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Tourismus schafft Infrastruktur, so wie zum Beispiel 500 Kilometer Radwege und Radrouten im Landkreis. Darauf weist eines der Motive der Kampagne „Charmant miteinand im Tölzer Land“ hin.
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Tourismus schafft Infrastruktur, so wie zum Beispiel 500 Kilometer Radwege und Radrouten im Landkreis. Darauf weist eines der Motive der Kampagne „Charmant miteinand im Tölzer Land“ hin.

Nach Lockdown und Ausflügleransturm

Neue Kampagne in Bad Tölz-Wolfratshausen sagt „Danke, Tourismus!“

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Erst herrschte vielerorts während des Lockdowns gespenstische Leere, dann waren im Tölzer Land viele Einheimische vom Ausflügleransturm genervt. Jetzt wirbt eine Kampagne für mehr Tourismusfreundlichkeit.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Gäste sind im Tölzer Land herzlich willkommen – eigentlich. In diesem Sommer aber erreichte der Besucheransturm derartige Dimensionen, dass es den Einheimischen oft zu viel wurde. Doch wenn sich die Stimmungslage gegen Touristen und Tagesausflügler richten würde, wäre das kontraproduktiv für die Region. Das soll jetzt eine neue Öffentlichkeitskampagne unter dem Motto „Charmant miteinand im Tölzer Land“ verdeutlichen, die die Servicestelle „Tölzer Land Tourismus“ (TLT) gemeinsam mit einigen Tourismus-Gemeinden im Landkreis startet.

Die Kernbotschaft einer eigenen Internetseite (www.toelzer-land.de/charmantmiteinand), von Veröffentlichungen in den sozialen Medien (#charmantmiteinand) und auf Plakaten: Der Tourismus – egal, ob nun Übernachtungs- oder Tagesgäste – bringt für die einheimische Bevölkerung große Vorteile mit sich. Deswegen könne man – bei aller verständlichen Genervtheit der vergangenen Monate – auch mal sagen: „Danke, Tourismus“, wie es auf den Plakaten heißt.

Touristen und Tagesgäste sorgen für 335 Millionen Euro Bruttoumsatz in Bad Tölz-Wolfratshausen

TLT-Chef Andreas Wüstefeld verweist dabei nicht nur, aber auch auf die nackten Zahlen. Laut einer Studie des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) aus München verzeichnete Bad Tölz-Wolfratshausen im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Übernachtungs- und 7,4 Millionen Tagesgäste. Sie bescherten den Betrieben im Landkreis einen Bruttoumsatz von rund 335 Millionen Euro. „Davon sind rund 51 Prozent auf die Tagesgäste zurückzuführen“, stellt Wüstefeld fest.

Der Umsatz komme nicht allein dem Gastgewerbe zugute, sondern direkt und indirekt etwa auch Dienstleistern, Landwirtschaft, Handwerks- und Handelsbetrieben. Denn die Gäste konsumieren und kaufen in der Region ein, und zudem profitieren der Lebensmittellieferant eines Restaurants oder der Handwerker, der einen Auftrag für Sanierungsarbeiten im Hotel bekommt.

„Ganz allein von den Menschen, die hier in der Region leben, könnten viele Betriebe nicht überleben“, stellt der TLT-Chef klar und betont: „Durch die Zahlen lässt sich grob ermessen, dass rund 4700 Vollzeitarbeitsplätze im Landkreis am Tourismus hängen.“

„Wo der Tourismus lebendig ist, da wird mehr investiert“

Davon abgesehen gebe es viel Infrastruktur, die Auswärtigen wie Einheimischen gleichermaßen zugute komme – die aber ohne den Tourismus nicht existieren würde. Wie sähe der Landkreis ohne sein reiches sportliches, kulturelles und gastronomisches Angebot aus? Der Lockdown in März und April habe eine Idee davon vermittelt, was für ein trauriges Bild die Region dann abgeben würde – man denke nur an die leer gefegte Tölzer Marktstraße.

Auch 260 Loipenkilometer, über 500 Kilometer beschilderte Radwege und Radrouten sowie 350 Kilometer beschilderte Wanderwege seien Teil einer Infrastruktur, die das Tölzer Land dem Tourismus verdanke, die aber auch den Einheimischen eine bessere Lebensqualität beschere. Wüstefeld: „Wo der Tourismus lebendig ist, da wird mehr investiert, und es lebt sich schöner.“ Der Tourismus sei ein „wesentlicher Baustein des Wohlstands im Tölzer Land, um den viele Regionen in Deutschland und Europa froh wären“.

Tourismusbranche hat im März und April am stärksten gelitten

Bewusst ist ihm freilich auch, dass der Ausflugsverkehr viele Menschen in der Region zuletzt bis an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht hat. Davon zeugte der Ärger über hinterlassenen Müll, Wildparker und auch die Demonstration unter dem Motto „Ausbremst is!“ in Kochel. Für den Ärger habe er „vollstes Verständnis“, so Wüstefeld. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge sei „bis zu einer Lösung auch viel Geduld vonnöten“. Schon der Wanderherbst und der Skiwinter stellen die Bevölkerung voraussichtlich bald vor die nächsten Belastungsproben.

Auf der anderen Seite habe der Lockdown im Frühjahr auch gezeigt, wie schnell es mit dem blühenden Tourismus vorbei sein kann. Von allen Wirtschaftszweigen habe der Tourismus mit einem Umsatzeinbruch von 33 Millionen Euro allein im März und April am stärksten gelitten. Die Branche brauche Unterstützung und Rückendeckung. „Im Vergleich zu einem großen Unternehmen, stirbt der Tourismus leise“, meint der TLT-Leiter.

Mit der Kampagne wollen er und seine Mitstreiter – die Kommunen Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen, Kochel am See, Lenggries, Wackersberg, Bad Heilbrunn, Benediktbeuern, Jachenau und Münsing sowie das Wirtschaftsforum Oberland und der Hotel- und Gaststättenverband – dazu beitragen, „um gemeinsam das Positive sehen zu können“. Gleichzeitig wolle man den Mitarbeitern im Tourismus-Bereich Danke sagen und auch den Gästen Wertschätzung vermitteln. Das Budget für die Kampagne, die vorerst bis Jahresende laufen soll, beträgt 20.000 Euro und wird zu 60 Prozent vom TLT im Landratsamt und zu 40 Prozent von den beteiligten Städten und Gemeinden getragen. Infomaterial und Plakate können Interessierte per E-Mail an info@toelzer-land.de bestellen.

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Nachdem die Hotels im Frühjahr leer standen und teils schließen mussten, fällt die Buchungsbilanz für den Sommer im Tölzer Land wieder recht positiv aus.

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