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Hielten Rückschau: Georg Kellner (li.) und Manfred Herrmann, 1. und 2. Vorsitzender des Imkervereins.  

Jahresversammlung des Tölzer Imkervereins

Imker verkaufen ihren Honig unter Wert

Die Futtervorräte in den Bienenstöcken halten unterschiedlich lang an. Deshalb sei es jetzt wichtig, nachzuschauen und Völker, die die kalten Wochen überlebt haben, zu füttern, legte Georg Kellner, Vorsitzender des Tölzer Imkervereins, den Mitgliedern in der Jahresversammlung im Tölzer „Kolberbräu“ ans Herz.

Bad Tölz – Das vorige Frühjahr sei in Sachen Nahrungsangebot witterungsbedingt nicht besonders ergiebig gewesen. Die Blütentracht sei weitgehend ausgefallen, während dann Ende Mai und Anfang Juni die Lecanie, also die Fichtenquirlschildlaus, für relativ üppigen Honigtau gesorgt habe, schilderte Schriftführer Markus Graf. Insgesamt sei die Honigausbeute eher spärlich ausgefallen. Entsprechend sei die Situation auf dem Honigmarkt: „Der Markt ist so leer wie noch nie, die Preise steigen weiter und festigen sich.“

Viele Imker würden aber ihre Verkaufspreise nicht nach Angebot und Nachfrage ausrichten und ihren Honig unter Wert abgeben. „Mit 5 Euro für ein 500-Gramm-Glas, da zahlst du ja drauf“, so Grafs Feststellung. Schließlich müsse man steigende Kosten bei Betreuung und Behandlung, Energiekosten, Ernteausfälle und Völkerverluste mit einberechnen.

Ebenso auf hohem Niveau seien die Preise auf dem Bienenmarkt: Für vier Waben müsse man 150 bis 195 Euro berappen – aufgrund des erfreulich gestiegenen Interesses an der Imkerei.

Dieses Interesse hat auch den Tölzer Imkerverein gestärkt. „Im vergangenen Jahr verzeichneten wir 14 Neuzugänge“, berichtete Kellner und appellierte an die Mitglieder, an den vom Verein organisierten Fachvorträgen und Veranstaltungen auch teilzunehmen.

Den Bürgern die Bedeutung der Bienen neu zu vermitteln, ist das Hauptanliegen des Vorsitzenden. Neben den Einsteiger-Schulungen war Kellner deshalb auch 2016 mit vielen Vorträgen in den umliegenden Gemeinden, bei Führungen am Lehrbienenstand insbesondere für Schulklassen sowie mit der Teilnahme beim „Tag der Vereine“ in der Wackersberger Grundschule und beim Ferienpass im Einsatz.

Es sei verständlich, dass es heute in der Landwirtschaft aufgrund der wirtschaftlichen Notwendigkeiten kaum mehr Blumenwiesen gebe. Dennoch müsse man in alle Richtungen versuchen, mehr Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen. Erfolgreich war jedenfalls die Vorsprache von Kellner und Stefan Gabler, Leiter des Landwirtschaftsamts Holzkirchen, bei der Regierung von Oberbayern: „Das Thema Bienen soll jetzt tatsächlich in den Lehrplan der Landwirtschaftsschulen aufgenommen werden“, so der Vorsitzende.

Zudem habe er in einigen Gemeinden angefragt, ob es möglich wäre, kommunale Flächen als Nahrungs-Oasen für Bienen anzulegen. „Tölz ist da sehr aufgeschlossen.“ Diesbezüglich angesprochen fühlen sollten sich zudem alle Gartenbesitzer. Selbst einen Balkon könne man bienenfreundlich bepflanzen. Nicht in Erfüllung gegangen ist Kellners Wunsch, das landwirtschaftlich wertlose 1000-Quadratmeter-Grundstück am Lehrbienenstand zu kaufen. Immerhin sei aber der Pachtvertrag um 20 Jahre verlängert worden.   (Rosi Bauer)

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