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Beliebte Isar: Das Ziel des Netzwerks ist es, „das obere Isartal vom Sylvensteinstausee bis Wolfratshausen freizeit- und fachsportlich zu nutzen und zugleich in seiner ökologischen Einzigartigkeit zu erhalten“. 

Leben mit dem Wildfluss

Isar-Netzwerk geht online

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Bad Tölz - Die Isar nutzen, aber verantwortungsvoll und naturverträglich mit dem Wildfluss umgehen: Das fordert das Netzwerk Isar. Mit einer neuen Homepage wollen die Interessengruppen Bootsfahrer ansprechen, aber auch alle anderen Freizeitnutzer.

Fünf große Bilder zeigen auf der Internetseite www.netzwerk-isar.com, was die Isar so wertvoll macht. „Es ist einzigartige Natur, man denkt, dass man nicht in Deutschland, sondern in Kanada ist“, sagt Robert Wenzelewski. Der Erlebnispädagoge setzt sich in der Jugendbildungsstätte Königsdorf für einen vernünftigen Umgang mit dem Wildfluss ein.

Ein Boot nach dem anderen fährt an Sommerwochenenden die Isar hinab. Verbieten will das Netzwerk Isar das nicht – im Gegenteil. „Wünschenswert wäre, dass alle die Isar so nutzen, dass wir sie noch sehr, sehr lange genießen können“, sagt Wenzelewski. Zum Netzwerk Isar gehören neben der Jugendbildungsstätte auch der Bayerische Kanuverband und kommerzielle Bootsunternehmen wie Snow and Raft, Montevia oder Ferien und Freizeit Isarwinkel.

Mit der neuen Internetseite wollen sie ein Bewusstsein für die Kulturlandschaft schaffen. „Ich hoffe, dass alle, die an die Isar gehen, Informationen finden“, sagt Wenzelewski. Auf der Internetseite stellt das Netzwerk unter anderem die freiwillige Selbstverpflichtung vor, die inzwischen elf Organisatoren von Bootstouren unterschrieben haben (wir berichteten). Darin bekennen sie sich zu Verhaltensregeln, etwa keinen Müll in der Natur zu hinterlassen oder auf die Vogelschutzsperrungen auf den Kiesbänken zu achten.

Außerdem bietet die Seite aktuelle Informationen für Bootsfahrer. Derzeit wird auf die Bauarbeiten an der Isarbrücke am Sylvenstein hingewiesen. Dort können Bootsfahrer nicht einsteigen. Auch dringende Geschäfte sind ein Thema. „Bootsanbieter wurden in letzter Zeit immer wieder darauf hingewiesen, dass in Arzbach vermehrt Büsche und Bäume als Toilette benutzt werden“, sagt Wenzelewski. Die Bootsanbieter selbst nutzen öffentliche Toiletten am Ein- und Ausstieg, nun hofft das Netzwerk so die Verantwortlichen zu erreichen.

„In der ersten Woche hatten wir bereits über 700 Zugriffe.“ Inzwischen kommen über diesen Weg auch immer mehr Anfragen an das Netzwerk. Wenzelewski hofft, dass sich noch mehr Menschen vernetzen. „Es gibt so viele, die sich für die Isar engagieren, aber es ist besser, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Bootfahren auf der Isar führt immer wieder zu Streit. Durch das Netzwerk gehe es voran, sagt Wenzelewski. „Wenn ich an der Isarburg stehe, sehe ich, dass ganz anders mit dem Wasser umgegangen wird.“ Es sei wichtig, dass Tourenguides nicht nur fachsportlich ausgebildet werden, sondern auch ein Gruppenerlebnis schaffen und die Kulturlandschaft erklären. Wenzelewski: „Die Isar ist eines der letzten Wildwasser. Es ist wichtig, das zu erhalten.“

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