Und jetzt mal schön „Aaahh“ sagen: Ein Reiserückkehrer lässt einen Rachenabstrich vornehmen, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.
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Und jetzt mal schön „Aaahh“ sagen: Ein Reiserückkehrer lässt einen Rachenabstrich vornehmen, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Corona-Pandemie

Jeder zehnte Reiserückkehrer war infiziert

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Die Zahlen sind bemerkenswert: In den vergangenen acht Tagen kehrten 379 Reisende in den Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen zurück - 37 von ihnen waren corona-positiv.

  • Jeder Zehnte war infiziert
  • Die meisten positiv getesteten Reiserückkehrer kommen aus Ost- und Mitteleuropa
  • Landratsamt kontrolliert nicht, ob die Quarantäne eingehalten wird

Bad Tölz-Wolfratshausen – Digitale Einreiseanmeldung, Quarantänepflicht, Coronatest: Die Hürden für Einreisende aus Risikogebieten sind hoch – und ändern sich ständig. Jetzt plant der Bund ein Einreiseverbot für Länder, in denen besonders viele der hochansteckenden Virus-Mutanten zirkulieren, sogenannte Virusvariantengebiete. Doch wie viele Reiserückkehrer kommen überhaupt aus einem solchen Staat? In den Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist in den vergangenen acht Tagen kein einziger aus einem Virusvariantengebiet eingereist, wie Sabine Schmid, Pressesprecherin des Landratsamtes mitteilt. Stattdessen stammt die Mehrheit der positiv getesteten Einreisenden aus Risikogebieten, also aus Ländern, in denen die Ansteckungsgefahr zwar erhöht, aber nicht hoch ist. Einige wenige kehrten aus Hochrisikogebieten zurück. Insgesamt gab es in den vergangenen acht Tagen 379 Reiserückkehrer – 37 von ihnen waren infiziert.

Auch aus den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten kamen Reiserückkehrer

Am Donnerstag etwa zählte das Tölzer Gesundheitsamt sechs Einreisende, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Sie kamen aus Moldawien, Polen, Ungarn sowie aus den Hochrisikogebieten USA, Vereinigte Arabische Emirate und Serbien. Am Mittwoch registrierte die Behörde sechs corona-positive Reiserückkehrer aus Kroatien, Moldawien, Polen, der Slowakei, Ungarn und Serbien. Ebenfalls sechs Infizierte kehrten am Dienstag in den Landkreis zurück. Am Montag waren es fünf Reiserückkehrer mit positivem Corona-Abstrich, sie kamen aus Kroatien, Moldawien, Polen, der Slowakei und Ungarn. Auch am Sonntag registrierte die Behörde die Einreise von fünf Corona-Positiven – sie kamen aus Dänemark, der Slowakei, Polen, Kroatien und Moldawien. Am Samstag kamen vier Einreisende mit positivem Test aus Dänemark, Polen und Kroatien. Am Freitag waren es nur zwei aus Dänemark und Kroatien. Die drei Corona-Positiven, die am Donnerstag vergangener Woche in den Landkreis kamen, stammten aus Kroatien, Dänemark sowie dem Hochrisiko-Gebiet Kosovo.

Ob sich die Einreisenden an die Quarantänepflicht halten, kontrolliert das Landratsamt nicht: „Da müsste man von morgens bis abends Kontrollanrufe tätigen. Das ist nicht praktikabel“, sagt Schmid. „Wir gehen davon aus, dass sich die Leute an die Quarantänepflicht halten.“

Contact-Tracing-Team kümmert sich um Infizierte

Dennoch rufen die 19 Mitarbeiter des Contact-Tracing-Teams die positiv getesteten Reiserückkehrer während ihrer Quarantäne an. „Sie erkundigen sich nach dem Befinden“, erklärt Schmid. Es gehe weniger um die Kontrolle der Quarantäne, sondern vielmehr um die Überwachung ihres Gesundheitszustandes.

Wie oft sich das Contact-Tracing-Team meldet, hängt vom Bedarf ab. „Es gibt Leute, die ängstlich und verunsichert sind. Da rufen die Mitarbeiter auch täglich an, wenn das notwendig ist.“ Ansonsten erhalten die Reiserückkehrer am ersten und zweiten sowie am letzten Tag ihrer Quarantäne einen Anruf.

Schleierfahnder kontrollieren Reiserückkehrer

Die Grenzpolizei am Achenpass dagegen wacht darüber, dass Reiserückkehrer die Regeln einhalten: „Wir kontrollieren im Rahmen der Schleierfahndung“, sagt Michael Haslböck, Sprecher der bayerischen Grenzpolizei. Wie viele Menschen über den Achenpass aus Risikogebieten einreisen, ist nicht bekannt: „Dazu erstellen wir keine Statistik.“

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