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Veronika Ahn-Tauchnitz, Redaktionsleiterin Tölzer Kurier

Kooperation beschlossen

Kommentar zur Geburtshilfe: Es ist die beste und einzige Lösung

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Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sichert mit einer Kooperation der Kliniken Wolfratshausen und Starnberg die Geburtshilfe. Tölz geht leer aus. Bitter, aber unvermeidbar. Unser Kommentar zum Thema.

Die gefundene Lösung ist für die Frauen im Süden des Landkreises nicht ideal. Aber sie ist die beste und die einzige, die es für die Geburtshilfe im Landkreis gibt und auch in Zukunft geben wird. Denn der Standort Tölz ist tot. Nicht, weil es am Willen gemangelt hätte, sondern weil die äußeren Umstände einfach schlecht waren. Das Belegarztsystem ist nicht zuletzt durch das Antikorruptionsgesetz am Ende. Die Gründung einer Hauptabteilung an der Tölzer Klinik wäre am (fehlenden) Personal gescheitert, egal, wie viel Geld der Landkreis dort Jahr für Jahr reingebuttert hätte. Selbst für große Standorte wie Starnberg ist es nicht leicht, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Jeder Kreisrat, der den Frauen im Süden immer noch vorgaukelt, dass es eine Lösung für den Standort Tölz geben kann, verkennt diese Realität. Oder möchte die bittere Wahrheit einfach nicht aussprechen.

Die Geburtsklinik Starnberg genießt einen ausgezeichneten Ruf. Es ist kein Wunder, dass bereits jetzt (und auch schon vor der Schließung von Tölz) viele Frauen aus dem Landkreis dort ihre Babys zur Welt bringen. Dass die Klinik am Standort Wolfratshausen künftig dieselbe Qualität anbieten wird – inklusive kinderärztlicher und notfallmäßiger Versorgung der Neugeborenen – ist ein echter Gewinn.

Mehr über die geschlossene Kooperationsvereinbarung lesen Sie hier.

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