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Kajak-Touren durch wilde Berglandschaften erlebte die Gruppe um Tom Schwarz (links) und Henrik Heubl.

Tour durch Spanien

Kinofilm von und über junge Tölzer: Kajak-Trip mit Komplikationen

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Staudämme, Krankheiten, Diebe: Das Kajak-Abenteuer sechs junger Männer aus dem Tölzer Land in Spanien war mit Komplikationen verbunden. Der Film zur Tour läuft am Sonntag unter dem Titel „Goodbye Alltag“ im Tölzer Kino.

Bad Tölz – Nach der ersten Nacht in Spanien hat Matthias Bochum nur noch fünf Boxershorts, ein Handtuch, eine Pumpe und sein Boot. Betrüblicher könnte das Abenteuer nicht beginnen als in diesem Park in Barcelona. Blauer Himmel, die Sonne blitzt durch die Bäume. Aber „der Supergau ist passiert“, sagt einer der Jungs. Sie wurden bestohlen.

„Jungs“ – so nennen sich die jungen Männer zwischen 17 und 20 Jahren aus dem Tölzer Land. Sie haben Roadtrips durch Kroatien und Italien hinter sich, sie sind in 28 Tagen 1000 Kilometer durch Norwegen geradelt. Und nun war Spanien dran: Drei Wochen mit Kajaks auf den wilden Flüssen Noguera Pallaresa, Segre und Ebro. Bei 40 Grad. Immer dabei: drei Kameras, mit denen die „Jungs“ alles dokumentierten – vom Salto-Sprung ins Wasser bis zum Zähneputzen im Wald. Der einstündige Film „Goodbye Alltag – Tölzer Jungs mit dem Kajak durch Spanien“ läuft am Sonntag um 17.30 Uhr im Isar-Kinocenter.

„In der ersten Stunde haben wir 70 Karten verkauft“, sagt Henrik Heubl. Der 17-jährige Tölzer Gymnasiast und seine Freunde Tom Schwarz (18), Tim Hund (20), Vincent Goymann (17), Matthias Bochum (17) und Michi Bischof (18) bedienen dieser Tage alle Kanäle der sozialen und klassischen Medien, um Aufmerksamkeit für ihre Abenteuer-Doku zu bekommen.

Vincent schwärmt von „voll krassen Erlebnissen, die man nicht im Pauschal-Hotel-Urlaub kriegt“. Den Königsdorfer und seine Kumpel habe das Minimalistische gereizt – „back to the basics“, nennt es Tim, der die vielen Stunden an Videomaterial am Ende zusammenschneiden durfte. Er war es auch, der bei Google Maps im Internet einfach mal nach Flüssen in Spanien suchte – ohne zu schauen, ob sie boottauglich sind. „Ziellos losfahren, das ist unser Ding“, sagt Henrik.

Die „Jungs“ ritten sich also gewissermaßen geplant in Schwierigkeiten. Sie hatten ja nach Herausforderungen gesucht. Auf dem Wasser begegneten sie nicht nur Baumstämmen, Dreck und unheimlich vielen Spinnen, sondern auch großen Staudämmen: So mussten sie Kajaks und Ausrüstung über Berge aus Geröll schleppen.

Zwischen purer Freiheit und purer Erschöpfung (v. li.): Tim Hund, Henrik Heubl, Tom Schwarz , Michi Bischof und Vincent Goymann suchten die Herausforderung in Spanien. Der Sechste im Team, Matthias Bochum, wurde krank und musste vorzeitig abreisen.

Der Film zeigt Momente der puren Freiheit – wenn Hängematten über Flussarme gespannt werden, wenn die Boote durch wilde Berglandschaften treiben. Aber oft zeigt er auch erschöpfte Gesichter, die vier Tage lang keine Zivilisation gesehen haben. Müde Mienen, Burschen, die nachts aufschrecken, weil sie von Polizisten aus einem Park verscheucht und von einem Rasensprenger geweckt werden. Der negative Höhepunkt: Matthias musste vorzeitig heimfliegen. Sonnenstich, Durchfall, Erbrechen. „Die Jungs machen die Tour ohne mich fertig“, sagt er, sichtlich gequält, in die Kamera.

Der Mix aus perspektivisch gefilmten Landschaftsbildern und verwackelten Amateuraufnahmen gibt dem Film eine eigene Dynamik. Da ist keine Stimme aus dem Off, sondern Atmosphäre pur. „Wir wollten die Story live übermitteln – also unsere Erlebnisse sofort erzählen, wenn sie passiert sind“, sagt Tim Hund. Das Tour-Video wirkt nur sehr selten inszeniert. Oder wie er sagt: „100 Prozent true.“

Der Film „Goodbye Alltag“

läuft am Sonntag einmalig um 17.30 Uhr im Tölzer Isar-Kinocenter. Karten gibt es unter www.jungs.reisen für fünf Euro.

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