Janker bekannt, dass sich die Stadt an einem Gutachten für die Bewertung der drei Immobilien beteiligen will.

Es war schon Traum des früheren Stadtpfarrers Rupert Berger, das über 100 Jahre alte Rückgebäude der Alten Madlschule am Frauenfreithof aus dem Besitz der Stadt zu erwerben und dort ein Pfarrheim einzurichten. Das scheiterte damals. Die Folge: Die Diözese baute die Franzmühle von einem Industriegebäude aufwändig zu einem Pfarrheim mit großem Pfarrsaal und Büros im Turm um. Das war vor einem Vierteljahrhundert.

Die Franzmühle, so sagte Pfarrer Peter Demmelmair gestern Abend, „ist für uns wertvoll, aber sie ist weit weg vom Zentrum“. Ihm gefällt die Idee, den Berger-Traum doch noch umzusetzen und in der Nähe der Kirche nicht nur ein Pfarrheim zu erhalten, sondern auch einen großen freien Platz. „Darauf könnte man ideal die zwei Primizen feiern, die heuer anstehen“, erläutert Demmelmair den Sinn.

Schon im August 2015 berichtete der Tölzer Kurier über diese alten Gedankenspielereien. Damals im Zusammenhang mit der Übernahme der Franzmühle durch die Diözese. Die kann mit der Immobilie, die im Tief- und Erdgeschoss nach wie vor von der Pfarrei genutzt wird, nicht allzu viel anfangen. Das könnte aber die Stadt, die schon länger auf der Suche nach einer neuen Unterkunft für ihre Jugendförderung ist und von einer Art „Haus für die Vereine“ träumt.

So wie Pfarrer Demmelmair spricht auch Bürgermeister Josef Janker von „Gedankenspielen“. Janker ergänzte das gestern im Ausschuss noch um den Satz: „Es gibt keine Denkverbote.“

Das habe er auch den Nutzern der Madlschule schon gesagt, die von den Gedankenspielereien erfahren haben und sich – erwartungsgemäß – dagegen aussprechen. Derzeit haben dort unter anderem die „Lust“, die „Komische Gesellschaft“, die Ballettschule und die Stadtkapelle ihre Heimstatt. Sie profitieren vom unverwechselbaren und kaum ersetzbaren Charme und Flair des ehemaligen Schulhauses. Wenn aus der Idee Ernst werden sollte, „muss aber umgebaut werden. Wir wollen uns ja nicht verschlechtern“, stellt der Pfarrer klar. Janker hat zu dem Thema schon einmal gesagt, „dass wir auf jeden Fall eine gemeinsame Lösung mit den Vereinen anstreben“.

Teil drei des großen Immobilien-Karussells ist das Kloster. Stadtpfarrer Demmelmair bestätigte gestern noch einmal, dass Generalvikar Peter Beer Interesse am Erwerb des Klosters hat. Eine sinnvolle Nutzung des Gotteshauses sei nur mit dem früheren Kloster denkbar.

Das kann die Stadt durchaus nachvollziehen, die nun ein Wertgutachten für alle drei Immobilien abwarten will. Eines hatte Bürgermeister Josef Janker aber schon klargestellt: Das Rathaus möchte unbedingt, dass die von der Stadt angesiedelte soziale Nutzung im Franziskuszentrum mit Caritas, Mehrgenerationenhaus und Tölzer Garten möglichst langfristig erhalten bleibt.

Christoph Schnitzer

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