Die Gelbe Tonne wird 2018 im landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen eingeführt.

Interview zur Umstellung des Müllsystems

„Die Gelbe Tonne wird kostenlos sein“

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Wertstoffinseln sorgen oft für ziemlichen Ärger: Unrat wird vor statt in den Sammelbehältern abgeladen, die Inseln schauen dementsprechend aus. Das könnte aber bald der Vergangenheit angehören: Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das bisherige Bringsystem abzuschaffen. 

Ab 2018 sollen die Bürger ihre Wertstoffe einfach in eine Gelbe Tonne werfen können. Welche weiteren Änderungen das mit sich bringt, beantwortet Reiner Späth, Chef des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsunternehmens (AWU).


Herr Späth, ist die Einführung der gelben Tonne ab 2018 eigentlich schon ganz sicher, oder kann da noch was dazwischen kommen?

Reiner Späth: Mit der Entscheidung im Verwaltungsrat und im Kreistag sind seitens des Abfallwirtschaftsunternehmens die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Auch das für uns zuständige duale System hat zugestimmt und die Angelegenheit im Arbeitskreis „Ausschreibung der dualen Systeme“ vorgestellt, ohne dass Einwendungen erhoben wurden. Was noch fehlt, ist die Umsetzung in das notwendige Vertragswerk, also die Anpassung der Abstimmungsvereinbarung zwischen AWU und dualem System. Ich gehe aber davon aus, dass es daran nicht mehr scheitern wird.

Kostet eine zusätzliche Tonne nicht auch zusätzliches Geld? Sprich: Steigen ab 2018 die Müllgebühren?

Späth: Eine zusätzliche Tonne will natürlich finanziert werden. Das Sammelsystem für Leichtverpackungen allerdings wird – übrigens auch jetzt schon – aus den Lizenzeinnahmen der dualen Systeme finanziert, die die Hersteller und Vertreiber von Verpackungen für deren Inverkehrbringen zahlen. Das heißt, die Kosten für die Tonne haben die Bürger bereits mit dem Einkauf der verpackten Ware bezahlt. Die gelbe Tonne wird daher kostenlos sein. Allerdings wird die Abkehr von der Nutzung der Wertstoffhöfe dazu führen, dass Einnahmen, die das AWU bisher für deren Mitbenutzung erzielt, wegfallen werden. Eventuell werden auch Restabfallbehälter abgemeldet. Im Gegenzug wird die Restabfallmenge sinken, wenn das System von den Bürgern aktiv angenommen wird. In der Summe rechnet das AWU mit Mindereinnahmen in einer Größenordnung von zwei Prozent des Gebührenaufkommens. In die Gebührenkalkulation fließen aber auch eine Vielzahl anderer Kosten und Erlöspositionen ein, daher lässt sich derzeit noch nicht sagen, wie sich die Änderung zum 1. Januar 2018 auswirkt. Aber natürlich ist es richtig, dass die fehlenden Einnahmen aus der Verpackungsabfall-Erfassung die Gebührenzahler langfristig belasten werden.

Was ist mit den Menschen, die einfach keinen Platz für eine vierte Tonne haben? Die Wertstoffinseln werden ja aufgelöst...

Späth: In der Diskussion war es immer ein wichtiger Punkt, dass es für Fälle, die keine Möglichkeit haben, eine gelbe Tonne aufzustellen, eine Reservelösung geben muss. Darum wird es weiterhin an den Wertstoffhöfen Abgabemöglichkeiten geben.

Ist die Recyclingquote bei Gelben Tonnen beziehungsweise -Säcken nicht viel niedriger als beim jetzigen Tölzer System?

Späth: Die dualen Systeme veröffentlichen jährlich einen Mengenstromnachweis, in dem sie den Verbleib der Verpackungsabfälle offenlegen. Allerdings wird dieser nicht gebietsbezogen oder nach der Art des Erfassungssystems erstellt. Darum ist diese Frage nicht mit klaren Zahlen zu beantworten. Ich gehe davon aus, dass die prozentuale Quote der stofflich verwerteten Abfälle durch die sortenreine Erfassung beim bisherigen System höher war. Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass die abgegebene Menge von Leichtverpackungen bei Bringsystemen wie dem unseren deutlich unter der von Holsystemen liegt. Das heißt, da ab 2018 voraussichtlich deutlich mehr Wertstoffe in der Gelben Tonne landen als heute an den Wertstoffinseln, wird die stofflich verwertete Menge in absoluten Zahlen sicher steigen.

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