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Griff in die Kasse: Der Angestellte einer Tankstelle wurde wegen Betrugs verurteilt. 

Verhandlung am Amtsgericht

Kassierer bedient sich aus der Kasse: Chef überführt ihn mit Überwachungskamera

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Weil er mehrfach in die Kasse griff, musste sich ein Tankstellen-Angestellter nun vor Gericht verantworten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nur einen Tag, nachdem er seinen neuen Job bei einer Tankstelle im Süd-Landkreis angetreten hatte, griff der Angestellte schon in die Kasse. Binnen vier Wochen hatte er seinen Chef um 871 Euro erleichtert. Nun wurde der Mann (38) wegen Computerbetrugs in 15 Fällen vom Amtsgericht Wolfratshausen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Damit kam der 38-Jährige mit einem dicken blauen Auge davon, denn im Tatzeitraum von Mitte Dezember 2018 bis Mitte Januar 2019 stand er unter einschlägiger offener Bewährung. „Warum das Ganze? Da greift man sich an den Kopf. Ein Warnschuss war ja da“, sagte Verteidiger Jürgen Wefelscheid kopfschüttelnd angesichts der Tatsache, dass sein Mandant erst im Frühjahr 2017 wegen Diebstahls in Tateinheit mit Computerbetrug zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war und ihm schon damals Bewährung zugebilligt wurde. „Es tut mir sehr leid, ich schäme mich dafür“, beteuerte der Beschuldigte. Zumal es sich bei dem Geschädigten um einen Freund handle.

Angestellter greift in die Kasse: 15 Fälle angeklagt

Der Tankstellenpächter erklärte, anfangs mit der Arbeit des Angeklagten zufrieden gewesen zu sein. Dann habe er „gemerkt, dass die Tagesumsätze im Tabakbereich rückläufig waren“. Nachdem er sich lange nicht erklären konnte, wie die Umsatzrückgänge zustande kamen, richtete er eine Überwachungskamera auf den Kassenbereich aus und schickte einen Testkäufer vorbei. Dabei zeigte sich, dass sein Kassierer Einkäufe der Kunden in der Kasse stornierte und das Geld herausnahm – anfangs nur kleine Beträge von sechs, sieben Euro, später auch mal 150 Euro am Tag. „In der letzten Woche war es richtig haarsträubend“, sagte der Pächter. Allerdings hatte er „vergessen“, diese letzten Tage bei seiner Anzeige mit anzugeben, weshalb nur 15 Fälle angeklagt wurden.

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„Unerfreulich, sehr unerfreulich“, kommentierte Richter Helmut Berger den Bericht des Bewährungshelfers, der kein gutes Licht auf den Angeklagten warf. Termine hielt er oft nicht ein, außerdem war er auch mit den Rückzahlungen an sein früheres Opfer mächtig im Rückstand. Im aktuellen Fall konnte er nachweisen, dass der angeklagte Schaden bis auf wenige Euro zurückgezahlt worden war. Das rettete ihn vor dem Gefängnis.

„Wenn noch irgendwas kommt, wird’s zappenduster“, sagt der Richter zum Angeklagten

Der Staatsanwalt erklärte, man könne „nicht davon ausgehen, dass es bei dem Angeklagten zu einer Änderung seines Lebenswandels kommt“, weshalb eine weitere Bewährung nicht in Betracht komme. Verteidiger Wefelscheid hingegen war „schon der Meinung, dass er bemüht ist, aus dem Schlamassel zu kommen,“ und bat das Gericht, „ausnahmsweise – das betone ich – noch einmal Bewährung“ zu geben. Richter Berger folgte dem Antrag der Verteidigung „mit ganz großen Bedenken“, bekräftigte aber, was auch der Verteidiger seinem Mandanten schon verdeutlicht hatte. „Es hängt jetzt am seidenen Faden. Wenn noch irgendwas kommt, wird’s zappenduster. Und wenn’s ein geklauter Kaugummi ist.“

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