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Till Krause präsentierte vor 50 Besuchern im „Binderbräu“ auf Leinwand die Kunstausstellung in der Wandelhalle, die am Sonntag wegen der Schneelast nicht betreten werden durfte.

Munterer Gedankenaustausch zum Abschluss der Ausstellung 

Inspirationsquelle im Badeteil: Gibt es einen „Brunnen für alle“ in Tölz?

Rund 500 Besucher lockte die Ausstellung „Ein Brunnen für alle“ in den vergangenen Wochen in den Tölzer Herderpark. Bei der Abschlussveranstaltung im „Binderbräu“ wurde nun lebhaft diskutiert.

Bad Tölz – Von der Tölzer „Herderquelle“ ist aktuell nur noch ein Metalldeckel neben der Wandelhalle sichtbar. Zur Frage, wie daraus „Ein Brunnen für alle“ werden könnte, ließen nun sechs Künstler ihrer Kreativität freien Lauf. Die Ergebnisse waren in den vergangenen Wochen in der Wandelhalle ausgestellt. Am Sonntag endete die Schau mit einem munteren Gedankenaustausch vor rund 50 Interessierten im „Binderbräu“. Anton Hoefter, Chef der Jod AG, wurde dabei mit einem überraschenden Vorschlag konfrontiert.

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Präsentiert wurde die Ausstellung von der „Galerie für Landschaftskunst“ unter der Regie des Tölzers Florian Hüttner. Neben Hüttner selbst hatten sich die Künstler David Brook, Stephan Dillemuth, Klara Hobza, Till Krause und Anna Schapiro der Herausforderung gestellt, sich innerhalb einer Woche Gedanken zum Thema Brunnen zu machen, eine Idee zu entwickeln, auszuführen und in der Halle aufzubauen. Die Ausstellung zog über 500 Besucher an.

Für die Abschlussveranstaltung allerdings hatte das Landratsamt die historische Wandelhalle wegen der Schneelast auf dem Dach für die Öffentlichkeit gesperrt. Stattdessen präsentierte Künstler Till Krause die Werke im Nebenzimmer des nahe gelegenen „Binderbräu“ auf Leinwand.

Die Bandbreite der Werke reichte von einem ganz kleinen Praxinoskop – einer Art historischem Filmbetrachter – von Klara Hobza bis zu einer umspannenden Installation von David Brook, der mit Schnüren und Holzlatten die unterirdischen Wasserströme im Isarwinkel symbolisiert hatte. Till Krause trug Fotos bei, auf denen jeweils eine nach oben gereckte Faust Wasser für Tiere und Pflanzen fordert, während Stephan Dillemuth die tatsächlich exakt 61,15 Meter tiefe Herderquelle in seiner Installation nach dem Beispiel der derzeit im Oberland aktuellen Bohrungen nach heißem Wasser „vertiefte“, bis schließlich heiße Luft wie aus einem Geysir nach oben schießt.

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Florian Hüttner hingegen hatte sich ein noch am Tölzer „Lindenhof“ existierendes unterirdisches Kanalbauwerk zum Vorbild genommen, das er im Maßstab 1:10 umsetzte. Damit wollte er an die Kanalisation erinnern, mit der englische Ingenieure vor über 100 Jahren das Badeteil für den Ansturm der Gäste rüsteten.

Im anschließenden Gedankenaustausch bezeichnete Stadtpfarrer Peter Demmelmair die Quelle als etwas „Großartiges“ und ein Bild Gottes. Konkreter wurde Anna Schapiro. Sie hatte einen Schenkungsvertrag entworfen, durch den der ebenfalls anwesende Anton Hoefter die Herderquelle den Künstlern für 500 Jahre zur Gemeinwohl orienterten Nutzung überlassen sollte.

Ehe dann doch noch die seit Jahrzehnten belastete Beziehung zwischen der Jodquellen AG und der Stadt Bad Tölz kurz zur Sprache kam, meinte Hoefter, einen solchen Vertrag könne er ohne Rücksprache mit dem Rathaus nicht unterschreiben. Schließlich sei Bad Tölz Großaktionär der Jod AG.

Ganz ernst wollten die Künstler ihren Vertragsentwurf aber doch nicht verstanden wissen. Till Krause betrachtete die Ausstellung und die Kunstwerke vielmehr „als Impuls, eine Haltung, an der wir weiter arbeiten sollten“. Schließlich sprach ein Besucher noch die Möglichkeit an, den „Brunnen für alle“ als Schulprojekt weiterzuführen, was auf allgemeine Zustimmung stieß. (Karl Bock)

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