Janker sauer wegen der Norsdpange 

„Und wir sind die Deppen“

Josef Janker zeigt Ärger selten öffentlich. Wenn es um die Nordspange geht, ist das Tölzer Stadtoberhaupt aber richtig angefressen.  Janker fordert von den Straßenverkehrsbehörden „endlich Ergebnisse.

Bad Tölz – „Nein“, sagt der Bürgermeister grantig, es gehe ihm nicht darum, dass er noch vor seiner Pension die Einweihung erlebe und dabei sein könne. Ihn mache sauer, dass in Oberbayern beim Thema Verkehr derzeit alle möglichen Zukunftsprojekte wie Tunnel in Starnberg und Garmisch oder Trambahn im Englischen Garten diskutiert würden, aber das vergleichsweise kleine Tölzer Vorhaben einfach nicht von der Stelle komme. Seit Januar 2003, seit geschlagenen 14 Jahren diskutiere man nun über die Nordspange. Und schon damals sei es die Stadt Bad Tölz gewesen, die mit der Aufstellung des Bebauungsplans in Vorleistung gegangen sei und den Anstoß für das für Tölz immens wichtige Projekt gegeben habe.

Im Oktober 2016 habe es den dreitägigen Erörterungstermin im Landratsamt gegeben. Im Anschluss sei über „Anbindungen und Trallala“ diskutiert worden. Den üblichen Instanzenweg über Staatliches Bauamt Weilheim, Oberste Baubehörde München, Berlin und wieder zurück will Janker gar nicht mehr wiederholen. „Ich will endlich Ergebnisse haben.“

Uns so wird das Stadtoberhaupt auch nicht in der kommenden Bauausschuss-Sitzung des Stadtrats am Dienstag dabei sein, sondern lieber ins Landratsamt fahren. Dort hat die CSU im Vorfeld der Bundestagswahl zu einem Dialog eingeladen, bei dem der CSU-Stimmkreisabgeordnete Alexander Radwan sowie der für „Bau und Verkehr“ zuständige Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck, anwesend sein werden. Sie werden sich vom Tölzer Stadtoberhaupt fragen lassen müssen, warum Umgehungsstraßenprojekte nun halt mal 25 Jahre dauern, wie das so gerne von Behördenseite gesagt werde. „Ein sehr trauriges Argument“, findet der 65-Jährige.

Bei allem Verständnis für den Ablauf des Verfahrens und den Druck wegen möglicher Klagen sei es „unerträglich“, dass jeden Tag zehntausende von Menschen von den Projektverzögerungen betroffen seien. Rund 30 000 Fahrzeuge, darunter viele Pendler, würden täglich auf der Bundesstraße 472 in Tölz gezählt. Das sei ungefähr das Doppelte von dem, was auf der Starnberger Autobahn unterwegs sei. Das sei ja auch eine gewaltige Belastung für die Anlieger der Bundesstraße.

In Rage ist Janker auch deshalb, „weil wir vor Ort die Deppen sind“. Die zu Recht zornigen Bürger würden ja nicht das Bauamt Weilheim oder die Oberste Baubehörde anrufen oder mit E-Mails bombardieren, sondern das Rathaus Tölz und fragen, warum nichts vorwärts geht. „Dann muss immer ich erklären, dass das eine Bundesstraße ist und wir gar nicht zuständig sind“, schimpft der CSU-Mann und wird am Dienstag nichts mehr und nichts weniger von seinen Parteikollegen fordern, als dass das Tölzer Straßenbau-Projekt endlich eine angemessene Priorität bei den Behörden erhält. „Ich will endlich klare Aussagen und einen Zeitplan haben, der in Zukunft auch überprüfbar ist.“ (Christoph Schnitzer)

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