Die Villa hinter dem Kurpark: An einen Umbau der Gästezimmer in Ferienwohnungen glauben Verwaltung und Ausschuss nicht.
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Die Villa hinter dem Kurpark: An einen Umbau der Gästezimmer in Ferienwohnungen glauben Verwaltung und Ausschuss nicht.

Bauausschuss lehnt Umbau von Baudenkmal ab

Keine Ferienwohnungen in Tölzer Villa

Was tun mit alten Villen im Badeteil, die als Pensionen dienten, für die die Besitzer nun aber keine touristische Zukunft mehr erkennen? Ein Beispiel kam im jüngsten Bauausschuss zur Sprache. Für die Villa am Bergweg war der Umbau von drei Gästezimmern in Ferienwohnungen beantragt.

  • Eine Nutzungsänderung für das Baudenkmal von 1900 wurde schon im Juli beantragt
  • Für die Villa war der Umbau von drei Gästezimmern in Ferienwohnungen geplant
  • Stadtbaumeister misstraut dem Bauwerber

Bad Tölz - Stadtbaumeister Florian Ernst wies einleitend darauf hin, dass für das Baudenkmal von 1900 bereits im Juli eine Nutzungsänderung in Wohnungen und Büros beantragt worden war. Das wurde mit Verweis auf die laufende Voruntersuchung Badeteil zurückgestellt.

Bauausschuss hält Bauantrag für fragwürdig

Den nun geplanten Umbau in Ferienwohnungen wollte Ernst dem Bauwerber nicht so recht abnehmen. Es sei auffällig, dass die Umbauten in den oberen Geschossen identisch mit dem im Juli eingereichten Bauantrag seien. Dass Ferienwohnungen 125 bis 154 Quadratmeter groß geplant sind, hielt der Stadtbaumeister auch für eher unwahrscheinlich. Ebenso seien die im Bauantrag geplanten Ankleide- und Kellerräume „sehr unüblich“ für Ferienwohnungen. Da sollen wohl Großfamilien ihre Koffer unterstellen, konnte sich der Stadtbaumeister eine ironische Bemerkung nicht verkneifen. Kurzum: Die Verwaltung, und mit ihr sämtliche Bauausschussmitglieder, glauben nicht an eine Verwirklichung der Ferienwohnungen, sondern an eine verkappte Wohnnutzung. Auch die deutlich zu hohe GRZ von 0,99 sowie Probleme mit der Stellplatzsatzung führten zur Ablehnung.

Bauaufsicht kein zahnloser Tiger

„Ist das zu kontrollieren, dass da nicht doch Wohnungen entstehen?“, wollte Johannes Gundermann (Grüne) wissen. Das sei Sache des Landratsamtes, erwiderte Ernst. Gewöhnlich sei aber ohnehin der Nachbar der wirksamste Baukontrolleur. Aber nicht nur, ergänzte Bauamtschef Christian Fürstberger. Die Bauaufsicht im Landratsamt sei personell verstärkt worden. „Das ist kein zahnloser Tiger mehr.“  

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Christoph Schnitzer

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