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Zum ersten Mal bereiteten Jugendliche einen Mädchentag im Tölzer Jugendcafé eigenständig vor. Mit dem Ergebnis sind die beiden Organisatorinnen Christin Aschenbrenner (li.) und Jasmina Mokra sehr zufrieden. 

Jugendliche übernehmen Veranstaltungs-Organisation 

Jugendcafé: Mädchen nehmen’s selbst in die Hand

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Einen Tag lang war das Tölzer Jugendcafé komplett in Mädchenhand: Die „Mädchenzeit“ fand in diesem Jahr zum vierten Mal statt, organisiert wird sie schon seit Längerem. Das Neue diesmal: Zwei Jugendliche nahmen die Vorbereitungen selbst in die Hand.

Bad Tölz– „Wir wurden gefragt, ob wir es machen wollen und haben ja gesagt“, sagt Christin Aschenbrenner (15). „Es hat Spaß gemacht.“ Gemeinsam mit Jasmina Mokra (13) und Sozialpädagogin Kristina Weinert überlegte sie sich, wie der Tag gestaltet werden könnte. „Manche Ideen haben wir wieder verworfen, wie etwa einen Selbstverteidigungskurs für Mädchen“, sagt Jasmina. Sie entschieden sich aber für Schmink-, Bastel und Backkurs. Als Vorbereitung mussten entsprechende Utensilien, wie eben Schminkzeug, organisiert werden. Auch um die Werbung mit Flyern und Plakaten kümmerten sich die beiden Teenager.

Von der Resonanz waren die Organisatorinnen angetan: Etwa 20 Mädchen nutzten die Gelegenheit, die Räumlichkeiten sechs Stunden lang einmal ganz für sich zu haben. „Jungs durften gar nicht erst ins Gebäude“, sagt Jasmina. „Extrem gefallen“ habe ihr selbst und auch den anderen Mädels der Schminkkurs, den Christin leitete. „Vor allem der Glitzerlidschatten“, sagt sie und lacht. Gemeinsam wurden auch eine Fotowand und Blumen gebastelt. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 8 und 16 Jahren alt.

„Der Tag war schon hart“, sagt Christin. „Beim Schminken wollten alle auf einmal drankommen. Gerade die Kleineren hatten Schwierigkeiten, erst mal zu warten.“ In der Küche bei Jasmina ging es ruhiger zu, sagt sie. „Wir haben Croissants gemacht, beispielsweise mit Nutella. Da musste man hauptsächlich darauf achten, dass die Mädchen nicht zu viel Nutella drauf tun.“

Niemand musste an diesem Tag an einem der Kurse teilnehmen. „Der Betrieb war einfach für die Mädels geöffnet“, sagt Weinert. „Sie konnten sich etwas aussuchen, Spiele spielen oder einfach nur da sein.“

Und was war jetzt anders, als wenn die Buben mit dabei sind? „Es gab weniger Streit, man konnte besser ratschen“, sagt Christin. „Wir konnten offener sein, Mädelssachen besser machen als wenn die Jungs da sind.“ Sie würden beide wieder mithelfen, eine „Mädchenzeit“ zu organisieren. „Man kann mit Freundinnen zusammen sein und auch neue Leute kennenlernen“, sagt Jasmina.

Viermal im Jahr finden jeweils eigene Tage für Mädchen und Buben im Jugendcafé statt. Jeder hat ein spezielles Thema: bei den Mädels waren dies etwa „Filmabend“, „Kreativwerkstatt“ oder „Medienspaß“, bei den Buben „Kochen für starke Männer“, oder „Ninja Warrior“. Entspannter sei die Atmosphäre an diesen Tagen, sagt Kristina Weinert, deren Angebote sehr gut angenommen werden.

„Wir haben verschiedene Konzepte ausprobiert, auch, dass wir jeden Freitag beispielsweise das Jugendcafé für zwei Stunden nur für Mädchen öffnen.“ Aber das habe eine andere Dynamik als wenn man sage: „Ihr habt einen ganzen Tag für Euch allein.“ Dieses Konzept soll nun auch beibehalten werden. Schon im Februar ist die nächste Aktion geplant.  mel

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