Nicht jeder Hund ist folgsam, wenn Herrchen oder Frauchen ihn von der Leine lässt.
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Nicht jeder Hund ist folgsam, wenn Herrchen oder Frauchen ihn von der Leine lässt.

Aus dem Gemeinderat

Kochel soll „Hundeüberwacher“ einstellen

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Hinterlassenschaften von Pferden und Hunden sind für viele Menschen ein Ärgernis. Auch frei laufende Hunde sorgen oft für Diskussionen, wie jetzt am Dienstag im Kochler Gemeinderat.

Kochel am See – Die Diskussion wurde von Markus Greiner (Junge Liste) angestoßen. Zuvor hatte der Gemeinderat erneut diverse Nutzungsänderungen mit Umbaumaßnahmen für einen Reiterhof in Ort genehmigt. Greiner sagte, dass die Pferde in der Gemeinde „immer mehr“ werden, und erkundigte sich, ob man für die Reiter eigene Wegstrecken ausweisen könnte, denn schließlich seien ja auch die Hinterlassenschaften nicht gerade gering.

Ärger um Pferdemist und Hundehaufen

Bürgermeister Thomas Holz (CSU) verwies auf ein Gespräch, das die Gemeinde vor drei Jahren mit allen Pferdehof-Betreibern in der Kommune geführt hatte. Seither habe sich die Situation erheblich verbessert, auch in Bezug auf das verbotene Galoppieren auf Wanderwegen. Ein eigener „Trail“ für Pferde sei damals von Seiten der Reiter nicht gewünscht worden. Dass es immer wieder mal „Haufen“ auf Wander- und Gehwegen gebe, sei nicht zu vermeiden, sagte Holz, und appellierte in diesem Zusammenhang an die Reiter, auf ihre Pferde zu achten.

Greiner ging dann zum Thema Hunde über. In lebhaften Worte schilderte er, wie sich frei laufende Hunde im Moos verhielten, und forderte Maßnahmen von der Gemeinde. „Ich verstehe das Problem. Aber wir sind keine Vollzugsbehörde und können nicht jedem Hundebesitzer nachlaufen“, sagte Holz. Auch hier könne man nur appellieren – müsse aber auch Bedenken, dass ein Hund einen Bewegungsdrang habe. Greiner forderte, dass die Überwachung die Naturschutzwacht (diese Aufgabe hat die Bergwacht inne, Anm. d. Red) übernehme. „Die sind für den Schutz der Wiesenbrüter zuständig“, antwortete Holz. „Wenn wir Probleme sehen, sprechen wir Hundehalter schon an, aber wir können nicht jedem Hund nachgehen“, meldete sich Florian Lantenhammer (CSU) zu Wort.

Forderung: Gemeinde soll „Hundeüberwacher“ einstellen

Greiner wiederum fand, dass die ganze Hundehaltungsverordnung der Gemeinde „nichts bringe“. Er forderte, die Verwaltung solle einen „Hundeüberwacher“ einstellen („Die Menschen können sich wegen den Scheißkötern nicht mehr fortbewegen“) oder man solle der „Polizei Radl kaufen, damit sie damit ins Moos fahren können“. Der Bürgermeister machte deutlich, dass er Greiners Wortwahl und sein Gebaren äußerst befremdlich fand. Max Leutenbauer (CSU) meinte, dass es immer Dinge gebe, die die Gemeinde nicht kontrollieren könne: „Zu laute Motorräder, zu schnelle Autos.“

In Kochel derzeit 200 Hunde

In Kochel gibt es derzeit rund 200 Hunde, laut Verwaltung so viele wie im Vorjahr. Hunde mit einem Stockmaß ab 50 Zentimetern müssen auf öffentlichen Straßen und Plätzen angeleint werden. Wenn von einem Hund Gefahr ausgehe, solle man die Polizei rufen, sagte Holz am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Gemeinde werde sehr wohl tätig, etwa, wenn der Halter gegen Pflichten verstoße. Die Verwaltung habe schon mehrfach einen Anleinzwang ausgesprochen, auch Bußgelder können verhängt werden. Es gehe jedoch immer um eine Prüfung des Einzelfalls, so Holz. Er appellierte erneut an Hundehalter und Fußgänger: „Ein Auskommen auf Spazier- und Wanderwegen muss doch möglich sein.“ Derzeit gebe es keine verstärkten Hunde-Beschwerden im Rathaus.

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