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Von Wölfen, Füchsen und Gänsen

Deutlich auf der Seite der Jagd positionierten sich die hochkarätigen Ehrengäste bei der Bezirksversammlung der oberbayerischen Jagdaufseher. „Wir dürfen uns nicht zu reinen Schädlingsbekämpfern degradieren lassen“, forderten die Anwesenden.

Bad Tölz - „Heute heißt es ,Wald und Wild‘ – statt wie früher ,Wald vor Wild‘.“ Für diese klare Abkehr von einer ehemaligen Doktrin erhielt Martin Bachhuber (CSU), der Heilbrunner Stimmkreis-Abgeordnete im bayerischen Landtag, überschwänglichen Applaus. Er war zu Gast in der Bezirksversammlung der oberbayerischen Jagdaufseher in der „Alten Schießstätte“ in Bad Tölz. Auch die übrigen teils hochkarätigen Ehrengäste positionierten sich deutlich auf Seiten der Jagd.

„Teils groteske Auswüchse“ der modernen veganen Trends zeigte Thomas Schreder, Präsidiumsmitglied im bayerischen Jagdverband, auf. So habe jüngst in Limburg eine Veganerin gegen die Melodie des alten Kinderlieds „Fuchs du hast die Gans gestohlen,. . . sonst kommt dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr“ im dortigen Rathaus-Glockenspiel protestiert. Der Bürgermeister ließ die Melodie einstellen. „Es gibt immer mehr Wahnsinnige“, meinte dazu Scheder und fügte an: „Ich habe sicher nichts gegen Veganer, aber ich stelle mich gegen deren Versuche zu missionieren.“ So konstatierte er: „Wir dürfen uns nicht zu reinen Schädlingsbekämpfern degradieren lassen.“

Die Jagd diene schließlich auch dem Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft. Sie sei ein selbstständiges Kulturgut, „das nicht zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Interessen werden darf.“

Wolfgang Morlang, Kreisvorsitzender des hiesigen Jagdverbands, beklagte den zunehmenden „Freizeitdruck“ auf das Wild der Region. Vor allem Mountainbiker würden die Tiere aufschrecken. Da würden zunehmend Trails und Wege angelegt, „oftmals ohne Einverständnis der Grund-Eigentümer“.

Bachhuber beklagte zudem die steigende Zahl der Beutegreifer und immer wieder auftauchender Wölfe: „Da sind unsere Almbauern in großer Sorge.“ Außerdem sprach er die Biberplage an und warnte, dass Wildschweine vermehrt in den Süden Oberbayerns vordringen würden: „Ein Leben in der Balance ist das Wichtigste.“

Zur aktuellen Wolf-Diskussion bezog Eric Beißwenger, der jagdpolitische Sprecher der CSU-Landtags-Fraktion, klar Stellung: „Ich bin gegen Wölfe in Bayern.“ Ewald Scheitterer

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