Über Mitfahrerbänke wird an vielen Orten der Region diskutiert. Der Landkreis könnte nun eine Vorreiterrolle einnehmen.

Alternatives Verkehsprojekt

Jetzt wird‘s konkret: Sieben Kommunen wollen Mitfahrerbank

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Sieben Kommunen aus dem Landkreis haben Interesse an der Mitfahrerbank bekundet. An diesem Freitag kommen Gemeindevertreter auf Initiative des Behindertenbeauftragten Ralph Seifert zusammen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Im Landkreis könnten schon im Mai die ersten Mitfahrerbankerl stehen. Darauf hofft der Initiator des Projekts, Ralph Seifert. Tatsächlich besteht aller Grund zum Optimismus: Vertreter aller Gemeinden, die mitmachen wollen, kommen an diesem Freitag im Landratsamt zusammen und haben dabei gleich vor Ort Gelegenheit, eine passende Bank mitsamt Zielwegweiser zu bestellen.

Mit der Resonanz auf seine Initiative ist Seifert, Behindertebeauftragter des Landkreises, hoch zufrieden. Er hatte alle 21 Städte und Gemeinden im Landkreis angeschrieben, ob sie Mitfahrerbankerl bei sich aufstellen wollen. Das Prinzip: Jeder, der gerne mit dem Auto zu einem bestimmten Punkt in der Gemeinde mitgenommen werden will, kann an einem Klappschild sein Ziel anzeigen – zum Beispiel „Bahnhof“ oder „Rathaus“ –, sich auf die Bank an der Straße setzen und darauf warten, dass ein Autofahrer anhält. Vom Motto „mitfahren statt selbst fahren“ könnten unter anderem ältere, nicht mehr so mobile Menschen profitieren, meint Seifert – aber natürlich auch die Umwelt.

Seifert hofft auf weitere Mitfahrer

Sieben Gemeinden haben zugesagt mitzumachen: Bichl, Benediktbeuern, Wackersberg, Jachenau, Lenggries und Münsing. Bad Tölz habe ebenfalls Zustimmung signalisiert, berichtet Seifert, wolle die Bänke aber nicht selbst aufstellen, sondern dies möglichst engagierten Bürgern überlassen.

Aus den restlichen Kommunen hat der Behindertenbeauftragte bislang keine Rückmeldung erhalten oder weiß, dass sie sich noch etwas unsicher sind. Seine Hoffnung: „Wenn sie sehen, dass es läuft, schließen sich vielleicht noch einige an.“ Zum Treffen an diesem Freitag hat er jedenfalls an alle Städte und Gemeinden ein Einladungsschreiben geschickt.

Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter des Landkreises

Im Landratsamt wird Seifert den Teilnehmern schon zwei mögliche Modelle für die Mitfahrerbank vorstellen, gefertigt in den Oberland-Werkstätten. Die Gemeindevertreter können sich auf eine Variante und eventuell weitere Gestaltungsmerkmale einigen – und die Bänke auch direkt bestellen. Ein Mitfahrerbankerl kommt laut Seifert sogar günstiger als gedacht. In den ersten Schreiben hatte er noch grob einen Preis von 1000 Euro kalkuliert. Tatsächlich koste eine Bank aber wohl nur 300 Euro, der dazugehörige Zielwegweiser 300 bis 350 Euro.

Die allgemein positive Resonanz bestärkt den Benediktbeurer Seifert in der Überzeugung, dass jetzt die richtige Zeit für diese Idee gekommen ist. Bislang gibt es nur vereinzelt Mitafahrerbänke, etwa in der Gemeinde Irschenberg (Kreis Miesbach). Mit sieben beteiligten Kommunen aber könne der Landkreis hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Dementsprechend haben Seifert bereits Anfragen zum Thema aus Berg (Kreis Starnberg) und aus Ebersberg erreicht. „Es würde mich freuen, wenn das bayernweit Kreise zieht.“ 

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