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13,7 Kilo Amphetamin, 4,6 Kilo Marihuana, ein Kilo Haschisch und sieben Gramm Heroin brachten ein Tölzer und ein Komplize aus den Niederlanden nach Deutschland. Die überwiegende Menge verkaufte der 26-Jährige im Raum Bad Tölz gewinnbringend weiter.

Landgericht

Kiloweise Drogen transportiert

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Bad Tölz/München - Ein 26-jähriger Tölzer muss sich seit Montag vor dem Münchner Landgericht verantworten.

Manche lernen aus ihren Fehlern, andere nicht. Ein Tölzer (26) gehörte bisher zur zweiten Kategorie. Vom 2. Juli 2013 bis 13. Mai 2014 saß der arbeitslose Mann wegen Drogenhandels in der Justizvollzugsanstalt Bernau ein. Doch dort schmiedete er mit einem Mithäftling schon wieder Pläne, nach der Haftentlassung Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland zu bringen. Und so machten sie es dann auch – und zwar in rauen Mengen.

Seit Juni sitzt er nun wieder in Untersuchungshaft. Seit gestern muss er sich vor dem Landgericht München II wegen Einfuhr, Handeltreibens und Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten.

Der Tölzer ließ über seinen Verteidiger Michael Pösl gleich zu Prozessauftakt ein vollständiges Geständnis abgeben: „Sämtliche Vorwürfe des Anklagesatzes treffen so zu, wie sie der Herr Staatsanwalt vorgelesen hat.“ Er sei sehr nervös, denn es gehe um sehr viel für ihn, ließ der Angeklagte ausrichten. Er gab aber dann ruhig und umfassend Auskunft, beantwortete alle Fragen.

„Wie sind Sie auf diese Idee gekommen, auf diese glorreiche?“, fragte der Vorsitzende Richter Oliver Ottmann. Daraufhin schilderte der Tölzer seine Haft in Bernau. „Ich habe dort weiter durchgehend konsumiert“, sagte er. Vor allem Subutex, ein starkes Schmerzmittel, aber auch Spice und Gras. „Das gibt’s da illegal“, sagte er. „Sie müssen sich das ja so vorstellen: Da ist uferlos Zeug unterwegs. Da ist es schlimmer als am Hauptbahnhof.“ Das Subutex habe er manchmal geschenkt bekommen, manchmal als Lohn für Vermittlungen, manchmal als Tausch gegen ein oder zwei Tabakeinheiten. „Ich habe in der Haft eben nicht viel geändert.“

Kaum entlassen, ging es dann schon wieder los: Er nahm Amphetamin, Gras, Kokain, Tabletten und trank Alkohol. Dann folgte auch wieder der Drogenhandel: Der Angeklagte und sein Komplize brachten zwischen September 2014 und Juni 2015 mindestens 13,7 Kilo Amphetamin, 4,6 Kilo Marihuana, ein Kilo Haschisch und sieben Gramm Heroin aus den Niederlanden nach Deutschland. Die überwiegende Menge verkaufte der 26-Jährige im Raum Bad Tölz gewinnbringend weiter.

Er und sein Spezl fuhren das Rauschgift entweder selbst über die Grenze, ließen es von einem Kurier bringen oder schickten es per Paket. Um kein Aufsehen in der Familie des Tölzers zu erregen, ließ er die Drogen teilweise an andere zustellen. Gegen Zahlung von 300 Euro und für kleine Mengen Marihuana stellten ein Tölzer und ein Wackersberger ihre Adressen für die Päckchen zur Verfügung – bis zwei Päckchen nach Wackersberg abgefangen wurden.

Nun wolle er sein Leben ändern, sagte der Tölzer, der in der Haft seine Freundin geheiratet hat. Diesmal konsumiere er nichts im Gefängnis und gehe zur Drogenberatung, wo er lerne, mit dem Suchtdruck umzugehen. Für das Urteil wünscht er sich eine Unterbringung in der Entzugsanstalt. Nach der Haft will er zum ersten Mal im Leben arbeiten gehen. Und er will aus Tölz wegziehen, weil er im alten Umfeld immer wieder rückfällig wurde.

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