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So stellt sich die Stadt die Anlage im Kurpark vor. Der Zugang wäre gegenüber dem Vitalzentrum. 

Bauausschuss

Kneippen im Kurpark

Der Tölzer Bauausschuss hat dem Bau einer Kneippanlage grundsätzlich zugestimmt. Allerdings nur unter der Bedingung, dass es eine 50-prozentige Leader-Förderung geben wird und die Kosten nochmals detailliert dargestellt werden. 

Bad Tölz – Geredet wird schon lange darüber, nun will die Stadt Nägel mit Köpfen machen. Im Tölzer Bauausschuss wurde über die Anlage eines Kneippbeckens im Kurpark neben der Fußgängerzone diskutiert. An der Isar gab es schon einmal eine Anlage, die aber vor einigen Jahre geschlossen wurde. Das Gesundheitsamt hatte die Hygiene bemängelt.

Nun will man die Nähe des Vitalzentrums mit seinen Sanitäranlagen nutzen, um eine neue Kneippanlage mit Sitzgelegenheiten zu errichten. Wegen der nahen Bäume und des anfallenden Laubs ist ein naturnahes Becken geplant. „Da fallen ein paar Blätter nicht gleich auf“, meinte Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Gleichwohl werden ein bis zwei Hausmeisterstunden pro Woche anfallen, um die Anlage zu reinigen, beantwortete er die Frage nach den Unterhaltskosten von Andrea Grundhuber (Grüne).

Der Standort Kurpark sei aber richtig, meinte Kurdirektorin Brita Hohenreiter. Das Therapieprogramm des Vitalzentrums werde so erweitert und der Kurpark als sozialer Treffpunkt aufgewertet. Es sollen ausdrücklich nicht nur Urlauber, sondern auch Einheimische und Kinder das Angebot mitnutzen. Eines der Handbecken soll rollstuhl- und kindgerecht sein. Kneippen für Kinder? Natürlich. Der Kindergarten Oberfischbach ist zum Beispiel eine Kneipp-Einrichtung, wussten mehrere Sitzungsteilnehmer. Michael Lindmair (FWG): „Und das funktioniert gut.“ Eine Kooperation mit Kindergärten der Umgebung könnte auch bei der Finanzierung des nicht ganz billigen Projekts helfen.

Auf 200 000 Euro netto schätzt Fürstberger die Baukosten. Die Stadt will aber versuchen, als Leader-Projekt mit 50 Prozent gefördert zu werden. Eine interkommunale Zusammenarbeit wäre da als Argument hilfreich, sagte Hohenreiter. Es gab auch Kritik. Robert Paintinger (CSU) konnte sich nicht vorstellen, was an einer Kneipp-Anlage 200 000 Euro kosten soll. „Auch die Leader-Leute drucken das Geld nicht selbst. Das ist Steuergeld.“ Fürstberger erwiderte, dass Außenanlagen nun mal ziemlich teuer seien. Außerdem müsse man Zufluss und Abwasser planen. Man hoffe, eine eigene Quelle dafür anzapfen zu können. Die Frage von Zuhörer Willibald Raab vom Freundeskreis Badeteil, ob man denn in einem denkmalgeschützten Kurpark so ohne Weiteres ein Kneippbecken errichten dürfe, beantwortete Bürgermeister Josef Janker. Man werde das Landesamt für Denkmalpflege einbeziehen und eine denkmalschützerische Erlaubnis beantragen.

Unter der Bedingung, dass es eine 50-prozentige Leader-Förderung geben wird und die Kosten nochmals detailliert dargestellt werden, stimmte der Ausschuss grundsätzlich dem Bau zu. 

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