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Die Swinging Souls Bad Tölz proben in der Kirche Heilige Familie. Am Keyboard Chorleiter Ansgar Dehm.   

Lockerung der Corona-Auflagen

Klangvolles Wiedersehen: Chöre im Tölzer Land proben wieder

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Lange Zeit konnten sie sich nicht treffen und gemeinsam singen – doch mit den neuesten bayernweiten Corona-Lockerungen sind auch Chorproben wieder möglich. Während manche Sängergemeinschaften noch zurückhaltend sind, proben andere schon munter drauf los.

Bad Tölz-Wolfratshausen – So etwa der Gospelchor Swinging Souls Bad Tölz mit seinen rund 35 aktiven Mitgliedern. Die erste Freiluftprobe fand am 24. Juni statt. „Es war schön, dass wir uns wiedersehen konnten“, sagt Chorleiter Ansgar Dehm. Auch wenn es dazwischen vier Online-Proben gab, an denen etwa 15 Sänger teilgenommen haben, „war das einfach nicht vergleichbar mit einer normalen Probe“. Musikalisch sei die Freiluftprobe freilich „keine Offenbarung“ gewesen. Draußen fehle schlicht „die raumakustische Resonanz“, erklärt Dehm.

„Swinging Souls“ proben in der Kirche

Auch mit Blick auf den Abstand zwischen den Sängern sei das „keine Dauerlösung“ gewesen, ergänzt der Chorleiter. „Die Pfarrgemeinde Heilige Familie hat uns dann erlaubt, bis Ende des Jahres in der Kirche zu proben.“ Dafür seien alle sehr dankbar. In der Kirche sei genug Platz, um den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten. „Ansonsten gelten die Hygienevorschriften der Pfarrgemeinden, und nach 20 Minuten machen wir immer eine Pause“, erklärt Dehm. Die erste Probe in der Kirche habe sich wie ein Heimkommen angefühlt. „Wir konnten endlich unsere Musik wieder zum Ausdruck bringen. Es war ein tolles Miteinander, und wir hatten ein richtiges Konzertgefühl dabei“, schwärmt der Musiker.

Zu große Abstände zwischen den Sängern sind problematisch

Wolfgang Morlang, Vorsitzender des Lenggrieser Männergesangsvereins Liederkranz, merkt seit der ersten Präsenzprobe am 23. Juni auch einen deutlichen Unterschied durch den Abstand zwischen den Sängern. „Dadurch sind wir eingeschränkt. Man hört die anderen nicht gut genug. Dazu können wir nur 60 statt 105 Minuten proben“, sagt er. „Den gewohnten Trainingszustand wie vor Konzerten“ könne der Liederkranz so nicht erreichen. Derzeit probt der Männerchor im Pfarrheim, jedoch nicht in voller Besetzung. „Von den 25 Sängern kommen durchschnittlich 19 zur Probe. Mehr als 20 dürften sich aber sowieso nicht im Saal aufhalten“, erklärt Morlang.

Die Risikogruppe singt ausschließlich draußen

Elisabeth Göbel ist evangelische Dekanatskantorin in Tölz. Sie leitet drei Vokalchöre und einen Posaunenchor. Der Start der Proben Anfang Juli sei „holprig und für alle ungewohnt“ gewesen. „Beim Frauenchor „Just Eve“ habe es wegen der geringen Anzahl von sechs Sängerinnen am Unkompliziertesten funktioniert. ist. „Da ist es einfacher, den Abstand einzuhalten“, sagt Göbel. Trotzdem würde sie bei allen Proben nach 20 Minuten für zehn Minuten lüften. Wenn möglich, „gehen wir bei den Proben an die frische Luft. Mit dem Seniorenchor sind wir ausschließlich draußen, da viele der Risikogruppe angehören“, sagt Göbel.

Nun müsse man sehen, wie es mit der Johanniskantorei mit 40 Sängern weitergehe. „Aktuell proben wir in Gruppen à neun Leuten in einem Raum.“ Eine Vollbesetzung wäre aktuell nicht möglich, außerdem gebe es einige, die mit Blick auf Corona noch nicht zu den Proben kommen wollen, so Göbel.

Kinder- und Jugendchor startet im neuen Schuljahr wieder

Der Kinder- und Jugendchor Sachsenkam verzichtet noch ganz auf Präsenzproben. Chorleiterin Maria Huß erklärt: „Mit etwa 25 Kindern und den Hygiene- und Abstandsregeln ist mir das einfach zu viel.“ Es sei schwer möglich, alleine während der Probe auf alles zu achten. Zusätzlich sei der Raum von der Gemeinde noch nicht für den Chor freigegeben. „Es ist zu wenig Platz“, sagt Huß.

Ihr Ziel ist es, kommendes Schuljahr wieder mit den Proben zu beginnen. „Im Kinderbereich ist das Ganze schwer abschätzbar. Aber momentan ist eh Chor-Sommerpause“, erklärt die Leiterin. Damit die Kleinen in der Zwischenzeit nicht komplett auf gemeinsames Singen verzichten müssen, gibt es vom bayerischen Sängerbund, dem der Sachsenkamer Kinderchor angehört, Online-Proben für die Mädchen und Buben. „Am Samstag findet die zweite Probe statt. Letztes Mal haben knapp zehn unserer Kinder mitgemacht“, sagt Huß.

„Corona ist nicht vorbei, aber die Lockerung hilft uns als Chor sehr“, erklärt Sonja Hohmann, Vorsitzende des Sachsenkamer Frauenchors Chorella. Ein detailliertes Hygiene-Konzept hänge im Probenraum aus. „Auch wenn die Auflagen hoch sind, haben wir wieder große Freude am Singen und am sozialen Austausch“, sagt Hohmann.

Kammerkonzert in Bad Tölz

„Froh“, wieder aktiv werden zu können, ist der Kammerchor der Tölzer Pfarrei unter Leitung von Christoph Heuberger, der am Samstag, 11. Juli, um 20 Uhr in der Kirche Heilige Familie ein etwa halbstündiges Konzert geben wird. Die 12 Sänger präsentieren ein „gemischtes Programm“, sagt Heuberger. 60 Zuhörer können auf zugewiesenen Plätzen kostenlos zuhören.

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