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Armin Ebersberger: scheidender Sozialplaner der Stadt Bad Tölz

Sozialplaner verlässt Tölz

Jugendförderung: Ebersbergers letzter Jahresbericht

Sozialplaner Armin Ebersberger verabschiedet sich mit seinem letzten Jahresbericht zur Jugendförderung von Bad Tölz. 

Bad Tölz – „Armin Ebersberger hat die kommunale Sozialplanung in Tölz auf solide Beine gestellt und fortentwickelt“, lobte Bürgermeister Josef Janker, als der Angesprochene im Finanzausschuss seinen letzten Jahresbericht über die Tölzer Jugendförderung vorlegte.

Nach fünf Jahren verlässt der Kochler die Stadtverwaltung und übernimmt die Gesamtleitung der „Dorfleben Walchensee GmbH“. Die gemeinnützige Einrichtung betreut die Dorfschule sowie kulturelle und soziale Aktivitäten am Ort. „Ein pädagogisches Kleinod“, wie Ebersberger sagt, der offiziell Mitte April aus Tölzer Diensten ausscheidet.

Der 43-Jährige hat in Tölz nicht nur die kommunale Sozialplanung auf solide Füße gestellt, sondern auch die Rathausspitze für jahrelang vernachlässigte Themen wie etwa sozialen Wohnungsbau sensibilisiert. Die Tölzer Jugendförderung, früher mehr reagierend als agierend, ist durch sein Wirken heute eine allseits akzeptierte und selbstbewusst auftretende kommunale Einrichtung, die präventive Jugend- und Sozialarbeit auf vielen Feldern höchst erfolgreich anbietet.

„Wofür werdet ihr eigentlich bezahlt?“ hatte der 14-jährige Paul eine Fachkraft der Tölzer Jugendförderung gefragt und damit den Titel einer kleinen Broschüre geliefert, die Ebersberger als Jahresbericht – und Antwort auf Pauls Frage – im Ausschuss verteilte. Die Statistik weist aus, dass die Jugendförderung in Jugendcafé und Bürgerhaus eine 16-prozentige Steigerung mit 13 579 sogenannten Nutzungen erlebte. Den wachsenden Bedarf und die neuen Anforderungen an die Jugendarbeit hat der Stadtrat auch durch eine Stellenmehrung honoriert: Seit 1. November wird das Team neben dem FSJler Florian Wellein durch die Fachkraft Christoph Dollhopf verstärkt. Eine weitere Stelle für den Aufbau eines Quartierzentrums im Bürgerhaus neben der Lettenholz-Schule soll demnächst besetzt werden.

Ebersberger hatte sich bei seinem Abschlussbericht drei Schwerpunkte herausgesucht. Etwa den Kindersommer. Mit über 180 Veranstaltungen für über 700 Kinder sei wieder ein echtes „Highlight“ geglückt. 1528 Buchungen wurden vorgenommen. Mehr habe eigentlich nur Wolfratshausen, sagte Ebersberger. Dort werde der Kindersommer aber durch eine eigene halbe Stelle gemanagt. Ein Riesenerfolg sei die erstmalige Möglichkeit der Online-Buchung gewesen. Auch wenn damit, wie Ebersberger spöttelnd anmerkte, alten Traditionen wie dem Zelten der Eltern vor dem Jugendcafé in der Nacht vor der Anmeldung ein jähes Ende bereitet wurde. Die Angebote kann man nun auch bequem von zu Hause aus buchen.

„Runderneuert“ wurde von der Jugendförderung das in der Vergangenheit schwierige Thema der Ferienbetreuung. Es gibt seit 2016 eine Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt. Zusammen hat man das flexible Modell entworfen, dass die Kinderbetreuung für die ersten drei Sommerferienwochenenden modular an zwei bis fünf Tagen buchbar ist. Das komme Kindern und Eltern entgegen und werde gut angenommen. Die finanzielle Absicherung beziehungsweise Ausfallgarantie habe dankenswerterweise die Stadt übernommen, freute sich Ebersberger.

„Weil’s ned wurscht is“, hieß das dritte Vorzeigeprojekt Ebersbergers fürs vergangene Jahr. Zusammen mit Kreisjugendring und evangelischer Jugend hatte man zu einer politischen Infoveranstaltung für Erstwähler bei der Bundestagswahl geladen. 60 junge Leute kamen. Kurier-Redaktionsleiterin Veronika Ahn-Tauchnitz stellte dabei „schonungslos“, wie Ebersberger anmerkte, die vorher gesammelten Fragen an die Direktkandidaten. „Und es waren gute Fragen.“ Für die Landtagswahl im Herbst wird gerade an einem Nachfolgeprojekt „gebastelt“.

Christoph Schnitzer

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