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Die SDP-Kandidaten für den Stadtrat (vorne, v. li.): Willi Streicher, Katharina Kuhn, Filiz Cetin, Michael Ernst, Alexander Dodell, Desiree Luttuschka, (hinten, v. li.) Josef Förster, Dieter Lehmann, Monika Singer, Tobias Pfaller, Christian Singer, Alois Friedel, Sabine Petzold, Ramon Luttuschka, Heike Dodell-Adlwarth, Ines Männer und Manfred Plischke. 

Nominierung

Kommunalwahl 2020: Das sind die Stadtratskandidaten der SPD

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Nur ein einziger amtierender Stadtrat der SPD tritt in Bad Tölz wieder zur Wahl an. Die Hoffnungen ruhen nun auf neuen Gesichtern und jungen Kandidaten.

Bad Tölz – Die Tölzer SPD zieht mit 22 Kandidaten in die Stadtratswahl. Angeführt wird die Liste, die am Donnerstag im „Binderbräu“ nominiert wurde, von Bürgermeisterkandidat und Ortsvereins-Vorsitzendem Michael Ernst, Filiz Cetin, die auch ins Rennen um den Posten der Landrätin geht, sowie Willi Streicher, der als einziger amtierender SPD-Stadtrat wieder antritt.

Wenn die laufende Amtszeit zu Ende geht, „dann habe ich 24 Jahre im Stadtrat auf dem Buckel“, sagte Streicher. „Aber das Feuer brennt noch, und wenn der Wähler will, möchte ich gerne die 30 Jahre voll machen.“ Nur als einziger SPD-Vertreter würde er ungern im Stadtrat sitzen. Damit sich dieser Wunsch erfüllt, setzt die SPD auf neue Gesichter. Denn Streichers bisherige Stadtratskollegen Jürgen Renner und Camilla Plöckl treten nicht mehr an.

Drei Kandidaten unter 30, sieben Frauen auf der Liste 

Eindruck mit ihrer Vorstellung machte Katharina Kuhn (26). Die gebürtige Schweizerin ist in der Jachenau aufgewachsen, zog mit 16 nach Bad Tölz und kehrte nach Stationen in Luxemburg und Hongkong zurück. Für den Plastikfrei-Laden „Ois ohne“ schrieb sie das Finanzierungskonzept und möchte als Stadträtin „erleichtern, dass mehr solche Projekte vorangetrieben werden“, sagte sie.

Gemeinsam mit Alexander Dodell (27) und Jan Tränapp (25) drückt sie den Altersschnitt der Liste auf zirka 50. Zu den Kandidaten zählen sieben Frauen und neun Parteifreie. Ganz bis Platz 24 konnten die Sozialdemokraten ihre Liste nicht füllen. Am Ende entschieden die Genossen mehrheitlich, die beiden fehlenden Plätze leer zu lassen. 

SPD Bad Tölz verabschiedet einstimmig ihr Wahlprogramm

Die Alternative wäre gewesen, die Plätze eins und zwei jeweils doppelt mit Ernst beziehungsweise Cetin zu besetzen. Streicher aber empfahl, aus „Marketing“-Gesichtspunkten auf eine Doppelnennung zu verzichten. Die Kehrseite der Medaille: Falls ein Wähler nun ausschließlich sein Kreuz pauschal bei der SPD-Liste macht, bekommt die Partei nur 22 statt 24 möglichen Stimmen zugeschrieben. Michael Ernst rechnete vor, dass dadurch maximal 40 Stimmen verloren gehen könnten. „Aber auf die könnte es am Ende ankommen“, wandte die Ex-Landtagsabgeordnete Christa Harrer ein – und wurde überstimmt.

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Vor der Nominierung hatte die Tölzer SPD ihre Jahresversammlung abgehalten und dabei einstimmig ihr neunseitiges Wahlprogramm unter dem Motto „Miteinander reden, anpacken, neue Wege wagen!“ abgesegnet. Dieses „stammt nicht einfach aus meiner Feder, sondern ist aus vielen Gesprächen entstanden“, sagte Ernst. An oberster Stelle steht das Ziel, „ein Gesamtkonzept für Bad Tölz“ zu entwickeln. „Bisher gibt es nur einen Flickenteppich an Maßnahmen“, so Ernst.

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Für eine Diskussion sorgte die Forderung, die Isar „gezielt, aber achtsam zu nutzen“, zum Beispiel mit Beachstrandbar oder einem Naturfreibad. „Da ist Ärger programmiert, und die Tiere werden in Mitleidenschaft gezogen“, wandte SPD-Mitglied Dieter Lehmann ein. „Die Isar ist ein Pfund, mit dem Bad Tölz wuchern kann“, sagte Ernst. „Wir wollen keine Partymeile, sondern eine nachhaltige, umweltfreundliche Nutzung, die auch interessant und modern ist. Wir müssen daran denken, dass in unserer Stadt auch jüngere Menschen leben.“

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Einen mitreißenden Vortrag hatte zuvor Filiz Cetin gehalten. Sie führte den Genossen vor Augen, dass es in den 71 bayerischen Landkreisen nur fünf Landrätinnen gebe und die SPD nur sechs Landräte stelle. „Aber Demokratie lebt von der Vielfalt“, sagte die 43-Jährige.

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