Die Schwestern verteilen die Lebensmittel vor Ort, die Peter Wiedemann und seine Frau durch Spenden organisieren.
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Die Schwestern verteilen die Lebensmittel vor Ort, die Peter Wiedemann und seine Frau durch Spenden organisieren.

Aktion von Peter Wiedemann

Kampf gegen die Hungersnot in Nepal: Tölzer sammelt Spenden

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Die Lage in Nepal ist ernst. In einem der ärmsten Länder der Welt sorgt die Corona-Pandemie, neben der fehlenden Infrastruktur im Gesundheitswesen, vor allem für eines: Eine Hungersnot. Der Tölzer Peter Wiedemann sammelt Spenden.

Bad Tölz - Der Geschäftsmann und ehemalige Stadtrat interessiert sich seit vielen Jahren für das Land. Er war dort bereits einige Male zum Bergsteigen gewesen, als er Heinz Reiter kennenlernte. Der ehemalige Polizist hatte sich in der Vergangenheit sehr in Nepal engagiert. „Er hat dort mit einfachen Mitteln geholfen“, sagt Wiedemann. Bei einem gemeinsamen Besuch in dem Land im Jahr 2017 zeigte Reiter dem Tölzer alle seine Projekte. „Dabei sind wir auch zu einem ehemaligen Kinderhaus gekommen“, berichtet Wiedemann. Dort bringen indische Ordensschwestern Frauen Schneidern und Computerarbeit bei. Denn eineinhalb Millionen junge Nepalesen arbeiten in den Arabischen Emiraten und fehlen in ihrer Heimat als Kräfte. „Daher müssen die Frauen diese Lücken füllen“, sagt Wiedemann. Auch gibt es aufgrund mangelnder Infrastruktur kaum Industrie in dem Land. „Es gibt kaum ausgebaute Straßen und die, die es gibt, sind in schlechten Zustand und überfüllt.“

Die meisten Nepalesen arbeiten als Tagelöhner ohne festes Arbeitsverhältnis. Das bedeutet: Gibt es keine Arbeit, gibt es auch kein Geld. Als Reiter 2018 starb, beschloss Wiedemann, seine Projekte fortzusetzen. Im Januar 2020 war Wiedemann zuletzt in Nepal. Damals war gerade geplant, eine neue Sozialstation etwa vier Stunden außerhalb von Kathmandu zu errichten – mit Hilfe von Spenden, die noch Reiter gesammelt hatte. „Dann kam die Pandemie.“ Auf einmal gab es größere Probleme, da durch die Einstellung des Flugbetriebes und Einreiseverbote auch in vielen Fällen die Möglichkeit versiegte, im Ausland zu arbeiten.

Peter Wiedemann

„Deshalb haben wir ein Nahrungsmittelprojekt gestartet“, sagt Wiedemann. Zunächst habe er zusammen mit seiner Frau aus eigenen Mitteln und Spenden, die er zu verschiedenen Anlässen gesammelt hatte, bis Januar etwa 850 Essenspakete organisiert, die von den Schwestern vor Ort verteilt wurden. Ein Paket kostet zehn Euro und reicht einer fünfköpfigen Familie für eine Woche. Es beinhaltet beispielsweise Reis, Linsen, Öl und Zucker aber auch Seife und wichtige medizinische Produkte wie Schmerztabletten.

Zweite Corona-Welle hinterließ tiefe Spuren

Als die privaten Spenden, die Wiedemann gesammelt hatte, aufgebraucht waren, beschloss er, weitere zu sammeln. „Heinz Reiter hat die Hilfe für Nepal damals schon auf offizielle Beine gestellt, um Spenden annehmen zu können.“ Nun läuft die Hilfsaktion über die Deutsch-Indische Gesellschaft Oberbayern, Wiedemann koordiniert die Spendensammlung.

Die zweite Corona-Welle sei für die Leute in Nepal grausam gewesen. „Die Not wird anhalten. Denn außer ein paar Everest-Touristen fährt momentan kein Besucher dort hin.“ Die Zustände seien chaotisch, die Krankenhäuser überfüllt. „Deshalb wollen wir unsere Aktion unbedingt fortsetzen.“

Nun hofft Wiedemann auf viele Unterstützer. „Ich garantiere dafür, dass das Geld genau dort ankommt, wo es benötigt wird“, sagt er. Er kenne die Kontaktpersonen in Nepal persönlich und wisse um ihre Vertrauenswürdigkeit. Wenn die Krise überstanden ist und Normalität eingekehrt ist, soll der Bau der Sozialstation weitergehen. „Aber momentan gibt es wichtigere Sachen.“

Spenden: Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies hier: Spendenkonto Deutsch-Indische Gesellschaft Oberbayern e. V., Sparkasse Bad Tölz Wolfratshausen, IBAN: DE75 7005 4306 0011 8092 74. Bei größeren Beträgen kann eine Spendenquittung ausgestellt werden.

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