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Talentierte Nachwuchsforscher: Korbinian Stangler (re.) und Matthias Walser (2. v. re.) gewannen mit ihrem Projekt „Radiographie mit Myonen“ den Regionalentscheid von „Jugend forscht“ in München. Die Geschwister Jakob (15) und Sophie (13) Hohenreiter gehörten zwar nicht zu den Erstplatzierten. Die Jury ermutigte die beiden aber, im nächsten Jahr erneut mit ihrem Versuch anzutreten, Pflanzen ohne Erde und ähnliche Substanzen aufzuziehen.

Tölzer und Isarwinkler Schüler erfolgreich

Jugend forscht: Pflanzen ohne Erde, Bilder ohne Röntgen

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Man muss kein Physiker sein um zu verstehen: Was sich Matthias Walser und Korbinian Stangler da ausgedacht haben, ist außergewöhnlich. Das fand auch die Jury beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in München und kürte das Projekt „Radiographie mit Myonen“ der beiden Schüler am Tölzer Gymnasium zum Gewinner in der Kategorie Physik.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Matthias (18) aus Wegscheid und Korbinian (17) aus Königsdorf haben sich damit für den Landeswettwettbewerb von 19. bis 22. März qualifiziert. Die Konkurrenz war groß: Über 100 Jungforscher aus dem Raum Oberbayern Ost nahmen an der Veranstaltung teil. Darunter zwei weitere Wegscheider: die Geschwister Jakob (15) und Sophie (11) Hohenreiter.

Ihr Biologie-Projekt über die „Aufzucht von Pflanzen ohne Erde und ähnliche Substanzen“ schaffte es zwar nicht unter die Erstplatzierten. Damit hatten die beiden aber auch nicht gerechnet: „Es fehlen noch Langzeitergebnisse“, sagt Sophie, die die 6. Klasse der Realschule in Hohenburg besucht. Das bemängelte auch die Jury, ermutigte die Geschwister aber, im nächsten Jahr wieder mitzumachen.

Bis dahin wollen Jakob und seine Schwester weiterforschen. Bisher gelang es ihnen zwar, den Ableger einer Buntnessel am Leben zu erhalten, indem sie ihm mittels einer Infusionsnadel eine bestimmte Menge Nährstoffe zuführten. „Wir wissen aber noch nicht, ob die Pflanze wächst und wenn ja, inwieweit sie wächst“, erklärt Jakob, der die 10. Klasse am Tölzer Gymnasium besucht. Sollten die Geschwister Erfolg haben, wäre es in Zukunft eventuell möglich, Felder ganzjährig für die Aufzucht zum Beispiel von Tomaten zu nutzen. Bislang muss der Boden eine Zeit lang brach liegen, damit sich neue Nährstoffe bilden.

Ein ganz anderer praktischer Nutzen verbirgt sich hinter dem Projekt von Matthias und Korbinian. Ihre Erfindung könnte unter anderem dazu verwendet werden, um Hohlräume in Pyramiden aufzuspüren. Ähnliche Apparaturen gibt es zwar bereits. Diese sind laut den beiden Nachwuchswissenschaftlern aber extrem groß und damit unpraktisch.

Um die Struktur einer Materie durchleuchten zu können, verwenden die beiden Zwölftklässler keine Röntgenstrahlen, sondern Myonen. „Die sind wie Elektronen, nur schwerer“, erklärt Korbinian. Gebildet werden diese Elementarteilchen in der Erdatmosphäre, ergänzt Matthias. Sie können Materie durchdringen – und genau diese Eigenschaft machen sich die beiden angehenden Abiturienten zunutze.

Entstanden ist das Projekt im Rahmen eines Seminars. Knapp ein Jahr lang arbeiteten die beiden unter Betreuungslehrer Dr. Andreas Urban an der kompliziert aussehenden Konstruktion. Was Nicht-Physiker ratlos zurücklässt, bereitet den beiden jede Menge Spaß. Deshalb wollen sie nach ihrem Abitur in diesem Jahr wohl auch Physik studieren.

Vorher geht es aber zum Landesentscheid von „Jugend forscht“. Die Chancen, auch diesen Wettbewerb zu gewinnen, stehen nicht schlecht. „Es wird zwar kniffliger werden“, sagt Korbinian. Die Juroren beim Regionalentscheid hätten aber durchblicken lassen, dass sich die beiden jungen Isarwinkler vor der Konkurrenz nicht zu verstecken brauchen.

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