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In der Kindersportschule des Tölzer Turnvereins haben behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam Spaß. Geleitet wird das Programm von Sportlehrer Florian Bau. 

KISS

Einfach zusammen Spaß haben

Bad Tölz – Integration durch Sport: Die gemeinsame Sportstunden für behinderte und nicht behinderte Kinder der Kindersportschule KISS kommen gut an.

Manchmal geht es kinderleicht – das mit der Inklusion, dem Miteinander von Menschen ohne und mit Behinderung. Ein Beispiel dafür ist die Sportstunde in der Von-Rothmund-Turnhalle der Tölzer Lebenshilfe. Dort toben einmal wöchentlich Fünf- bis Achtjährige durch den Raum, knapp die Hälfte kommt von der Lebenshilfe.

Zuerst geht es ums Aufwärmen. Dazu wird Fangen gespielt. Dann teilt Florian Bau, Leiter der Kindersportschule (KISS) des Tölzer Turnvereins, Hockeyschläger und einen Ball aus und stellt zwei kleine Tore auf. Die Kinder sausen voller Begeisterung dem Ball hinterher. Was Schnelligkeit und Geschicklichkeit angeht, sind die Kinder kaum zu unterscheiden. Das gilt auch für die Übungen an den Geräten, die jetzt an der Reihe sind. Der Sportlehrer baut den Barren mit einer dicken Matte darunter auf. Dazu kommen zwei kleine Trampoline und zwei parallel nebeneinander stehende Bänke. Das Zirkeltraining absolvieren die Kinder so begeistert wie das Hockeyspiel.

Bau und zwei Fachkräfte der Lebenshilfe sind immer dabei. Sie sorgen aber nicht nur dafür, dass sich keiner verletzt. „Bei manchen unserer Kinder kommt eine Erklärung einfach nicht beim ersten Mal an, sie brauchen länger, bis sie verstehen“, sagt Gruppenleiterin Kerstin Kölle von der Lebenshilfe, die mit ihrer Kollegin Corinna Schlüsselhuber Bau unterstützt.

Seit der ersten Sportstunde im September 2015 habe sich viel getan. „Die Gemeinschaft in der Gruppe hat sich sehr gut entwickelt“, so Kölle. Die einen haben gelernt, nachzugeben, die anderen, sich durchzusetzen. „Beide Seiten lernen voneinander. Das hier ist eine tolle Sache“, freut sich die Pädagogin.

KISS hatte sich im vergangenen Jahr an die Lebenshilfe gewandt und angefragt, ob Interesse an einer gemeinsamen Turnstunde bestehe. Kölle nahm den Ball auf. „Das Echo war positiv“, berichtet sie. „Wir konnten leider gar nicht alle Kinder in der Stunde unterbringen.“ Bau berichtet von unterschiedlichen Reaktionen seitens der Eltern, denen die Lebenshilfe nicht vertraut war. „Die einen haben enthusiastisch reagiert, andere erst einmal gar nicht. Sie haben sich einfach darauf eingelassen.“

Bau sind Kinder mit Behinderung vertraut. „Seit Beginn von KISS 2013 waren immer schon zwei Kinder der Lebenshilfe dabei.“ Für die Mädchen und Buben ist die gemeinsame Sportstunde einfach nur ein riesengroßer Spaß. Bau nennt den Grund, warum alle Kinder – behinderte und nicht behinderte – mühelos zusammenfanden: „Kinder sind einfach vorurteilsfrei.“  bib

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