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Beim Bouldern sind sportliche Höchstleistungen gefragt – allerdings relativ nah am Boden.

Sportler freuen sich

Kletterzentrum Bad Tölz bekommt eine brandneue Boulderhalle

Neben dem bekannten Kletterzentrum in Bad Tölz wird eine neue Boulderhalle gebaut. Die Stadt ist Bauherr und verpachtet das Gebäude. Wie die Entscheidung zustande kam:

Bad Tölz– Was ist Bouldern? Franz Melf, seit bald 14 Jahren Chef des Tölzer Kletterzentrums, verglich es bei der Vorstellung des Hallenprojekts am Dienstag im Tölzer Stadtrat mit „dem Baumkraxeln von früher“. Es sei bei einer maximalen Absprunghöhe von 4,50 Metern und den dicken Weichmatten zur Abfederung am Boden ungefährlich und müsse nicht beaufsichtigt werden. Zum Bouldern brauche man keine besondere Ausbildung. Nicht zuletzt deshalb sei es sehr gefragt bei Kindern, Jugendlichen, Familien und Schulklassen. Es wäre auch ein Zusatzangebot für die Sportjugendherberge, sagte Melf. 2020 wird Bouldern sogar olympische Disziplin.

Bisher hat das 2004 eröffnete Kletterzentrum auf der Tölzer Flinthöhe einen Boulderraum mit rund 10 000 Besuchern im Jahr. Seit geraumer Zeit will man auf dem Platz an der Bundesstraße 472, wo heute noch fünf Garagen aus der US-Zeit stehen, eine Boulderhalle bauen, die durch eine Glasbrücke mit dem Kletterzentrum verbunden ist. Letzteres hat rein praktische Gründe. Alle Boulder-Kunden können so über die Kasse des Kletterzentrums erfasst werden. Melf: „So brauchen wir kein zweites Personal. Nur so macht das Ganze Sinn.“

Rund 1,4 Millionen Euro sind netto aufzubringen. Die Halle (1 Million Euro) würde die Stadt übernehmen und sie an den Trägerverein des Kletterzentrums mit sieben angeschlossenen AV-Sektionen und rund 20.000 Mitgliedern verpachten. Den Innenausbau (350.000 Euro) übernimmt der Trägerverein aus eigenen Mitteln, Zuschüssen und Darlehen seiner Sektionen. „Das habe ich mir angeschaut. Das ist wirtschaftlich darstellbar“, sagte Kämmerer Hermann Forster.

Blick von der Stadt: Neben dem Kletterzentrum entsteht links eine Boulderhalle. Beide Gebäude sind durch eine Glasbrücke verbunden.

Rund 40.000 Besucher zählt das Kletterzentrum im Jahr. „Wie viele kommen hinzu?“, wollte Andreas Wiedemann (FWG) wissen, der die neue Attraktion als ideale Ergänzung des Sportparks bezeichnete. „Ganz vorsichtig 15 000“, erwiderte Melf. Das Maximum, so beantwortete er eine Frage René Mühlbergers (CSU), werden wohl 25.000 bis 30.000 Besucher sein. „Das finanzielle Risiko ist kalkulierbar“, bat Peter Wiedemann (FWG) um Zustimmung. „Wenn wir schon mal eine Einrichtung in Tölz haben, die so zeitgemäß und für die Jugend ist und wo so viele Menschen hingehen.“ Auch Margot Kirste (FWG) unterstützte das Projekt. Man solle die Gelegenheit aber gleich nutzen und Toiletten für den nahen Skaterplatz und den „Dirt-Park“ errichten.

Willi Streicher (SPD) hatte nachgerechnet und hielt die finanzielle Unterstützung der Stadt für vergleichbar mit der der beiden Fußballvereine. Michael Lindmairs (FWG) Frage, ob Wettkämpfe in der Halle ausgetragen werden können, bejahte Melf.

Es gab aber nicht nur positive Stimmen. Anton Mayer (CSU) lehnte das Projekt ab, weil ihm die Kostenberechnung nicht detailliert genug war. Christof Botzenhart (CSU) erklärte frank und frei, dass ihm 1,2 Millionen Euro zu teuer seien. Da würden Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt. Dritter im Bunde der Gegner war Anton Heufelder (CSU).

Franz Mayer (Grüne) erinnerte an das Racquetball-Hallenprojekt, das erst abgelehnt wurde, als die Kosten von 600.000 auf 1,6 Millionen Euro explodiert waren. „Da war die Zahl der Nutzer aber viel kleiner und nicht vergleichbar. Bei der Boulderhalle ist das anders. Hier wird hervorragende Jugendarbeit geleistet.“

Mit 17:3 Stimmen wurde der Bau einer Boulderhalle befürwortet, und Franz Melf verließ mit strahlender Miene den Sitzungssaal.

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