„Vor meinem Knecht Ruprecht muss man keine Angst haben“, versichert der Nikolaus im Gespräch mit dem Tölzer Kurier.

In Bad Tölz unterwegs

Auch der Nikolaus muss sich ab und zu ein Grinsen verkneifen

Der Nikolaus ist heute auch wieder in Bad Tölz unterwegs - zusammen mit seinem Knecht Ruprecht. Wirklich böse wird er selten. Im Gespräch mit dem Tölzer Kurier gibt der Nikolaus Einblicke in seine Tätigkeit.

Lieber Nikolaus, was waren die schönsten Erlebnisse in Ihrer Laufbahn?

Nikolaus: Ach, da hatte ich viele schöne Erlebnisse. Am schönsten ist es immer, wenn die ganze Familie mitsamt Großeltern da ist, und man merkt, dass man erwartet wird.

War auch mal etwas weniger schön?

Nikolaus: Ja. Früher passierte es schon mal, dass bei meinem und Knecht Ruprechts Besuch der Fernseher nebenher lief und der Vater nicht von der Couch aufgestanden ist. So etwas kommt heute aber nur noch ganz selten vor. Manchmal geht es jetzt sogar etwas zu pompös zu, da glaubt man, es ist schon Weihnachten. Wenn da die Großeltern, Tanten und Onkel alle Geschenke bringen, sammelt sich da ganz schön was an.

Jetzt sind Sie ja schon seit 1961 in Tölz unterwegs. Tragen Sie noch Mitra, Bischofsstab und Mantel aus Ihrer Anfangszeit?

Nikolaus: Nein, natürlich nicht. Damals haben wir sehr improvisiert. Die Mitra war zum Beispiel aus „Bappadeckel“ geklebt. Inzwischen ist der Bischofsstab mit Blattgold versehen, und ich trage einen prunkvollen Mantel. Außerdem habe ich auf meinen zahlreichen Besuchen längst meine Schuhe durchgelaufen. Da habe ich neue. Die sind rot mit goldenen Schnallen. Auch der Knecht Ruprecht hat ein Paar ordentliche neue Stiefel bekommen und auch eine Fellmütze, damit er nicht friert.

Verstehen Sie sich eigentlich gut mit dem Knecht Ruprecht?

Nikolaus: Selbstverständlich, er ist mein treuer Begleiter. Ohne ihn habe ich es nicht leicht. Da muss ich das Goldene Buch, den Stab und die Geschenke gleichzeitig halten. Das wirkt dann auch mal tollpatschig. Vor meinem Knecht Ruprecht muss man keine Angst haben. Klar, er hat eine Rute, und die saust auch mal auf den Boden. Aber der Nikolaus und sein Knecht sind Personen, die den Kindern Freude machen, sie loben und aufmuntern.

Bekommen die Kinder denn auch mal richtig Ärger?

Nikolaus: Die Tadel ähneln sich. Wichtig ist, dass die Kinder sich mit ihren Geschwistern besser vertragen. Manche sollten sich abends mehr schicken, wenn sie ins Bett müssen, andere morgens nicht so rumtrödeln. Manchmal sind freilich besonders nette Sachen dabei. Da gibt’s einige Lausbubengeschichten, da muss ich mir unter meinem Bart dann schon mal beim Schelten das Grinsen verkneifen.

Die Fragen stellte Nora Linnerud. Die Antworten des Nikolaus übermittelte Ludwig Bernhard (74) aus Bad Tölz.

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