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So geht‘s: Gerhard Gehringer erläutert, was bei einer sicheren Internet-Bestellung wichtig ist.

BRK-Mehrgenerationenhaus

Keine Angst vorm Tablet: Tölzer Computerteam macht Senioren fit für die virtuelle Welt

Auch Senioren wollen am virtuellen Leben teilhaben. Wie‘s richtig geht,  erklärt das BRK-Computerteam des Tölzer Mehrgenerationenhauses.

Bad TölzEs ist eine Situation, die viele aus eigener Erfahrung kennen: Die Enkel schenken zu Weihnachten ein Smartphone oder ein Tablet, aber die Großeltern können es nicht nutzen, weil sie nicht wissen, wie das Gerät funktioniert und was sie eigentlich damit machen können. Verwirrend ist die Vielzahl an kleinen Symbolen, an Apps oder die Frage, in welche Richtung man für welche Funktion am mobilen Telefon wischen soll.

Viele trauen sich nicht, öfter nachzufragen. Doch Informationen holen aus dem Internet, Mailkontakt, Einkaufen von zu Hause aus oder Online-Banking: Wer es nicht macht oder kann, ist heutzutage schnell außen vor.

Viele ältere Menschen haben das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören

„Die moderne Gesellschaft schließt hier ältere Menschen oft aus, und viele haben das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören.“ Das sagt Rita Knollmann, Leiterin des BRK-Mehrgenerationenhauses, die vor genau einem Jahr das „BRK-Computerteam“ ins Leben gerufen hat. Zugrunde liegt dem Angebot ein Förderprogramm des bayerischen Sozialministeriums, das älteren Menschen eine Teilhabe am virtuellen Leben ermöglichen soll. Die Kurse sind speziell auf diese Altersklasse zugeschnitten, und es geht ein bisschen langsamer zu als in entsprechenden Kursen der Erwachsenenbildung. Jeder soll schließlich mitkommen.

Ein Zuschuss von bis zu 4000 Euro jährlich über einen Zeitraum von vier Jahren ermöglichte Knollmann die Anschaffung mehrerer Smartphones und Laptops, die jeden Donnerstag im Mehrgenerationenhaus zum Einsatz kommen. „Jeder kann es ausprobieren, ohne selbst ein Gerät kaufen zu müssen. Dadurch sinkt die Hemmschwelle“, weiß Knollmann. Immer mehr Senioren nutzen das Angebot, sich von ehrenamtlichen Helfern das Smartphone, das Tablet oder das Laptop erklären zu lassen.

„Keine Angst vor digitalen Medien“ lautet die Devise

„Der Bedarf ist riesengroß“, sagen auch Walter Ossig, Gerhard Gehringer und Margit Herpich, die die Kurse, Vorträge und Workshops ehrenamtlich leiten. „Keine Angst vor digitalen Medien“ ist die Devise der drei Fachleute, die selbst bereits im Ruhestand oder im Teilruhestand sind. Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Thematik, hatten natürlich auch im Berufsleben damit zu tun. Im Wechsel werden verschiedene Themen rund um die Nutzung, die Vorteile, aber auch die Gefahren des Internets besprochen. Das große Thema Sicherheit steht dabei ganz oben auf der Liste, gerade weil viele hier sehr skeptisch sind. Wer jedoch die Scheu verliere, das Internet für sich zu nutzen, werde sich bald an den Annehmlichkeiten erfreuen können.

Denn besonders, wer nicht mehr so mobil ist, kann sich so seine alltäglichen Aufgaben wie beispielsweise Bankangelegenheiten erleichtern. Oder vielleicht einfach nur wissen, wo man einen Fernsehfilm nochmals sehen kann, den man ihn am Wochenende verpasst hat.   

Infos und Termine

Das BRK-Computerteam findet jeden Donnerstag von 15 bis 16.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus am Klosterweg 2 in Bad Tölz statt. Die Unkostenpauschale beträgt 3 Euro. Es werden außerdem noch Mediensprechstunden angeboten. Die drei ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen auf Wunsch auch zu den Teilnehmern nach Hause. Infos dazu gibt es unter Telefon 0 80 41/7 93 35 88. Ines Gokus

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