+
Fahren, ohne selbst zu lenken: Das könnte auf den Straßen immer mehr zum Normalfall werden. Auf diese Veränderung bereitet sich auch der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit vor. 

Kommunaler Zweckverband

Fit für die Zukunft des autonomen Fahrens

  • schließen

Das Auto der Zukunft kommt ohne Fahrer aus. Das wird auch das Straßenbild nachhaltig verändern – und möglicherweise Blitzer überflüssig machen. Der in Bad Tölz ansässige Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland stellt sich schon jetzt auf dieses Zukunftsszenario ein.

Bad Tölz – Autonomes Fahren ist im Kommen. Bis auf Deutschlands Straßen jedes Fahrzeug unterwegs ist, ohne dass ein Fahrer eingreifen muss, wird es zwar noch etliche Jahre dauern. Beim Tölzer Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit macht man sich trotzdem schon so seine Gedanken: „Vielleicht braucht’s dann gar keine Verkehrsüberwachung mehr“, sinniert Geschäftsführer Michael Braun. Ein autonomes Fahrzeug halte sich schließlich ohnehin ans Tempolimit. Doch der Zweckverband stellt sich vorausschauend auf die neuen Zeiten ein: Er möchte für seine Mitgliedsgemeinden als eine Art Kümmerer in Sachen autonomes Fahren fungieren.

Was die Mobilität der Zukunft angeht, „kommt einiges auf die Kommunen zu“, ist Braun überzeugt. Über kurz oder lang würden autonome Fahrzeuge „gang und gäbe“, glaubt er. „Dann müssen sich auch die Verkehrsräume verändern.“ Fahrbahnmarkierungen etwa müssten so gestaltet sein, dass ein selbstfahrendes Auto sie sicherer erkennt – etwa durch Metallpartikel in der Farbe. Verkehrsschilder und Ampeln würden in Zukunft „intelligenter“, zum Beispiel durch Chips, die Informationen ans Auto senden. Der Ausbau der Infrastruktur werde auch die Kommunen vor große Herausforderungen stellen.

„Aber auch der Öffentliche Personen-Nahverkehr wird sich verändern“, sagt Braun. Hier heiße aktuell ein Zauberwort „Olli“: Diesen Namen trage ein neuartiger Bus, der gerade in Berlin getestet werde. Er komme aus dem 3D-Drucker, biete Platz für 14 bis 16 Personen, habe einen Elektromotor und fahre autonom – eine mögliche Revolution im ÖPNV, da ohne Personalkosten die Fahrkarten günstiger werden könnten.

Beim Entwurf dieser Zukunftsszenarien stützt sich Braun auf den Holzkirchner Experten Dr. Wolfgang Kieslich, der in der jüngsten Strategietagung des Zweckverbands – der zweiten in seinem zehnjährigen Bestehen – ein Impulsreferat hielt. „Von vielen Bürgermeistern unserer Mitgliedsgemeinden kommt der Wunsch, dass wir die Rolle eines Kümmerers zu diesem Thema einnehmen“, sagt Braun. Fürs Erste bestehe die Aufgabe darin, die Trends und Entwicklungen im Auge zu behalten und die Kommunen auf dem Laufenden zu halten. „Das ist leichter, als wenn sich jede Gemeinde einzeln schlau macht.“ Der Zweckverband könne hier seine Kompetenz beim Thema Verkehr einbringen und gleichzeitig im Auge behalten, dass die Zukunftsmusik nicht nur in der Großstadt spielt, sondern auch die Auswirkungen und Chancen im ländlichen Raum deutlich werden.

Die Entscheidung, ob sich der Zweckverband im Auftrag seiner über 100 Mitgliedskommunen verstärkt der Mobilität der Zukunft annimmt, fällt in der nächsten Verbandsversammlung am 28. April.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Baum trifft beinahe Bichler Ehepaar
Das hätte schlimm ausgehen können: Bei Fällarbeiten im Lainbachtal wurde ein Ehepaar beinahe von einem Baum getroffen. Gegen den Mann, der dafür verantwortlich ist, …
Baum trifft beinahe Bichler Ehepaar
Motorradfahrer prallt gegen Opel
3000 Euro Schaden entstand am Montag bei einem Unfall bei Bad Tölz. Und die Feuerwehr musste ausrücken.
Motorradfahrer prallt gegen Opel

Kommentare