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Ecstasy-Tabletten: Eine einzige davon hatte ein 19-jähriger Tölzer in der Tasche, als ihn die Polizei anhielt (Symbolfoto).

Aus dem Amtsgericht

Kleine Menge Drogen in der Tasche: Tölzer (19) läuft panisch vor der Polizei weg

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Als er in eine Polizeikontrolle geriet, fiel einem Tölzer ein, dass da seit seinem letzten Discobesuch noch etwas in seiner Jackentasche schlummerte.

Bad Tölz/WolfratshausenMit Drogen hat er eigentlich nichts am Hut. Als er sich trotzdem eines Nachts Anfang März in einem Club überreden ließ, „was zu probieren“, ging das gründlich in die Hose: Sieben Monate später wurde der Tölzer Einzelhandelskaufmann (19) wegen unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln zu 250 Euro Geldstrafe verurteilt.

„Ein Typ in meinem Alter hat mir das angeboten. Ich habe es erst abgelehnt, aber irgendwann dann Ja gesagt“, erzählte der Angeklagte, wie er beim Besuch eines Nachtlokals am Amortplatz 0,4 Gramm Marihuana und eine Ecstasy-Tablette für zusammen 20 Euro gekauft hatte. Auf die Frage des Jugendrichters, was damit habe passieren sollen, antwortete der junge Mann schulterzuckend: „Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht.“

Drogen in der Jackentasche: Da gerät 19-Jähriger in Bad Tölz in Polizeikontrolle

Stattdessen steckte er die Drogen in seine Jackentasche. Dort hatte er sie immer noch, als er eine Woche später mit Kopfhörern auf den Ohren durch die Marktstraße lief und von einer Polizeistreife kontrolliert wurde. Er habe sein Handy-Ladekabel und ein Feuerzeug auf die Motorhaube des Polizeiautos gelegt, dann sei er „aus Panik weggerannt“, erklärte der Verkäufer. 

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„Da war für uns klar, dass er etwas zu verbergen hatte“, berichtete der Polizist, der den Flüchtenden nach wenigen Metern einholte. Angesichts der kleinen Menge sei für ihn „unerklärlich gewesen, warum er weggelaufen ist“, sagte der Zeuge. Zumal auch eine anschließende Wohnungsdurchsuchung keine Anhaltspunkte für regelmäßigen Drogenkonsum erbracht habe.

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Den Vorschlag des Gerichts, das Verfahren gegen Zahlung eines Geldbetrags einzustellen, lehnte der Staatsanwalt ab, weil eine Ecstasy-Tablette mit im Spiel war. So verurteilte Richter Urs Wäckerlin den Tölzer zu einer Geldstrafe von 250 Euro, zahlbar an die Caritas.

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Außerdem muss der Angeklagte auf eigene Kosten ein Drogenscreening machen und die Kosten des Verfahrens zahlen. „Sie waren so blöd, das Zeug anzunehmen und zu bezahlen“, hielt Wäckerlin dem 19-Jährigen vor, den er „nicht für einen Drogenkonsumenten halte“. Was danach folgte, falle in die Rubrik „Dumm gelaufen“.

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