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G7 wirkt sich auf Straßenverkehr im Tölzer Land aus - Flugverbot gilt früher

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Von: Andreas Steppan

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Umleitungsschilder wie hier an der B472 bei Bichl sollen den Verkehr aus dem Raum Garmisch-Partenkirchen fernhalten. Autofahrer, die nach Österreich wollen, werden zum Grenzübergang am Achenpass gelenkt. Ausweis bereit halten und mehr Zeit einplanen Vor sieben Jahren sorgte G7 für gähnende Leere
Umleitungsschilder wie hier an der B472 bei Bichl sollen den Verkehr aus dem Raum Garmisch-Partenkirchen fernhalten. Autofahrer, die nach Österreich wollen, werden zum Grenzübergang am Achenpass gelenkt. © ARNDT PRÖHL

Das bevorstehende G7-Treffen in Elmau wirkt sich auch auf den Straßenverkehr im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus. Außerdem gilt an Brauneck und Blomberg ein Flugverbot

Update von 24. Juni, 16 Uhr:

Wegen des G7-Gipfels wurde ein Flugverbot verhängt, von dem auch Drachenflieger, Gleitschirmflieger oder Segelflieger betroffen sind. Es gilt in einem Radius von 56 Kilometern um den Veranstaltungsort Elmau und somit zum Beispiel auch am Blomberg und am Brauneck.

Wie die Polizei mitteilt, tritt das Flugverbot bereits am Samstag, 25. Juni, um 14 Uhr in Kraft und damit früher als bisher bekannt gegeben. Es dauert bis Dienstag, 28. Juni, um 24 Uhr. Der klassische „Linienflug“ nach Instrumentenflugregeln ist davon nicht betroffen. Unbemannte Luftfahrtsysteme, wie zum Beispiel Drohnen oder ferngesteuerte Flugmodelle dürfen in dieser Zeit in einem Radius von rund 19 Kilometern um Elmau nicht betrieben werden.

Ursprungsmeldung vom 22. Juni:

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein weltpolitisches Ereignis in unmittelbarer Nachbarschaft des Landkreises rückt näher: Beim G7-Gipfel in Elmau treffen sich von Sonntag, 26., bis Dienstag, 28. Juni die Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrieländer. Die Menschen in Bad Tölz-Wolfratshausen bekommen aktuell vor allem mit, dass sich die Region mehr und mehr mit Einsatzkräften der Polizei füllt. Auch sollten sich die Autofahrer auf Verkehrseinschränkungen einstellen.

Grundsätzlich, so teilt die Pressestelle des G7-Stabs der Polizei mit, werde der Raum Garmisch-Partenkirchen während der Gipfeltage erreichbar bleiben. Allerdings: Der überregionale Verkehr soll großräumig umgeleitet werden. Zu diesem Zweck wurden im Gebiet Garmisch-Partenkirchen/Mittenwald, aber auch im erweiterten Umfeld 20 Kontrollstellen eingerichtet, so die Polizei. Eine davon befindet sich auf der Autobahn A95 an der Ausfahrt Sindelsdorf in Richtung Garmisch-Partenkirchen. „An dieser Kontrollstelle wird der überregionale Durchgangsverkehr von der Autobahn A95 abgeleitet“, teilt ein Polizeisprecher mit. „Verkehrsteilnehmer, die aus persönlichen oder auch beruflichen Gründen in den Raum Garmisch-Partenkirchen möchten, können nach der Kontrolle über die A95 weiterfahren.“

Ausweis bereit halten und mehr Zeit einplanen

Auf Rückfrage des Tölzer Kurier teilt Landratsamt-Sprecherin Sabine Schmid mit, dass auch an der B11 in Einsiedl an der Einfahrt zur Forststraße sowie am Sylvensteindamm Kontrollstellen eingerichtet wurden – also auf den beiden Strecken durch den Landkreis, auf denen man ebenfalls Richtung Mittenwald fahren kann.

