Der Kirchsee ist öfter im Winter zugefroren.
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Der Kirchsee ist öfter im Winter zugefroren.

6 Fragen an die Kreiswasserwacht

Ingo Roeske: „Weiher im Tölzer Land schon begehbar“

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Ist das Eis auf den Gewässern im Landkreis schon tragfähig? Was sollte man tun, wenn man einbricht? Auskunft darüber gibt Ingo Roeske, Technischer Leiter der Kreis-Wasserwacht.

Wie tragfähig ist das Eis auf den Gewässern im Landkreis ?

Wenn man sich die Weiher im Tölzer Bereich anschaut, sind sie zum Großteil begehbar – auch wenn wir noch nicht die große Frostperiode hatten. Minus zehn bis minus 15 Grad wären ideal, um alles durchfrieren zu lassen. Auch im nördlichen Landkreis sind die Weiher bei acht bis zehn Zentimetern Eisdicke.

Wie erkennt man, ob ein Weiher ausreichend zugefroren ist?

Sie bohren ein Loch rein. Bei 10 zehn bis 15 Zentimetern Dicke ist das Eis tragfähig, auf jeden Fall für kleine Gruppen. Und der See sollte gleichmäßig zugefroren sein. Das kann man an hell und dunkel Verfärbungen erkennen. Aber es gibt keine Garantien, Eis ist ein Naturprodukt.

Vorsicht ist auf dem Sylvensteinspeicher geboten.

Gibt es in der Umgebung ein Gewässer, das als tückisch bekannt ist?

Nein. Vorsicht ist allerdings auf dem Sylvensteinspeicher geboten. Er friert schnell zu, hat aber auch Wasserspielgel-Änderungen. Es kann also sein, dass unter der Eisdecke Luft ist. Zu meiden sind auch die Isar und die Loisach.

Wie oft wird die Wasserwacht in einem normalen Winter zu einem Einsatz gerufen?

Ganz wenig. Wir haben zwei bis drei Alarmierungen pro Jahr, im letzten Winter mussten wir einen rausholen. Mehr wird es nur, wenn die großen Seen am Rand zufrieren, wie der Starnberger See. Die Bevölkerung hier ist so vernünftig, dass wir bisher wenig zu tun hatten. Deshalb gibt es von uns auch keine Warnungen, im Gegensatz zu den Nachbar-Landkreisen.

Wenig Alarmierungen im Landkreis

Wie lange dauert es, bis Sie am Einsatzort sind?

So ungefähr zehn Minuten - wir haben alle unsere Piepser. Zum Sylvenstein kann es länger dauern.

Wenn man doch einbricht: Wie verhält man sich am besten?

Wenn man selbst eingebrochen ist: Ruhe bewahren und schauen, dass man selbst so schnell wie möglich zurück aufs Eis kommt. Nach zehn Minuten setzen sonst Muskelkrämpfe ein. Am besten das Eis nicht punktuell belasten, sondern sich seitlich an die Kante heranschieben, sich mit Armen und Beinen draufschieben und dann wegrobben. Wenn das Eis dünn ist, wie ein Eisbrecher auf das Eis draufhauen. Und das Handy benutzen, wenn es noch funktionieren sollte.

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