+
Ein Getriebeschaden am Bus bereitete den Gästen aus Russland unerwartete Probleme. Chorleiterin Olga Mironova (2. v. re.) bedankte sich bei den hilfreichen Tölzer Abschleppern. Das Ersatzteil musste in Polen geholt werden.

Knabenchorfestival: Bilanz der Organisatoren

Glücklich, auch wenn Plätze frei blieben

  • schließen

Wunderbare Stimmung, tolle Konzerte und begeisterte Gäste und Sänger: So gesehen war das Knabenchorfestival ein voller Erfolg. Einzig die mauen Besucherzahlen trüben die Bilanz. Und hinter den Kulissen gab es noch Trubel um den russischen Bus.

Bad Tölz– Als der Tölzer Knabenchor im vergangenen Jahr sein 60-jähriges Bestehen feierte, waren alle drei Konzerte ausverkauft. Heuer hingegen blieben viele Plätze frei – vor allem das Eröffnungskonzert blieb hinter den Erwartungen zurück. Es waren vor allem Gäste von weiter her, auch aus dem Ausland, die heuer zum Festival gekommen waren.

Knabenchor und Tourist-Info wollen sich nun bald zusammensetzen und überlegen, wie sie die Werbung optimieren können. „Ich glaube, Menschen aus der Metropolregion München fahren selten zu Konzerten aufs Land, es sei denn, es handelt sich um eine Brauchtumsveranstaltung“, sagt Susanne Frey-Allgaier, die stellvertretende Kurdirektorin. Bei ihr liefen organisatorisch alle Fäden zusammen.

Zudem hat sie festgestellt, dass der Knabenchor bei einigen Einheimischen ein verstaubtes Image hat. „Deswegen scheuen wohl manche die Konzerte“, sagt sie. Aber wer seine Vorurteile überwunden habe und ins Konzert gehe, sei nachher begeistert, sagt die Tölzerin. Auch Knabenchor-Geschäftsführerin Barbara Schmidt-Gaden will mit der Tourist-Info an neuen Werbe-Wegen arbeiten. „Wir haben Konzertmitschnitte gemacht, die man vielleicht zu einem kleinen Image-Film schneiden kann.“

Tourist-Info und Knabenchor freuen sich derzeit aber in erster Linie über die vielen positiven Rückmeldungen, die sowohl von den Besuchern als auch von den Sängern kommen. „Ein Bub aus Österreich meinte, dass er eigentlich gar nicht mehr heim möchte“, erinnert sich Frey-Allgaier schmunzelnd. Für die russischen Kinder sei es in Tölz wie im Märchen gewesen.

„Die Buben sind regelrecht aufgeblüht“, sagt Schmidt-Gaden. Die Gegend, das Essen – „all das hätten sie zu Hause nicht“, hat die Knabenchor-Geschäftsführerin zu hören bekommen. Einige haben sogar gesagt, dass diese Reise „ihre Zukunft beeinflussen wird“.

Freilich ist jetzt erst einmal zu hoffen, dass die Kinder mit dem Bus heil nach Hause kommen. Denn bei dem Gefährt wurde am Samstag ein Getriebeschaden festgestellt – und dann war die Aufregung groß.

Die Tourist-Info hatte Inna Deisling aus Bad Tölz als Dolmetscherin engagiert. Sie musste unerwartet großen Einsatz leisten und auch technische Details klären. Zu guter Letzt fuhr einer der beiden Busfahrer mit dem Privat-Auto von Barbara Schmidt-Gaden nach Polen, weil nur dort das entsprechende Ersatzteil zu bekommen war.

Es war fast ein Wunder, dass die Russen wie geplant am Montag um 8 Uhr morgens die Heimreise antreten konnten – in einem Bus, den man in Deutschland sicher ausgemustert hätte. „Ich war erstaunt, dass die Unterschiede zwischen Deutschland und Russland noch so groß sind“, sagt Frey-Allgaier offen. Die 47 Sänger aus Dubna und ihre Begleiter werden zweimal in Polen übernachten, um die insgesamt fast 2500 Kilometer lange Strecke zurückzulegen. Am Donnerstag werden sie in ihrer Heimat zurückerwartet.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto überschlägt sich auf der B11
Sie waren im Mietwagen unterwegs - und erlitten am Freitagabend in Kochel einen schweren Unfall, bei dem sich ihr Pkw überschlug: Ein Mann und seine Beifahrerin wurden …
Auto überschlägt sich auf der B11
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Freitagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Freitagabend
Unfall in Kochel: Pkw hat sich überschlagen
Unfall in Kochel: Pkw hat sich überschlagen
Festwoche Gaißach: Heute Tag der Nachbarschaft, Vereine und Betriebe
Festwoche Gaißach: Heute Tag der Nachbarschaft, Vereine und Betriebe

Kommentare