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Durch Glück im Losverfahren durften die Ministranten aus Bad Tölz bei der Audienz ganz vorne sitzen und Papst Franziskus aus der Nähe erleben.

Wallfahrt

Isarwinkler Ministranten in Rom: „Rockstar“-Stimmung auf dem Petersplatz

5500 Ministranten aus der Erzdiözese München und Freising machten sich Anfang der Ferien auf zur Wallfahrt nach Rom. Unter ihnen waren auch Messdiener aus dem Isarwinkel, die dem Papst ganz nah kamen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Es war eine regelrechte Bus-Schlange, die sich da über den Brenner schraubte: Allein der hiesige Diözesanverband hatte 60 Busse organisiert, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachts in die Ewige Stadt fuhren. „In Sterzing fand ein riesiger Fahrerwechsel statt“, erinnert sich Anna Buchberger. Die 21-Jährige engagiert sich im Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern, der mit 21 Ministranten auf Tour war. Aus Lenggries waren es 27, aus Bad Tölz 21, um nur einige Zahlen zu nennen. Die jungen Ministranten waren in Gruppen aufgeteilt und wurden von mehreren Betreuern in Rom begleitet.

Dort waren 60 000 Messdiener versammelt, allein 40 000 aus Deutschland. „Die Stimmung in der ganzen Stadt war wieder toll“, berichtet Anna Buchberger. Sie war zum dritten Mal in Rom und hat auch schon Papst Benedikt XIV. in einer Audienz erlebt, nun sah sie zum zweiten Mal Papst Franziskus aus der Nähe.

Der Tölzer Kaplan Benjamin Bihl feierte mit seinen Schützlingen auch eine Messe iIn der Lateransbasilika.

Am ersten Tag hielt der Tölzer Kaplan Benjamin Bihl mit Ministranten im Petersdom eine sehr frühe Messe ab – gleich um 7 Uhr morgens. Die Gruppe war fast noch alleine in dem riesigen Gotteshaus und konnte den beeindruckenden Sonneneinfall ins Hauptschiff erleben. Die Rom-Fahrt sollte auch dazu dienen, geistige Impulse zu bekommen und sich mit den Fundamenten des Glaubens zu beschäftigen. Gemeinsam besichtigte man Kirchen, hielt inne zum Gebet und erfuhr einiges über die Geschichte des Christentums.

Die Hitze war „gnadenlos“, berichtet Bihl. „Es waren schon morgens 30 Grad.“ Auch Anna Buchberger berichtet davon, dass nicht alle Ministranten mit den Temperaturen problemlos zurechtkamen. So habe man neben Sehenswürdigkeiten auch Kaufhäuser aufgesucht, „um darin ein bisschen abzukühlen“. Beeindruckend war für viele das Erklimmen der Kuppel des Peterdoms. „Die Aussicht war toll“, schwärmt auch Buchbergers jüngere Schwester Clara (15).

Die 21 Teilnehmer der Ministrantenwallfahrt aus dem Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern wurden mit einem schwungvollen Gottesdienst an der Greilinger Kirche entsandt. Dabei stellten sich die Gläubigen auch zu einer leuchtenden Friedenstaube auf. 

„Das Beeindruckendste war aber für uns, so viele andere Ministranten zu treffen“, berichtet Oberministrantin Lisa Hake aus Bad Tölz. Die Messdiener erkannten sich stets an den T-Shirts, die von den jeweiligen Pfarreien gestaltet worden waren, oder an den Strohhüten mit Buttons. Die Hüte waren wegen der Hitze übrigens Pflicht.

Gemeinsam wurde viel gesungen, berichtet Anna Buchberger und meint schmunzelnd: „Auch wir waren gut dabei.“ Beliebt waren „Laudato si“, aber auch weltliche Lieder wie „Über den Wolken“ oder Songs von Ed Sheeran, gerne zusammen mit anderen Ministranten auf der Spanischen Treppe.

Lesen Sie auch: Ebersberger bei der Ministrantenwallfahrt in Rom: Das war der spektakuläre Höhepunkt

Höhepunkt war am dritten Tag abends die Sonderaudienz mit Papst Franziskus. „Auf dem Petersplatz gab es strenge Sicherheitskontrollen“, berichtet Anna Buchberger. Alle Teilnehmer mussten schon lange vorher da sein, um die Taschenkontrollen über sich ergehen zu lassen, dann musste man in der Hitze nochmal warten, bis das Papamobil kam. Die Tölzer Ministranten hatten im Vorfeld besonderes Glück. Im Losverfahren schafften sie es unter jene 500 Jugendliche, die ganz vorne bei Papst Franziskus sitzen durften. So gelangen Fotos des Pontifex aus nächster Nähe.

Alle anderen hingegen waren weiter weg. „Wir waren ein bisschen enttäuscht, denn die Akustik auf dem Petersplatz war diesmal so schlecht“, sagt Anna Buchberger. Ihre Gruppe hätte sich auch gewünscht, dass der Papst mehr gesagt hätte. Die Stimmung beschreibt sie trotzdem mit „wie bei einem Rockstar“. Nach der Vesper durften dann noch einige Jugendliche Fragen an den Papst stellen, berichtet Lisa Hake. Zum Abschluss gab es noch einen Gottesdienst mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx.

Birgit Botzenhart und Christiane Mühlbauer

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