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Fast wie im Englischen Garten: Das an schönen Tagen immer intensiver genützte Erholungsgebiet Isar soll innerstädtisch aufgewertet werden. Das war ein Thema in der Tölzer Stadtratsklausur. 

Klausur des Tölzer Stadtrats

Lichtspiele an der Isar und in der Marktstraße

Bad Tölz - „Uns fragt ja keiner“ kritisierten zwei 15-jährige Tölzer in einem Leserbrief, dass man im Rathaus kein Interesse an der Meinung der Jugend zur Stadtentwicklung habe. Der Vorwurf traf und wurde indirekt auch bei der Stadtratsklausur thematisiert.

Zwei Tage lang zogen sich 20 von 24 Tölzer Stadträten nach Freising zurück und diskutierten sozusagen auf neutralem Boden Kernthemen der Stadtpolitik. Ganz oben auf der Agenda stand das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Ein komplizierter Begriff für eine einfache Frage: Wie geht man mit Flächen für Bauland, Gewerbe und öffentlichen Raum in Tölz künftig um.

 Zur Beantwortung hat die Stadt das Kaufbeurer Fachbüro Leuninger&Michler angeheuert. Annegret Michler (Regierungsbaumeisterin und Architektin) und Stefan Leuninger (Diplom-Geograph) waren auch bei der Stadtratsklausur in Freising dabei und referierten über das Konzept, das im Herbst im Stadtrat vorgestellt werden soll. 

Und hier kommen auch die beiden jugendlichen Leserbriefschreiber Giulia Deissenberger und Simon Heinl ins Spiel, die im April als Reaktion auf die Kurier-Serie „Der Reiz von Bad Tölz“ mangelnde Freizeitmöglichkeiten in Tölz und den geringen Einfluss ihrer Altersklasse beklagt hatten. Bürgermeister Josef Janker war nach seinen Worten „sehr erschrocken“ über diese Aussagen. Aber sie haben gewirkt. Bei der Auslotung der Tölzer Entwicklungspotenziale sollen künftig auch Schulen und Jugendliche eingebunden werden, sagte Janker gegenüber dem Tölzer Kurier. 

Bei der Klausur wurden spannende Arbeitsbereiche angesprochen: Etwa die Gestaltung des Naherholungs- und Freizeitbereichs Isar im Stadtbereich. An schönen Tagen ist die Isarpromenade bevölkert wie der Englische Garten in München. Ein Flussbad ist aus Hochwasserschutzgründen wohl nicht realistisch. Die Aufenthaltsqualität an der Isar kann – auch für Kids – deutlich verbessert werden. Ein Beachvolleyplatz etwa. Das ISEK soll auch hier konkrete Vorschläge machen.

Der Fluss stand dabei auch im Fokus, als Christian und Elke Späth vom gleichnamigen Tölzer Lichtdesignbüro vor den Stadträten sprachen. Schon vor Jahren hatte sich der Stadtrat einmal an die Idee einer raffiniert illuminierten Isarbrücke gewagt – und sie wieder verworfen. Die Spezialisten können sich laut Janker Lichtspiele entlang der Isar vorstellen, bei denen mit den Wellenbewegungen der Isar gespielt wird. Mit Licht, sagt Janker, lässt sich aber auch eine Marktstraße mit ihren Fresken prächtig in Szene setzen.

Thema in der Klausur war auch die städtebauliche Entwicklung. Klar, dass auch der Zwickerhof angesprochen wurde. In der Verlängerung der Heiß- und Ludwig-Thoma-Straße ist wie berichtet ein neues Wohngebiet geplant. Janker spricht von zwei Unterschriftensammlungen und einer Bürgerinitiative gegen das Vorhaben wegen der Erschließung über die genannten Straßen. Wie die Zufahrt erfolgen soll, darüber müsse der Eigentümer laut Janker ein Konzept vorlegen. Grundsätzlich könne man sich das Wohngebiet von Seiten der Stadt aber vorstellen. Über die Größe kursieren laut Janker viele Fantasiezahlen. Er spricht von 1,2 bis 1,5 Hektar nutzbarer Fläche und 2 Hektar mit Erschließung.

Auch übers Personal wurde gesprochen. Sowohl Kämmerei als auch Bauamt werden im kommenden Jahr um je eine Stelle verstärkt. Beide Ämter seien „bis oben hin voll“ mit Aufgaben, sagte Janker und nannte das immer kompliziertere Steuer- und Dienstrecht sowie die zahlreichen städtischen Bauprojekte als Beispiele. Christoph Schnitzer

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