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Schnippen und fangen: Geschicklichkeit war gleich am Anfang von allen Landratsbewerbern beim „Fuizln“ gefragt. Das Foto zeigt rund um den Tisch (v. li.): Anton Demmel, Klaus Koch, Josef Niedermaier, Sebastian Englich und Filiz Cetin. 

Landratskandidaten und Jugendliche treffen sich im „Pistolero“

Jugendkommunalwahl: Politik auf der Tanzfläche

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Bei einem Speed-Debating konnten nun Jugendliche den fünf Kandidaten für den Landratsposten auf den Zahn fühlen. Die Politiker mussten aber auch ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es war eine Herausforderung auf der ganzen Linie: Normalerweise müssen sich Kommunalpolitiker bei Wahlveranstaltungen höchstens der einen oder anderen unangenehmen Frage stellen. Bei der Veranstaltung im Vorfeld der U18-Jugendkommunalwahl im „Pistolero“ wurde den Landratskandidaten auch noch einiges an Geschicklichkeit abverlangt. Anton Demmel (CSU) siegte im Maßkrugstemmen gegen seinen jungen Herausforderer, Klaus Koch (Grüne) räumte beim Dosenwerfen ab, Sebastian Englich (Linke) musste sich beim Becherstapeln geschlagen geben. Wie Josef Niedermaier (Freie Wähler) und Filiz Cetin (SPD) stellten sich die Bewerber aber nicht nur den sportlichen Herausforderungen, sondern beantworteten bei den Speed-Debating-Runden auch die vielen Fragen, die die rund 60 Jugendlichen – darunter viele Südschüler – hatten. Alle fünf Minuten wanderten die Gruppen am Rand der Tanzfläche einen Tisch weiter.

Das Themenspektrum war groß. Nicht alles liegt komplett in der Verantwortung des Landrats, die Kandidaten bemühten sich aber, alles zu beantworten. Was sie gegen den Verkehr in Bad Tölz unternehmen wolle, fragte ein Jugendlicher beispielsweise Filiz Cetin. Die war gut vorbereitet, präsentierte auf ihrem Tablet die Planungen für die Nordspange. Englich erklärte derweil am Tisch daneben, was ihn an der eigenen Partei am meisten stört. „Beim Zusammenhalt würde ich mir wünschen, dass er stärker wäre“, sagte der Bewerber der Linken.

Demmel wies am Nachbartisch darauf hin, „dass die CSU-Kreistagsliste die mit den jüngsten Kandidaten ist“ und dass Anruflinientaxis manchmal besser sind als Busse, die leer durch die Gegend fahren. Auch bei Klaus Koch wurde über den ÖPNV diskutiert, aber auch über die Frage, ob das Wahlalter abgesenkt werden sollte. Koch ist für ein Wahlrecht ab 16, auf kommunaler Ebene vielleicht sogar schon ab 14. „Politik muss vielmehr auf Jugendliche zugehen“, sagte er.

Viele Fragen der U18-Wähler, die auf Einladung des Kreisjugendrings, der Jugendbildungsstätte und anderer Träger der Jugendarbeit gekommen sind, sind erfrischend direkt. „Sind Sie ein Politiker, der nur redet und nix tut?“, fragte ein Mädchen Demmel. „Eigentlich sag’ ich gar nichts und mache nur“, antwortete der CSU-Bewerber und wies auf seine Erfolge als Königsdorfer Bürgermeister hin. Von Landrat Josef Niedermaier wollten einige Jugendliche wissen, was „die Highlights“ in seiner Amtszeit waren. Niedermaier erklärte ihnen die Umstrukturierungen in der Jugendhilfe. Die seien zwar nicht so öffentlichkeitswirksam, sollen aber dafür sorgen, dass möglichst alle Kinder in zumindest einigermaßen geordneten Verhältnissen aufwachsen können.

Alle Infos zur Kommunalwahl im Tölzer Land gibt‘s hier

Kreis-Jugendpflegerin Verena Peck nutzte den Moment, um noch einmal auf die Jugendkommunalwahl aufmerksam zu machen. Am 20. Februar werden die Unterlagen verschickt. Bis 14. März können die 12- bis 17-Jährigen online abstimmen. Wie sie es finden, dass die Ergebnisse – anders als bei anderen U18-Wahlen – erst nach der Erwachsenenwahl bekannt gegeben werden, wollte Moderatorin und Kurier-Redaktionsleiterin Veronika Ahn-Tauchnitz von den Kandidaten wissen. Alle finden die Jugendwahl gut – da herrscht Einigkeit. Demmel hat aber rechtliche Bedenken, würden die Ergebnisse früher veröffentlicht.  

Weitere Infos zur Jugendkommunalwahl gibt es auf www.kjr-toel.de/jukowa

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