Die Polizei bittet die Autofahrer, spätestens ab Donnerstag ein gültiges Ausweispapier mit sich zu führen und bereit zu halten, damit die Kontrolle schneller abgewickelt werden kann. „Zudem wird empfohlen, für alle Fahrten mehr Zeit einzuplanen, da es zu Stauungen kommen kann“, so der Polizeisprecher.

Allgemein empfehle die Polizei aber dringend, insbesondere von Sonntag bis Dienstag auf nicht unbedingt notwendige Fahrten in den Raum Garmisch-Partenkirchen zu verzichten. Außerdem solle man auf Verkehrsmeldungen achten. Auf den Strecken, die von München nach Mittenwald führen, sei mit einer „starken Auslastung“ zu rechnen.

Das könnte auch für die B13 von Tölz in Richtung Lenggries/Sylvensteinsee und weiter auf der B307 in Richtung Achensee gelten. Denn auf diese Strecke werden die Autofahrer umgeleitet, die in Richtung Österreich wollen. Weiträumig aufgestellte Schilder weisen darauf hin, dass der Verkehr nicht über den Grenzübergang Mittenwald/Scharnitz rollen sollte. Stattdessen wird auf den Achenpass verwiesen. Die Schilder mit diesem Hinweis stehen im Landkreis in Bichl-Nord an der B472, in Bad Tölz an der B13 im Bereich Moraltverteiler, in Lenggries vor der Bretonenbrücke und am Sylvensteindamm.

Ist nun damit zu rechnen, dass während des Gipfels in der Region ein Verkehrschaos ausbricht? „Angst braucht davor keiner zu haben“, beruhigt der Chef der Polizeistation Kochel am See, Steffen Wiedemann. Bei schönem Wetter könne es natürlich sein, dass zum Beispiel am Kesselberg viele Ausflügler und Umfahrer zusammenträfen. Auch als der Verkehr zuletzt nach dem Bahnunglück bei Garmisch-Partenkirchen über Kochel umgeleitet wurde, sei das deutlich spürbar gewesen. Letztlich habe die Polizei auf dieser Strecke aber regelmäßig Tage mit großer Verkehrsbelastung zu bewältigen. „Das haben wir noch immer gebacken bekommen.“ Bei schlechtem Wetter könne sich der Andrang der Ausflügler schnell erledigen.

Vor sieben Jahren sorgte G7 für gähnende Leere

Ebenfalls denkbar ist, dass Tagestouristen die gesamte Region wegen des Gipfels ohnehin meiden. So war es vor sieben Jahren. Nach dem G7-Gipfel in Elmau im Juni 2015 berichtete der Tölzer Kurier: „Trotz des Kaiserwetters herrschte gähnende Leere an den beliebten Ausflugszielen.“

In anderer Hinsicht sorgt der G7-Gipfel auch wieder für freie Fahrt. Die Tölzer Stadtwerke haben nach Auskunft von Sprecherin Martina Geisberger bereits in diesem Frühjahr die Anweisung bekommen, dass bei allen Baustellen, die sich auf Staats- und Bundesstraßen befinden eine Woche vor, während und nach dem Gipfel die Oberfläche auf der Fahrbahn geschlossen und komplett befahrbar sein müsse. Deswegen pausiere nun die Baustelle an der Wengleinstraße, wo gerade Nahwärmeleitungen verlegt werden. „Alle anderen Baustellen der Stadtwerke Bad Tölz sind an städtischen Straßen und nicht von dieser Anweisung betroffen“, so Geisberger.

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Eine Form von Verkehr wird der Gipfel hingegen in jedem Fall zum Erliegen bringen: nämlich in der Luft. Von Sonntag, 8 Uhr, bis Dienstag, 24 Uhr, „dürfen in einem Radius von rund 56 Kilometern um den Veranstaltungsort Elmau keine bemannten Flüge nach Sichtflugregeln durchgeführt werden“, so der Polizeisprecher.

Dies gelte zum Beispiel für Drachenflieger, Gleitschirmflieger oder Segelflieger. In den Radius fallen die beliebten Gleitschirmflieger-Areale am Brauneck und am Blomberg. Der klassische „Linienflug“ nach Instrumentenflugregeln ist laut Polizei nicht betroffen.

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