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Am Kranzer soll das interkommunale Gewerbegebiet entstehen. Momentan stehen auf einem Teil der künftigen Flächen die Mobilheime für Asylbewerber.

Interkommunales Gewerbegebiet 

Zersiedelung oder Erweiterung?

Reichersbeuern/Bad Tölz/Greiling –  Seit gut einem Jahr sind die Pläne für ein interkommunales Gewerbegebiet auf dem ehemaligen US-Schießplatz bekannt. Im Hintergrund werden derzeit die Planungen rechtlich abgeklopft. Ein Problem etwa: das Anbindungsgebot.

Überregionale Initiativen sind sparsam gesät bei Gewerbegebieten. Wenn es um den eigenen Vorteil geht, endet der Blick meist an der Gemeindegrenze. Umso bemerkenswerter ist die Initiative, die federführend der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann zusammen mit seinen Kollegen Josef Janker aus Tölz und Anton Margreiter aus Greiling angestoßen hat. Auf dem 70 bis 100 Hektar großen ehemaligen Schießplatz der Tölzer SS-Junkerschule und später der Flint-Kaserne soll ein gemeinsames, zwölf Hektar großes Gewerbegebiet „Am Kranzer“ entwickelt werden.

Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann

Dafür wurde im Sommer ein Zweckverband ins Leben gerufen, der die Interessen der Kommunen bündelt. Im späten Frühjahr wird es das nächste Treffen der zehn Mitglieder geben.

Derzeit werden im Hintergrund planungs- und naturschutzrechtliche Fragen geprüft. Ein Beispiel ist das Anbindungsgebot, das im Sinne einer höheren Landesplanung eine Zersiedelung der Landschaft verhindern will, dies aber bei Weitem nicht immer schafft. Im Tölzer Stadtrat werden als Negativbeispiele gerne das Kochler Gewerbegebiet Pessenbach und die Abfüllanlage des Brauhauses Tegernsee an der Kreuzstraße genannt.

Ist die Gefahr der Zersiedelung bei den Flächen „Am Kranzer“ nicht auch gegeben? „Das ist eine Frage, die gerade geprüft wird“, sagt Dieckmann als Sprecher des Zweckverbands. Er selbst hat eine andere Auffassung. „Das ist ja keine grüne Wiese mehr.“ Zudem gebe es bereits ein bestehendes kleines Gewerbegebiet, wo ein Erdenwerk, eine Bausschuttrecycling-Anlage sowie eine Biogasanlange arbeiten. Es handle sich also eher, so sagt auch der Tölzer Bürgermeister Josef Janker, „um eine Erweiterung“.

Mobilheime dürfen nur maximal drei Jahre stehen

Eine der zu klärenden Fragen ist auch die exakte Definition der Flächen, die für das neue Gewerbegebiet in Frage kommen sollen. Momentan steht bei der Gemeinde Reichersbeuern die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge „Am Kranzer“ ganz oben auf der Agenda. Die Fläche, wo jetzt neben dem alten Jagdhaus 40 Mobilheime etwa 240 Flüchtlinge aufnehmen können, wird künftig „mit großer Sicherheit“ (Dieckmann) zum Gewerbegebiet gehören. Die Häuschen dürfen dort nur maximal drei Jahre stehen bleiben.

Derzeit gehört der Grund noch der Familie Schoeler, die das ganze Areal seinerzeit vom Rechtsnachfolger der Amerikaner, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, erworben hat. Dieckmann nannte keine Zahlen. Man habe aber frühzeitig geklärt, dass „wir keine utopischen Preise bezahlen werden“.

Wird das Thema Altlasten auf einem ehemaligen Schießplatz kein großes Problem darstellen? Natürlich sei das etwas, „was wir uns auf einer Konversionsfläche anschauen müssen“, sagt das Reichersbeurer Gemeindeoberhaupt. Es gebe derzeit nur Einschätzungen und Sanierungsgutachten für Teile des riesigen Geländes. Dieckmann selbst hat aber nicht die Sorge, dass es sich um „Kampfmittelrückstände“ handeln werde. Er sieht eher die Gefahr von Ölrückständen und eventuell Müll, der früher dort entsorgt wurde.

Christoph Schnitzer

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