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Schüler, die beispielsweise zu Hause oder im Umgang mit anderen ein Problem haben, finden bei den JaS-Mitarbeitern Hilfe

Kreis-Jugendausschuss

Jugendsozialarbeit: Hier darf jeder sein Herz ausschütten

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Sie helfen bei Problemen, haben gute Tipps, wenn es zu Hause Schwierigkeiten gibt oder hören einfach nur zu, wenn mal jemand sein Herz ausschütten will: Die Jugendsozialarbeiter, die an vielen Schulen hier im Einsatz sind.

Bad Tölz-Wolfratshausen Seit zehn Jahren gibt es diese JaS-Stellen. Die erste wurde im Mai 2007 an der Mittelschule Wolfratshausen geschaffen. Mittlerweile sind 21 Teilzeit-Kräfte an den Mittel-, Grund-, Förder- und der Berufsschule im Einsatz. Wie viel sie bringen, das erläuterten am Montag in der Sitzung des Kreisjugend-Ausschusses Christian Lösch vom Jugendamt, Schulrat Jürgen Heiß und Verena Peck.

Die Kreisjugendpflegerin erklärte anhand von drei Beispielen sehr anschaulich, warum JaS so wichtig ist. Peck erzählte von einer neunjährigen Tölzer Grundschülerin. Nach einem Wochenende, an dem sich ihre Eltern die ganze Zeit gestritten haben, sie für ihre kleinen Geschwister sorgen musste und an dem auch noch das geliebte Haustier gestorben ist, kommt das Mädchen völlig übermüdet zur Schule. Ihr Weg führt sie direkt ins Zimmer der Schulsozialarbeiterin. „Sie fängt die Schülerin auf. Sie darf hier ihr Herz ausschütten“ – und startet dann zur zweiten Stunde in die Schulwoche. Später „besprechen sie dann noch Strategien, wie sie mit der familiären Situation am nächsten Wochenende besser zurecht kommt“, sagte Peck.

Hilfe gibt es auch für die 18-jährige Berufsschülerin, die Angst hat, ihre Ausbildungsstelle zu verlieren, weil sie die Anweisungen ihres Chefs einfach nicht versteht. Dazu kommt, dass ihr Freund gerade wieder eine seiner eifersüchtigen Phasen hat. Die Schulsozialarbeiterin „eröffnet neue Perspektiven, hat Tipps und Tricks für die Kommunikation mit dem Arbeitgeber und gibt der Schülerin einfach Kraft“, so Peck. Ihre Liste mit weiteren Beispielen sei „unendlich“, ergänzte die Jugendpflegerin. Die JaS-Kräfte kümmern sich letztlich um alle Probleme, „die die Jugendlichen mit in die Schule bringen“. Und die manchmal so dominant sind, dass es schwierig wird, ordentlich zu lernen.

Heiß – vormals Mittelschulleiter in Rosenheim – betonte, wie wichtig die sozialpädagogische Unterstützung für Lehrer und Schulleitung ist. JaS sei ein niederschwelliges Angebot und ein Bindeglied zwischen Jugendamt und Schule. „Die ganze Schulgemeinschaft kann davon profitieren.“

Dass der Bedarf da ist, zeigten die Zahlen, die Lösch vorlegte: 752 Fälle bearbeiteten die JaS-Mitarbeiter im vergangenen Jahr. Dass mit 330 davon die meisten im Sozialraum Süd – also in Tölz und im Isarwinkel – aufschlugen, fand Susanne Merk (Freie Wähler) „ziemlich deprimierend“. Im Sozialraum Mitte mit Geretsried liegt die Zahl allerdings auch bei 285 Fällen. „Das zeigt einfach, dass der Bedarf in den Städten am höchsten ist.“ Dort gebe es allerdings auch die meisten JaS-Stellen. Und im Bereich Süd würden auch alle Fälle an der Berufsschule geführt – egal, wo die Schüler herkommen, gab Jugendamtsleiter Ulrich Reiner zu bedenken.

Die Anzahl der JaS-Stellen wird in Zukunft weiter steigen. Vergangene Woche genehmigte der Kreistag die Einrichtung an der Wolfratshauser Grundschule. „Zwei weitere Anträge für Grundschulen liegen uns vor“, sagte Lösch. Die Kosten für die JaS-Stellen teilen sich die jeweilige Kommune, der Landkreis, ein Maßnahmenträger und das bayerische Sozialministerium. Im Durchschnitt kostet eine 50-Prozent-Stelle rund 35 000 Euro im Jahr.

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