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Gegendemo am 10. Januar in Bad Tölz: „Impfgegnern nicht das Feld überlassen“

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Mit Kerzen, Teelichtern und Laternen zogen am Montag etwa 500 Versammlungsteilnehmer durch Bad Tölz.
Jeden Montag ziehen Gegner der Corona-Maßnahmen durch die Tölzer Marktstraße. Angemeldet sind die Proteste nicht. © ARP/Archiv

Rund 500 Kritiker der Corona-Maßnahmen zogen am Montag durch die Tölzer Marktstraße. Erneut war der Protest nicht angemeldet. Am 10. Januar gibt es nun eine - angemeldete - Gegendemonstration.

Bad Tölz/Lenggries – Die vorgeblichen „Spaziergänge“ – in Wirklichkeit unangemeldete Demonstrationen gegen die Corona-Politik –, zu denen sich montags hunderte Menschen mit Kerzen in der Hand in der Marktstraße versammeln, erfahren zunehmend Gegenwind. Für kommenden Montag, 10. Januar, hat nun der Tölzer Andreas Richter eine Gegendemonstration angemeldet. Die Teilnehmer, so der Plan, sollen statt der Kerzen ihre Impfpässe in der Hand halten.

Gegendemo beim Landratsamt angemeldet

Das erste Zeichen wollte Richter bereits mit der ordnungsgemäßen Anmeldung beim Landratsamt setzen. „Wir wollen das auf dem normalen Rechtsweg machen und keine verschwörerischen Verabredungen auf Telegram treffen“, betont er.

Seine Motivation: „Wir wollen den Impfgegnern und Coronaleugnern nicht das Feld überlassen. Denn wir sind die Mehrheit, und im Endeffekt wird uns durch Impfgegner der Rückweg ins normale Leben versperrt.“

Gegendemonstranten treffen sich zur selben Zeit wie die „Spaziergänger“

Eine Demonstration für die Impfpflicht solle es nicht direkt werden, sagt Richter, „aber für eine freiwillige Impfung und dafür, dass die Leute überlegen, wer hier die Gesellschaft spaltet“. Nur wenn sich nicht genug Menschen freiwillig impfen lassen würden, führe das in logischer Konsequenz zu einer Impfpflicht.

Die Teilnehmer treffen sich um 18.30 Uhr am Marienbrunnen. Gleichzeitig setzen sich in der Regel die „Spaziergänger“ am Schloßplatz in Bewegung. Eine Konfrontation möchte Richter nicht provozieren, für Gespräche „auf sachlichem Niveau“ sei er aber offen. Eine Abschlusskundgebung oder ähnliches ist nicht geplant. Wer will, kann Plakate mitbringen, im Wesentlichen soll die Versammlung aber ebenso ruhig ihre Haltung zum Ausdruck wie die Kerzenträger. Die Teilnehmer sollen FFP2-Masken tragen. Rund um Richter gibt es einige weitere Mitstreiter. Wie viele Menschen kommen werden: Da lässt sich der Tölzer überraschen. Angemeldet hat er eine Versammlung mit 250 Teilnehmern.

500 „Spaziergänger“ in Bad Tölz, 85 in Lenggries

Auch am vergangenen Montag gab es in Bad Tölz einen „Spaziergang“, an dem nach Schätzung der Polizei etwa 500 Menschen teilnahmen, „großteils unter Einhaltung der Mindestabstände“, wie es heißt. Wie in den vergangenen Wochen war die Demonstration nicht angemeldet, ein verantwortlicher Versammlungsleiter auch dieses Mal nicht auszumachen. Das gleiche galt für einen „Spaziergang“ in Lenggries, an dem laut Polizei 85 Personen teilnahmen.

An beiden Orten lief laut den Beamten alles ruhig und geordnet ab. Einen Platzverweis sprach die Tölzer Polizei lediglich gegen einen betrunkenen Pöbler aus, der die Demonstranten beschimpfte.

Religiöse Gruppe verteilt Bücher am Winzerer

Am Winzerer-Denkmal selbst hatte zudem eine religiöse Gruppe Stellung bezogen und verschenkte das Buch „Der große Konflikt“ von Ellen Gould White (1872-1915), die Mitbegründerin der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten war. Der Inhalt des Buchs laut Internet: „Auf biblischer Grundlage wird hier der Konflikt beschrieben, in den wir alle hineingestellt sind: der Kampf zwischen Christus und Satan!“ Die Polizei untersagte die Verteilung der Bücher.

Eine Handvoll Gegendemonstranten wird beschimpft

Eingefunden hatte sich auch eine Handvoll Gegendemonstranten. Eines ihrer Plakate zeigte einige Spatzen – und die Aufschrift: „Eine Coronainfektion ist kein Spatziergang“. Auf einem anderen war der Engel Aloisius abgebildet, der schimpfte: „Ziagd’s eich o und geht’s Impfn – Zefix! Do herobn kon i eich ned bracha.“ Von einigen „Spaziergängern“ wurde die kleine Gruppe rüde angegangen. „Das sind die bezahlten Gegendemonstranten“, brüllte eine Frau. „Ein Mann ist auf mich zugekommen und hat gesagt, dass man mich aufhängen oder erschießen müsste“, schildert eine der Gegendemonstrantinnen. Die Polizei hat von diesen Vorkommnissen keine Kenntnis. ast/va

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